Trimet erweitert Aluminium-Recyclingkapazität in Gelsenkirchen auf 70.000 Tonnen
2026-06-25 11:10
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de.wedoany.com-Bericht: Das deutsche Aluminiumunternehmen Trimet Aluminium SE hat die Kapazität seines Recyclingwerks in Gelsenkirchen deutlich erweitert und die Energieversorgung grundlegend modernisiert. Gleichzeitig treibt das Unternehmen den Kapazitätsausbau am Recyclingstandort Essen sowie den Bau einer Infrastruktur zur Schrottsortierung in Hamm voran.

„Die Industrie benötigt nachhaltig produzierte Materialien, um die Klimaziele zu erreichen“, sagte Dr. Andreas Lützerath, Mitglied des Trimet-Vorstands. Er betonte, dass das Unternehmen seine Strategie systematisch an die wachsende Nachfrage nach recyceltem Aluminium anpasse und durch Investitionen eine langfristig zuverlässige Versorgung auch in einem herausfordernden Marktumfeld sicherstelle.

Im Werk Gelsenkirchen installierte Trimet neue Schmelzanlagen und steigerte die Jahreskapazität auf 70.000 Tonnen recyceltes Aluminium. Auf dem Werksdach installierte Solarzellen versorgen die Anlage mit erneuerbarem Strom. Ab August 2026 werden die Schmelzöfen des Werks mit wasserstoffangereichertem Prozessgas betrieben, dessen CO₂-Emissionen im Vergleich zu Erdgas deutlich niedriger sind.

Am Recyclingstandort Essen hat Trimet durch die Erweiterung der Lagerflächen eine legierungsspezifische Trennung und Lagerung von Aluminiumschrott ermöglicht und damit eine zusätzliche Kapazität von rund 16.000 Tonnen geschaffen. Die Infrastrukturverbesserung trägt zur Steigerung der Materialqualität und Prozesseffizienz bei und schafft die Voraussetzungen für einen kontinuierlich steigenden Recyclinganteil in der zukünftigen Produktion.

Trimet entwickelt sein Portfolio an Recyclinglegierungen systematisch weiter. Das Unternehmen bietet bereits die druckgusslegierung trimal®-04 mit hohem Recyclinganteil an und hat sie erfolgreich als Alternative zur Primärlegierung trimal®-05 etabliert. Derzeit bereitet das Unternehmen eine Recyclingvariante von trimal®-38 vor. Diese Legierung wird für Batteriegehäuse, Strukturbauteile und andere crashrelevante Automobilanwendungen eingesetzt und kann ohne Wärmebehandlung verarbeitet werden. Durch gezielte Anpassungen der Legierungszusammensetzung kann Trimet den Recyclinganteil erhöhen, während die mechanischen Eigenschaften erhalten bleiben.

Die Materialentwicklung ist eng mit dem Ausbau geschlossener Materialkreisläufe verbunden. Trimet arbeitet mit Kunden zusammen, um maßgeschneiderte Recyclingsysteme zu etablieren, die eine sortenreine Sammlung und Rückführung von Aluminiumschrott gewährleisten. Besonders im Bereich Aluminiumdraht stellt dieser Prozess hohe Anforderungen an Reinheit und Prozesskontrolle, die ein hohes Maß an metallurgischem Fachwissen erfordern. Durch die Integration der Recyclingstandorte in Deutschland und Frankreich unterhält das Unternehmen ein Netzwerk, das die Stabilität der Materialqualität sicherstellt.

Zur weiteren Stärkung des Materialkreislaufs baut Trimet in Hamm eine Anlage zur Sortierung, Verarbeitung und Logistik von Aluminiumschrott. Die für Ende 2026 geplante Inbetriebnahme der Anlage wird laserbasierte Analysemethoden nutzen, um den metallurgischen Fingerabdruck des Schrotts schnell zu bestimmen und eine präzise Trennung für die anschließende Legierungsproduktion zu ermöglichen. Eine leistungsstarke Ballenpresse wird die Anlage ergänzen, um die Nachverarbeitungs- und Logistikeffizienz zu steigern.

Durch den Aufbau dieser Fähigkeiten integriert Trimet zentrale Schritte der Recycling-Wertschöpfungskette intern, was die Versorgungssicherheit erhöht, die Abhängigkeit von primären Rohstoffen verringert und den CO₂-Fußabdruck der verwendeten Materialien verbessert.

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