de.wedoany.com-Bericht: Der chinesische Eisenerzpreis fiel am 23. Juni auf den niedrigsten Stand seit fast vier Monaten. Markterwartungen, dass die wichtigsten Lieferanten ihre Liefermengen bis zum Ende des zweiten Quartals erhöhen werden, sowie der saisonale Rückgang der Stahlnachfrage üben gemeinsam Druck auf die Preise aus.
Bis 03:00 Uhr GMT fiel der führende Eisenerz-Futures-Kontrakt an der Dalian Commodity Exchange (DCE) um 0,74 % auf 737 Yuan pro Tonne (etwa 108,81 US-Dollar) und erreichte im Handel zwischenzeitlich 736 Yuan, den niedrigsten Stand seit dem 24. Februar. Der Referenzkontrakt für Eisenerz-Futures im Juli an der Singapore Exchange (SGX) fiel um 0,45 % auf 97,8 US-Dollar pro Tonne, den niedrigsten Stand seit dem 25. Februar. Der Kontrakt notiert bereits den vierten Handelstag in Folge unter der psychologischen Marke von 100 US-Dollar pro Tonne.
Die Minenbetreiber planen, die Verschiffungen in diesem Monat zu erhöhen, um die festgelegten Ziele zu erreichen. Analysten weisen darauf hin, dass das gleichzeitige Auftreten von steigendem Angebot und saisonal schwacher Nachfrage zu einer Lagerbildung in den Häfen führen könnte, was Druck auf den Preis des für die Stahlindustrie wichtigen Rohstoffs ausübt.
Laut einem Bericht der Analysten des Maklerhauses Maike Futures haben die schwachen makroökonomischen Daten, insbesondere der erstmalige Rückgang der Einzelhandelsumsätze seit drei Jahren, die Markterwartungen eines künftigen Rückgangs des Stahlverbrauchs weiter verstärkt.
Gleichzeitig zerfallen die bisherigen Stützungsfaktoren für die Eisenerzpreise. Fortschritte bei den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben zu einem Rückgang der Energiepreise und der Frachtraten geführt. Zuvor hatte der Konflikt im Nahen Osten die Energiepreise in die Höhe getrieben und die Fracht- sowie Rohstoffkosten steigen lassen, was selbst in Zeiten schwacher Nachfrage eine Stütze für die Eisenerzpreise darstellte.
Bei anderen Stahlherstellungsrohstoffen setzten Kokskohle und Koks aufgrund der düsteren Nachfrageaussichten ihren Abwärtstrend fort und verloren 0,98 % bzw. 3,24 %.
An der Shanghai Futures Exchange zeigten sich die Stahlsorten allgemein schwach. Betonstahl fiel um 0,42 %, Warmbreitband um 0,45 % und Edelstahl um 1,26 %.
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