Nokia erweitert autonome Netzwerkarchitektur in Zusammenarbeit mit AWS und Databricks
2026-06-25 11:31
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de.wedoany.com-Bericht: Nokia hat auf der DTW Ignite in Kopenhagen neue Partnerschaften mit Databricks und Amazon Web Services (AWS) bekannt gegeben, um seine autonome Netzwerkarchitektur (Autonomous Network Fabric) zu erweitern. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf den Einsatz von KI-Agenten in den Operations Support Systems (OSS) und Business Support Systems (BSS) von Telekommunikationsbetreibern und adressiert zentrale Herausforderungen wie Datenfragmentierung und Cloud-Integration.

Nokia Bild: TM Forum

Telekommunikationsbetreiber stehen unter dem Druck, sich im Zeitalter der KI neu zu erfinden. Dazu müssen sie ihre fragmentierten internen Betriebsdaten integrieren, um eine effizientere Netzautonomie zu erreichen. Die DTW Ignite hat sich zu einer wichtigen Plattform für diese Branchendiskussionen entwickelt. Die Betreiber erörtern, wie sie KI in ihrer OSS- und BSS-Infrastruktur besser einsetzen können, und orientieren sich dabei an der Zertifizierung von Autonomiestufen. Auch das Anbieter-Ökosystem hat eine Reihe von Ankündigungen zur KI-gestützten Toolisierung von OSS und BSS veröffentlicht, wobei der Schwerpunkt auf der praktischen Anwendbarkeit von KI-Agenten im täglichen Betrieb liegt.

Die Zusammenarbeit mit Databricks zielt auf die Datenebene ab. Nokia und Databricks haben einen Proof of Concept gestartet, um eine einheitliche, unterliegende, plattformunabhängige Datenplattform zu schaffen, die die hunderte isolierten Systeme integriert, auf die Telekommunikationsnetze typischerweise angewiesen sind. Die Validierung bestätigte, dass beide Unternehmen gemeinsam eine föderierte Architektur entwickeln können, die die für die Einspeisung von Netzwerkdaten in KI-Agenten erforderliche Größenordnung und Geschwindigkeit erreicht. Die Ingenieurteams simulierten die Analyse-Aufnahme und planen eine Erweiterung, um der Cloud-Größenordnung eines Tier-1-Betreibers gerecht zu werden. Zu den technischen Durchbrüchen gehören ein „Single-Code"-Datenverarbeitungs-Workflow für Netzwerkdaten, der sowohl auf dem Databricks-Stack als auch auf Open-Source-Stacks wie Apache Flink, Kafka und Iceberg ausgeführt werden kann, sowie anbieterneutrale Datentransformationslogik, die die Plattformbindung reduzieren soll. Darüber hinaus wurde ein benutzerdefinierter Compiler eingeführt, der Python-Logik in ein Plattformformat mit den richtigen Konnektoren umwandelt, sodass Workflows sich automatisch an verschiedene Umgebungen anpassen, ohne manuell neu geschrieben werden zu müssen. Die Demonstration zeigte auch, wie KI auf der Grundlage von natürlichsprachlichen Eingabeaufforderungen Datenprodukte erstellen kann, indem sie Workflows über Agenten generiert, eine menschliche Genehmigung einholt und diese umsetzt. Die Architektur ist speziell für Agenten konzipiert und erstellt Datenprodukte bei der Abfrage, anstatt vorab gespeicherte Datensätze zu verwenden, und unterstützt die zerstörungsfreie gemeinsame Datennutzung über verschiedene Bereiche hinweg.

Die Zusammenarbeit mit AWS betrifft die Cloud-Ebene. Nokia wird seine autonome Netzwerkarchitektur (Autonomous Networks Fabric) auf AWS bereitstellen, die voraussichtlich im Laufe dieses Jahres live gehen wird. Seine OSS-Anwendungen für Orchestrierung, Bestandsverwaltung und -sicherung sind bereits auf AWS verfügbar. Die Architektur nutzt Agenten, digitale Zwillinge, intent-basierte Netzwerke und einheitliches Datenmanagement, um Beobachtbarkeit, Analyse, Sicherheit und Automatisierung zu ermöglichen. Die Migration des Systems zu AWS soll eine bessere Cloud-Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Auswahlmöglichkeiten bieten, wobei die Tools Amazon Bedrock und SageMaker erwähnt werden. Nokia gab außerdem an, den Cloud-Fußabdruck zu optimieren, um den Rechen- und Speicherbedarf im Vergleich zu herkömmlichen lokalen Bereitstellungen zu reduzieren. Nokia und AWS haben bereits zuvor zusammengearbeitet, darunter in jüngster Zeit die „branchenweit erste" Demonstration eines Agenten für Netzwerk-Slicing mit du und Orange sowie der „weltweit erste" kommerzielle 5G-Dienst auf einer gehosteten Cloud (SaaS)-Kernnetzinfrastruktur mit der belgischen Citymesh.

Oguz Sunay, Chief Technology Officer für autonome Netzwerke bei Nokia, erklärte, dass die Ermöglichung einer universellen, flexiblen Datenplattform in einer Cloud-Umgebung den Betreibern helfen könne, die KI-Einführung zu beschleunigen. Nevash Pillay, Global Head of Telecommunications bei Databricks, wies darauf hin, dass Betreiber einen konsistenteren Ansatz zur Nutzung von Daten benötigen. Amir Rao, Global Director of Telecommunications Solutions bei AWS, bezeichnete den Wandel hin zum autonomen Netzwerkbetrieb als eine Frage der Geschwindigkeit und sprunghafter Effizienzsteigerungen. Nokia ist der Ansicht, dass sein Portfolio an autonomen Netzwerken bereits messbare Ergebnisse erzielt hat, darunter Automatisierungsraten von über 90 % bei Betreibern, Servicebereitstellungszeiten von nicht mehr als 4 Stunden, jährliche Serviceunterbrechungen von nicht mehr als 1 Minute, eine Reduzierung der Bereitstellungszeit für Slices um bis zu 85 % und eine Reduzierung der kundenbeeinträchtigenden Vorfälle um bis zu 50 %.

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