Südkoreanisches Mobiltech sammelt über 420 Milliarden KRW ein – Fokus auf digitale Zwillinge
2026-06-26 11:29
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de.wedoany.com-Bericht: Kim Jae-seung, CEO von Mobiltech, erklärte, dass digitale Zwillinge sich vom Konzept zur Realität entwickeln und simulationsbasierte Validierungen zunehmend zu einer international empfohlenen Praxis werden.

Mobiltech-CEO Kim Jae-seung. (Bildquelle: Mobiltech)

Mobiltech wurde 2017 gegründet und steht kurz vor seinem 10-jährigen Bestehen. Es gilt als eines der führenden Start-ups im Bereich autonomes Fahren und digitale Zwillinge. Das Unternehmen hat von Investoren wie Naver und der Hyundai Motor Company insgesamt über 420 Milliarden KRW eingesammelt und ist das einzige südkoreanische Unternehmen, das an Nvidias physikalischer KI-Plattform Omniverse beteiligt ist.

Das Konzept des digitalen Zwillings entstand etwa um 2010 und bezeichnet eine virtuelle Umgebung, die reale Objekte und Umgebungen digital nachbildet. Laut dem „Wörterbuch der Informationstechnologie-Begriffe“ der Korea Telecommunications Technology Association (TTA) ist ein digitaler Zwilling „ein digitales Datenmodell, das reale Objekte, Räume, Umgebungen, Prozesse oder Abläufe abbildet und eine Echtzeit-Interaktion zwischen der physischen und der digitalen Welt ermöglicht“. Trotz seines potenziellen Werts stand der digitale Zwilling historisch vor Herausforderungen bei der Kommerzialisierung aufgrund hoher Implementierungskosten, begrenzter Genauigkeit und unzureichender Leistung. Technologische Fortschritte haben die Kosten stetig gesenkt und die Datenqualität verbessert, wodurch die Umgebungen digitaler Zwillinge näher an die reale Welt heranreichen.

Ein Vorzeigeprojekt von Mobiltech ist die Initiative für eine digitale Zwilling-Plattform in Saudi-Arabien. Das Unternehmen war im vergangenen Jahr als Teil eines von Naver geführten Konsortiums an diesem Projekt beteiligt und fungierte als Hauptanbieter in den Bereichen Smart City und autonomes Fahren. Kim Jae-seung erklärte, dass das Unternehmen weiterhin nach Möglichkeiten im Nahen Osten suche, sich derzeit jedoch besonders auf die Märkte in den USA und Südostasien konzentriere, da sich die Geschäftsmöglichkeiten in diesen Regionen mit dem Eintritt der Branche in das Zeitalter der physischen KI und des autonomen Fahrens rasant ausweiteten.

Die zunehmende Verbreitung von Robotern in Industrie und Haushalt erhöht die Bedeutung digitaler Zwillinge für Entwicklung und Validierung. Kim Jae-seung wies darauf hin, dass simulationsbasiertes Lernen und andere Methoden, die es Robotern ermöglichen, sich autonom an verschiedene Umgebungen anzupassen, immer wichtiger werden und die Nachfrage nach testbasierten Umgebungen mit digitalen Zwillingen wächst.

Die Ausweitung des autonomen Fahrens schafft ebenfalls neue Chancen für Mobiltech. International wird die simulationsbasierte Validierung vor Streckentests autonomer Fahrsysteme zunehmend empfohlen. Mit der Etablierung des Konzepts des softwaredefinierten Fahrzeugs (SDV) stehen Unternehmen vor der Herausforderung, das Fahrzeug bei jedem Software-Update erneut validieren zu müssen. Digitale Zwilling-Umgebungen können hier Kosten und Risiken reduzieren.

Mobiltech demonstrierte seine Fähigkeiten am 28. Mai bei der A1 Autonomous Driving Challenge. Das Unternehmen lieferte eine hochdetaillierte digitale Nachbildung der realen Everland Speedway-Strecke in Yongin, die wiederholte Validierungen der Fahrzeugsteuerung unter Hochgeschwindigkeitsbedingungen, von Mehrfahrzeug-Interaktionen und Reaktionen auf unerwartete Ereignisse ermöglichte und so erfolgreich eine komplexe Validierungsumgebung für autonomes Fahren schuf.

Kim Jae-seung betonte, dass der Wettbewerbsvorteil von Mobiltech in der Qualität seiner Daten liege, die ein höheres Maß an Genauigkeit als die Konkurrenz böten, Hochgeschwindigkeitsfahrbedingungen präzise abbildeten und feine Details wie Bodenunebenheiten und Traktionsänderungen mit sehr hoher Genauigkeit erfassten.

Mit Blick auf die Zukunft plant Mobiltech eine Expansion in die Bereiche Logistik, Verteidigung und Fertigung. Laut Unternehmensangaben laufen derzeit Gespräche mit einem großen Logistikunternehmen über ein Projekt, das in der zweiten Jahreshälfte umgesetzt werden soll. Zudem verhandle man mit Rüstungsunternehmen über den Aufbau digitaler Zwilling-Umgebungen für Gefechtssimulationen. Kim Jae-seung ist der Ansicht, dass hochwertige Simulationsumgebungen zu einer wichtigen Grundlage für autonome Fahrzeuge und humanoide Roboter werden und Mobiltech die Aufgabe habe, diese grundlegenden Fähigkeiten bereitzustellen.

Das Unternehmen bereitet sich derzeit auf seinen Börsengang vor, hat die Vor-IPO-Finanzierung im Februar abgeschlossen und strebt eine Notierung an der Börse im ersten Halbjahr des nächsten Jahres an. Mobiltech erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 8,6 Milliarden KRW bei einem operativen Verlust von 4,8 Milliarden KRW. Kim Jae-seung erklärte, dass Mobiltech zu einem Anbieter von Kernkompetenzen für Serienfahrzeuge und Roboter heranwachsen werde und unabhängig davon, welche Branche räumliche Informationen benötige, der beste Anbieter für die Bereitstellung digitaler Zwilling-Technologie sein wolle.

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