Samsung Electronics aus Südkorea startet im nächsten Monat die HBM4-Produktion, SK Hynix baut parallel Kapazitäten aus
2026-06-27 11:27
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de.wedoany.com-Bericht: Samsung Electronics wird voraussichtlich bereits im nächsten Monat mit der Fertigung der nächsten Generation von High-Bandwidth Memory (HBM) beginnen, wobei die ersten Lieferungen offenbar an Nvidia gehen sollen. Da KI-Modelle immer größer werden und die Rechendichte stetig steigt, verschärft sich der Engpass im Arbeitsspeicher im gesamten Rechenzentrums-Ökosystem zunehmend, was die Wahl dieses Zeitpunkts besonders entscheidend macht.

Diese Entwicklung fügt sich in den allgemeinen Trend des Kapazitätsausbaus in der südkoreanischen Halbleiterindustrie ein. Wie Bloomberg kürzlich berichtete, haben Samsung Electronics und SK Hynix umfangreiche Investitionen im KI-Bereich vorbereitet, die sich vor allem auf den Aufbau von Kapazitäten zur Unterstützung von GPUs und KI-Beschleunigern konzentrieren. Dies spiegelt sich auch in der Marktbewertung wider: Anfang 2026 erreichte der gemeinsame Marktwert der beiden Unternehmen rund 1,14 Billionen US-Dollar und übertraf damit Alibaba und Tencent.

Die HBM4-Produktion ist direkt an die aufkommende Nachfrage von Nvidia und Advanced Micro Devices (AMD) gekoppelt. Laut einem Bericht der Korea Economic Daily hat Samsung die Qualifikationstests beider Unternehmen bestanden, konkrete Liefermengen und Vertragsbedingungen wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben. Das Bestehen der Qualifikationstests ist für Samsung von großer Bedeutung – nachdem Produktionsverzögerungen die Finanzergebnisse belastet hatten, deutet die bevorstehende Auslieferung an Nvidia im nächsten Monat auf eine Erholung des Unternehmens hin.

High-Bandwidth Memory (HBM) ist zu einer Schlüsselkomponente für leistungsstarke KI-Beschleuniger geworden. Ist die Bandbreite zwischen Speicher und Recheneinheit unzureichend, verlängern sich die Trainingszeiten von Modellen, und die Inferenzleistung wird eingeschränkt. Die erwartete explosionsartige Zunahme der globalen KI-Halbleiterausgaben spiegelt diese Realität wider. Bis 2027 werden voraussichtlich über 50 % der DRAM-Bit-Nachfrage aus Rechenzentren und KI-Anwendungen stammen, was den Wettbewerb um HBM-Lieferungen ebenso zu einem zentralen Bestandteil der KI-Strategie macht wie die Aktualisierung von GPU-Roadmaps.

SK Hynix bleibt der größte HBM-Lieferant für Nvidias KI-Prozessoren und hat kürzlich die Lieferverhandlungen für das nächste Jahr abgeschlossen. Obwohl das Unternehmen seine starke Marktposition über Jahre hinweg behaupten konnte, hat die KI-getriebene Nachfrage den Wettbewerb verschärft. SK Hynix plant, im nächsten Monat mit der Bestückung von Siliziumscheiben in seiner neuen M15X-Waferfabrik in Cheongju zu beginnen. Es ist unklar, ob HBM4 in die anfängliche Produktion einbezogen wird, was bei Analysten Spekulationen auslöst – Nvidias bevorstehende Vera-Rubin-Plattform wird voraussichtlich auf HBM4 angewiesen sein.

Obwohl SK Hynix weniger konkrete Informationen zum HBM4-Zeitplan preisgibt, betont das Unternehmen seinen Fokus auf den Kapazitätsausbau. Die schnelle Erweiterung mehrerer Fabriken deckt sich mit den starken Nachfrageprognosen. Die globalen Ausgaben für KI-Infrastruktur werden bis 2030 voraussichtlich eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von über 27 % aufweisen. Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, müssen alle großen Speicherhersteller ihre Produktion kontinuierlich steigern.

Interconnect-Standards bestimmen ebenfalls die Leistungsgrenzen der Speicherhardware. PCI Express und Compute Express Link werden für KI-Speicherarchitekturen zunehmend wichtiger, insbesondere vor dem Hintergrund der wachsenden Verbreitung heterogener Rechenmodelle. Obwohl die Einführung neuer Standards in der Regel einem vorhersehbaren Rhythmus folgt, haben diese Standards weitreichende Bedeutung für die langfristige Entkopplung des Speichers und die Steigerung der Effizienz bei der Nutzung von Beschleunigern.

Das Bestehen der Qualifikationstests von Nvidia und AMD ist ein strenger Prozess, dessen Ergebnisse die Vergabe von mehrjährigen Verträgen beeinflussen. Qualcomm, Intel und andere Beschleunigerentwickler verfolgen diese Entwicklungen genau, da jeder erfolgreiche Test den potenziellen Käuferkreis erweitert und auf eine gestiegene Fertigungsreife hindeutet. Dies zeigt, dass Samsung sich in einem Bereich neu beweist, in dem SK Hynix in den letzten Jahren besonders erfolgreich war.

Die rasche Ausweitung generativer KI-Workloads führt dazu, dass der Speicherbedarf jeder neuen Modellgeneration stetig steigt. Die zentrale Herausforderung für Speicherhersteller ist: Wie schnell können sie qualifizierte Kapazitäten online bringen, während sie gleichzeitig thermische Einschränkungen und architektonische Grenzen überwinden?

Eine aktuelle Analyse von Bloomberg zeigt, dass Speicherhersteller sowohl Chancen als auch Herausforderungen haben. Wenn neue Plattformen wie Vera Rubin in den Produktionszyklus eintreten, profitieren sie von einem Nachfrageschub; gleichzeitig sind sie jedoch operativen Risiken wie Verzögerungen bei der Qualifikation oder Ertragsproblemen ausgesetzt. Samsung und SK Hynix haben diese Zyklen bereits durchgemacht, aber angesichts der Tatsache, dass KI vom Prototypenstadium zur globalen Skalierung übergeht, sind die Risiken derzeit höher.

Samsungs Plan zur HBM4-Produktion markiert einen konkreten Meilenstein in diesem Branchenwandel, während SK Hynix gleichzeitig seine Kapazitäten ausbaut. Diese Schritte verdeutlichen gemeinsam, warum Südkorea weiterhin eine zentrale Region in der globalen KI-Hardware-Landschaft ist und warum Hyperscaler sowie Unternehmenskäufer die Entwicklungen der kommenden Quartale genau beobachten werden, während sie ihre KI-Initiativen ausweiten.

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