de.wedoany.com-Bericht: Die Ukraine plant den Aufbau heimischer KI-Rechenleistung in Zusammenarbeit mit dem Betreiber Kyivstar, um während des anhaltenden Krieges mit Russland die kritische digitale Infrastruktur zu stärken.
Der Betreiber Kyivstar unterzeichnete auf der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz im polnischen Danzig eine Absichtserklärung mit dem ukrainischen Wirtschaftsministerium. Die Muttergesellschaft von Kyivstar, Veon, wird die Anfangsphase finanziell unterstützen. CEO Oleksandr Komarov erklärte, dass diese Phase eine Rechenleistung von 3 MW bis 5 MW benötigen und mehrere zehn Millionen Dollar kosten werde.
Komarov sagte, dass derzeit die größten Nutzer von KI in der Ukraine das Militär seien, und betonte, dass militärische Berechnungen nicht im Ausland durchgeführt werden könnten, da dies die nationale Sicherheit betreffe. Obwohl die Nachfrage nach KI-Berechnungen noch relativ begrenzt sei, werde die heimische Rechenleistung es Kyivstar auch ermöglichen, kleine und mittlere Unternehmen zu bedienen, die keinen Zugang zu globalen Cloud-Anbietern haben.
Auf derselben Veranstaltung wies Patrycja Sokalska-Pomacho, Director of Business Development für Mittel- und Osteuropa bei Nvidia, darauf hin, dass der Ukraine derzeit die Recheninfrastruktur fehle, um den Wert ihrer Betriebs-, Kultur- und Sprachdaten im Inland zu erhalten. Jeff Bullwinkel, Vizepräsident von Microsoft für Europa, den Nahen Osten und Afrika, ergänzte, dass ukrainische Daten nach der Invasion in Rechenzentren in ganz Europa verlagert worden seien, um sie vor russischen Angriffen zu schützen.
Die Unterzeichnung der Vereinbarung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ukraine versucht, ihre digitale Souveränität nach den weitreichenden Zerstörungen durch die russische Militärinvasion wiederherzustellen. Die Invasion hatte dazu gezwungen, zahlreiche Daten und digitale Dienste auf internationale Infrastrukturen zu verlagern.
Im April dieses Jahres gaben Veon und Kyivstar bekannt, dass sie seit 2023 1,3 Milliarden Dollar in die Ukraine investiert haben, womit das zuvor zugesagte Ziel von 1 Milliarde Dollar übertroffen wurde. Diese Mittel flossen in den Ausbau von Mobilfunk- und Glasfasernetzen, die Satellitenverbindung Starlink Direct-to-Device (D2D), Übernahmen sowie Notstromsysteme zur Bewältigung von Ausfällen.
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