de.wedoany.com-Bericht: Andalusien hat seine erste Karte kritischer Mineralien erstellt und sich damit einen Platz in der europäischen Landkarte strategischer Rohstoffe gesichert. Diese von Forschern des Spanischen Geologischen und Bergbauinstituts (IGME-CSIC) durchgeführte Arbeit identifiziert 365 Vorkommen in der Region, die mit 14 kritischen Stoffen der europäischen Liste von 2020 in Verbindung stehen. Die Karte offenbart nicht nur das Ressourcenpotenzial des andalusischen Untergrunds, sondern eröffnet auch neue Richtungen für Forschung und Entwicklung im Kontext der Energiewende und der Verringerung der Abhängigkeit der EU von externen Quellen.
Concepción Fernández-Leyva, eine der Autorinnen der Studie, betont die Notwendigkeit, dieses Instrument kontinuierlich an die sich ändernden Markt- und Industriebedarfe anzupassen. Sie erklärt, dass die Karte auf einer vereinfachten geologischen und topografischen Grundlage ganz Andalusiens basiert und alle Orte markiert, an denen Vorkommen existieren oder existierten sowie Abbauaktivitäten stattfanden. So könne man „auf einen Blick das Potenzial erkennen, in welchen Provinzen und unter welchen geologischen Gegebenheiten es sich befindet". Fernández-Leyva weist darauf hin, dass jedes Vorkommen auch mit einem Datensatz verbunden ist, der historische Abbaudaten enthält und einen Ausgangspunkt für die Bewertung neuer Chancen bietet.
Die Entstehung der Karte wurde durch die rasche Veränderung des europäischen Rahmens beeinflusst. Zum Zeitpunkt der Erstellung erkannte die EU 30 kritische Rohstoffe an, heute sind es bereits 34. Fernández-Leyva erklärt, dass die Liste alle drei Jahre nach Bedarf und Verfügbarkeit der Versorgung überarbeitet wird und wirtschaftlichen und strategischen Kriterien folgt. Mit der Aufnahme von Kupfer in die neue Liste hat sich das Potenzial Andalusiens vervielfacht. Die Region ist bereits einer der wichtigsten Kupferproduzenten Europas und der Welt, und ihre Rolle in Schlüsselbereichen wie Elektrifizierung und Dekarbonisierung hat sich entsprechend verstärkt.
Die Forscherin plädiert für eine baldige Aktualisierung der Karte und hat dies bereits intern vorgeschlagen. Sie hält die Methode für nicht komplex, aber geeignet, um umfassendere Ressourceninformationen zu liefern; die Überarbeitung sollte in ein kontinuierliches System integriert werden, das alle paar Jahre mit der europäischen Liste aktualisiert wird. Das Projekt wurde der andalusischen Regierung vorgelegt, der Fortschritt hängt jedoch von der Arbeitsbelastung der Institutionen ab. Das IGME ist derzeit auch an der nationalen Mineralexploration beteiligt.
Die Karte hat auch einen direkten wirtschaftlichen Wert. Fernández-Leyva weist darauf hin, dass Unternehmen wie Kupferproduzenten anhand der Karte die Verteilung der Vorkommen einsehen und über die Ausrichtung ihrer Geschäftserweiterung entscheiden können – ein Instrument, das die Entscheidungsfindung unterstützt. Andalusien verfügt in Europa über eine Kombination aus Bergbautradition, günstigen geologischen Bedingungen und angesammeltem Wissen. Die Region beherbergt die einzige in der EU aktive Strontiumlagerstätte, ist der weltweit größte Strontiumproduzent, verfügt über bedeutende Flussspat- und Wolframressourcen, und die Rolle von Kupfer wird zunehmend wichtiger.
Fernández-Leyva, die in Brüssel an der Koordinierung der europäischen Rohstoffpolitik beteiligt ist, sagt, das Ziel der EU sei klar: die Abhängigkeit von Drittländern zu verringern und die eigenen Ressourcen voll auszuschöpfen. Obwohl die Karte stets eine Momentaufnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt ist, zeigt sie nach Ansicht von Fernández-Leyva anschaulich, über welche Ressourcen die Region verfügt und wo sie sich befinden. Im Kontext der beschleunigten Energiewende positioniert diese Wissensbasis Andalusien an einer Schlüsselstelle, um unter den Prinzipien der Nachhaltigkeit und langfristigen Planung zur europäischen Versorgung mit kritischen Mineralien beizutragen.
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