de.wedoany.com-Bericht: Die australische Agentur für erneuerbare Energien (ARENA) finanziert den Bau von drei gemeinsam genutzten Ladestationen für Elektro-Lkw in Melbourne, um die Dekarbonisierung im Schwerlastverkehr voranzutreiben. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 61,82 Millionen AUD, wovon ARENA 25,3 Millionen AUD bereitstellt. Die erste Station im Westen Melbournes soll Ende dieses Jahres eröffnet werden und 12 Ladepunkte mit einer Ladeleistung von 400 kW bieten. Zwei weitere Stationen im Südosten und Norden sind für Mitte nächsten Jahres geplant. Diese Stationen werden zu 100 % mit erneuerbarer Energie betrieben und decken die wichtigsten Güterverkehrskorridore Melbournes ab.
ARENA arbeitet mit Newvolt zusammen, um zwei Haupthindernisse für die Elektrifizierung des Güterverkehrs zu beseitigen. Kleinen und mittleren Speditionsunternehmen fehlen die erforderlichen Flächen, Netzkapazitäten und finanziellen Mittel für den Bau großer privater Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig gibt es entlang der wichtigsten Güterverkehrskorridore Australiens derzeit kein zuverlässiges, öffentlich nutzbares Schnellladenetz, das speziell für schwere Lkw ausgelegt ist. Newvolt wird diesen Herausforderungen mit den drei vernetzten, gemeinsam genutzten Ladestationen begegnen und plant, die gewonnenen Erkenntnisse entlang des Hume Highway, Pacific Highway und Newell Highway auszuweiten. Newvolt erwartet, dass seine Ladestationen den Einsatz von mindestens 54 zusätzlichen schweren und mittelschweren reinen Elektro-Lkw in den Fuhrparks fördern und so Emissionen, Lärm und Luftverschmutzung reduzieren.

Das Unternehmen eLumina baut in der Nähe von Sydney einen neuen Energieverkehrsknotenpunkt, der bis zu 20 Lkw gleichzeitig schnell laden kann. Der Knotenpunkt verfügt über eine 1 bis 2 Hektar große Schotterfläche und ist mit 10 schlüsselfertigen eLumina DS400-Ladegeräten mit 400 kW ausgestattet. Der Strom wird über eine Verbindung zum örtlichen Umspannwerk Maldon (Kapazität 1,3 MVA) aus dem nationalen Strommarkt bezogen. Die eLumina DS400-Satellitenladegeräte verwenden ein integriertes Batteriesystem, das eine Erhaltungsladung ermöglicht, um Spitzenlasten im Stromnetz zu vermeiden und so teure und zeitaufwändige Hochspannungsnetz-Upgrades überflüssig zu machen. Das schlüsselfertige Design ermöglicht eine schnelle Installation und eine flexible Anpassung oder Verlagerung je nach Bedarf.
Ein weiteres Unternehmen, HubZero, setzt integrierte Batterieladegeräte für schwere Lkw ein. Laut seiner Website legt ein australischer Sattelzug durchschnittlich 250 Kilometer pro Tag zurück. Ein 350-kW-Ladegerät kann die Reichweite in 45 Minuten um 250 Kilometer erhöhen, was in etwa der kumulierten Ruhezeit für den Fernverkehr entspricht. HubZero schätzt, dass ein Elektro-Zugmaschine einem Transportunternehmen täglich 50 bis 200 AUD einsparen kann. Das Unternehmen bietet ein Tool zur Suche nach Zuschüssen für Ladeinfrastruktur an; die Website listet 28 Projekte auf Bundes- und Landesebene mit einem Gesamtfördervolumen von 21,4 Milliarden AUD auf. HubZero hat kürzlich einen Grid Rig-Batterieladegerät an Ausgrid geliefert, um den Test des Volvo FH Aero Elektro-Zugmaschine zu unterstützen. Der Lkw wird mehr als 30 Tonnen Fracht von der Upper Hunter Region nach Südsydney transportieren. Die von HubZero bereitgestellte Ausrüstung wird auch in Fahrzeugen der Marke Fortescue eingesetzt.

Der Grid Rig kombiniert einen Standard-Netzanschluss mit integrierter Batteriespeicherung. Seine Batteriekapazität reicht von 100 kWh bis 2 MWh und unterstützt CCS1- und CCS2-Schnellladung. Mahan Perera, CEO und Mitbegründer von HubZero, erklärte, dass das Gerät darauf ausgelegt sei, komplexe Netz-Upgrades zu vermeiden, innerhalb weniger Stunden installiert werden könne und so einen schnellen Start und Betrieb von Tests ermögliche. Ausgrid hat bereits über 150 Pkw in seiner Flotte elektrifiziert und konzentriert sich nun auf Lkw, Transporter und Nutzfahrzeuge. Perera wies darauf hin, dass die Herausforderungen bei der Elektrifizierung schwerer Fahrzeuge unter anderem die Zeit und die Kosten für die Installation der Ladeinfrastruktur umfassen. Dieser Test zeige einen anderen Ansatz, der den Prozess durch den Einsatz schnell installierbarer, batteriegestützter Schnellladung vereinfacht.
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