Bane NOR investiert über 520 Millionen Euro in den Ausbau des Osloer Hauptbahnhofs
2026-06-28 15:21
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de.wedoany.com-Bericht: Die norwegische Eisenbahninfrastrukturgesellschaft Bane NOR treibt gemeinsam mit den Behörden ein groß angelegtes Umbauprojekt des Osloer Hauptbahnhofs (Oslo S Central Station) voran. Der Knotenpunkt, der täglich 150.000 Fahrgäste abfertigt, wird im Rahmen des über 520 Millionen Euro teuren Projekts „Neues Oslo S" für das zukünftige Wachstum des Schienenverkehrs und eine nachhaltige Stadtentwicklung in den kommenden Jahrzehnten fit gemacht.

Der Osloer Hauptbahnhof ist der verkehrsreichste Eisenbahnknotenpunkt Norwegens, an dem Regionalzüge, Fernverkehrszüge, Flughafenexpresszüge und S-Bahnen zusammenlaufen. Prognosen zufolge wird das Verkehrsaufkommen am Bahnhof zwischen 2040 und 2050 deutlich steigen. Hinzu kommt, dass die Klimastrategie Oslos vorsieht, dass öffentliche Verkehrsmittel, Fuß- und Radverkehr zur Hauptfortbewegungsart werden, was die Schieneninfrastruktur einem ständigen Druck aussetzt.

Das Projekt gilt als strategische Investition, um die Kapazität und Erreichbarkeit des Bahnhofs zu erhöhen und das gesamte Gebiet in ein urbanes Zentrum zu verwandeln, das auf nachhaltige Mobilität ausgerichtet ist. Im Juni startete Bane NOR die Ausschreibung für die Modernisierung der Bahnsteige. Die Umsetzung ist als „Design & Build"-Vertrag mit integrierter Zusammenarbeit geplant, der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen.

In der ersten Phase werden mindestens vier der zehn Bahnsteige modernisiert, um barrierefreie Standards zu erfüllen. Diese Bahnsteige wickeln derzeit rund 70 % des gesamten Fahrgastaufkommens ab. Der Vertrag umfasst zudem Optionen für die Modernisierung der weiteren sechs Bahnsteige sowie ergänzende Arbeiten an Gleisen, Stromversorgungs- und Signalsystemen. Geplant ist auch der Bau einer Eisenbahnschleife, um die Flexibilität des Zugverkehrs zu erhöhen.

Eine der wichtigsten Komponenten des Projekts ist die Vorbereitung der Infrastruktur für den zukünftigen Ausbau der Schienenkapazität. Die Planungsunterlagen sehen Platz für den Bau neuer unterirdischer Eisenbahntunnel und durchgehender Hauptgleise durch den Bahnhof vor. Laut Bane NOR tragen diese Elemente dazu bei, die Anzahl der Züge, die künftig durch Oslo fahren, zu erhöhen und den Bahnhof für die nächsten 150 Jahre in einem optimalen Zustand zu halten. Der Projektvorschlag soll im April 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Das Projekt schafft die Voraussetzungen für den Bau einer neuen unterirdischen Bahnstruktur, die es ermöglichen könnte, die Gleise 14 und 15 in durchgehende Hauptgleise umzuwandeln und damit die betrieblichen Einschränkungen des derzeitigen Kopfbahnhofs zu beseitigen. Gleichzeitig ist geplant, die Bahnsteigzugänge zu modernisieren und die Fahrgastströme neu zu organisieren, einschließlich neuer Eingänge, einer verbesserten Verknüpfung zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln und einer optimierten Fußgängerführung innerhalb und um den Bahnhof.

Das Projekt umfasst auch Investitionen in aktive Mobilität. Geplant sind mindestens 1.000 Fahrradstellplätze, um das Ziel der Osloer Klimastrategie zu unterstützen, die direkten Emissionen bis 2050 um 95 % gegenüber dem Niveau von 2009 zu reduzieren.

Die Umgestaltung des Bahnhofs umfasst auch die Neugestaltung des umliegenden öffentlichen Raums und eine groß angelegte Stadtentwicklung. Die Planung sieht den Bau eines 82 oder 100 Meter hohen Gebäudes vor, das das derzeitige Terminal des Flughafenexpresses (Flytoget) ersetzen und Büro- und Hotelräume mit einer Gesamtbruttogeschossfläche von 42.200 Quadratmetern beherbergen soll. Zwischen dem historischen Ostbahnhof (Østbanen) und dem heutigen Hauptbahnhof sollen Neubauten entstehen, die zusätzliche Kultur-, Hotel- und Büroflächen bieten. Insgesamt sieht das Projekt den Neubau von rund 48.620 Quadratmetern Gebäudefläche vor, davon mindestens 1.000 Quadratmeter für kulturelle Aktivitäten und mindestens 7.500 Quadratmeter öffentlich zugängliche Flächen.

Das Projekt konzentriert sich besonders auf die Neugestaltung des städtischen Raums rund um den Bahnhof, einschließlich der Modernisierung des Christian Frederiks plass, der Wiederherstellung des historischen Paléhagen-Parks sowie der Neugestaltung von Bereichen wie dem Øvre Trafikktorg (Oberer Verkehrsplatz) und der Trelastgata (Holzstraße). Der Umfang des Projekts spiegelt den Trend europäischer Hauptbahnhöfe wider, Infrastrukturentwicklung mit Stadterneuerung und Nachhaltigkeitszielen zu verbinden. Ziel ist es nicht nur, den Bahnhof zu modernisieren, sondern einen Mobilitätsknotenpunkt zu schaffen, der das Wachstum des Schienenverkehrs, die wirtschaftliche Entwicklung und die Klimaziele für die kommenden Jahrzehnte unterstützt.

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