de.wedoany.com-Bericht: Die kanadische Bergbauindustrie setzt kontinuierlich auf Automatisierungssysteme, und die Regulierungsrahmen der Provinzen entwickeln sich entsprechend weiter, um den Anforderungen dieses technologischen Fortschritts gerecht zu werden. Obwohl solche Systeme die Effizienz und Produktivität steigern können, müssen Bergbauunternehmen bei der Einführung von Geräten wie automatischen Lastkraftwagen die sich ständig ändernden regulatorischen und Compliance-Anforderungen in den verschiedenen Provinzen und Gerichtsbarkeiten bewältigen.

Die kanadische Bergbauindustrie hat die Automatisierung als einen Faktor zur Steigerung der Produktionseffizienz betrachtet. Der 2024 von der Global Mining Guidelines Group veröffentlichte Leitfaden zur Implementierung von Automatisierungssystemen im Bergbau weist darauf hin, dass Automatisierung dazu beitragen kann, die Effizienz und Nachhaltigkeit bestimmter Abbaumethoden zu verbessern. Aktuelle Schätzungen zeigen, dass derzeit weniger als 3 % der mobilen Bergbauausrüstung automatisiert sind, dieser Anteil wird jedoch voraussichtlich steigen. Viele Originalgerätehersteller bieten der Bergbauindustrie Automatisierungslösungen an, darunter für Muldenkipper, Lader und Bohrmaschinen (CS Group/Mining Sector, Positionspapier: Evolution der Bergbauindustrie durch Automatisierungssysteme, 2025). Der Hauptvorteil von Automatisierungssystemen liegt in der Reduzierung der Anwesenheit von Personal in Gefahrenbereichen bei gleichzeitiger Steigerung der Produktionseffizienz. Die Gewährleistung der Systemsicherheit bleibt jedoch eine vorrangige Überlegung für Bergbaubetreiber und staatliche Aufsichtsbehörden und umfasst sich ändernde Risiken wie Cybersicherheit und Datenschutz, Systemkonfiguration und -zuverlässigkeit sowie neuartige Mensch-Maschine-Interaktionen.
Die bestehenden Regulierungssysteme sind weitgehend auf manuell bediente Geräte ausgelegt, und ihre Anforderungen an Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz können mit den Funktionen des automatisierten Betriebs in Konflikt geraten. Beispielsweise sind Vorschriften, die sich auf Fahrer beziehen, möglicherweise nicht direkt auf autonome Fahrzeuge anwendbar, bei denen die traditionelle Fahrerrolle durch automatische Steuerungssysteme ersetzt wird, was zusätzliche Überlegungen erfordert.
British Columbia hat mit dem Health, Safety and Reclamation Code for Mines in British Columbia einen Regulierungsrahmen für den automatisierten Bergbau geschaffen. Abschnitt 6.18.3 dieses Kodex verlangt, dass Bergbaubetriebe vor der Verwendung automatischer oder halbautomatischer mobiler Geräte dem vom Minister für Bergbau und kritische Mineralien ernannten Chief Inspector of Mines einen Plan für das Management automatisierter Bergbauprojekte (AMPMP) vorlegen. Dieser Plan muss sichere Arbeitsverfahren für das Betreten automatisierter Bereiche, das Freiräumen und Wiederanfahren sowie das Umschalten zwischen automatischem und manuellem Modus umfassen. Personen, die Anweisungen in das Automatisierungssystem eingeben, müssen den sicheren Betrieb gewährleisten, und das System muss die vollständige Kontrolle über die Geräte haben.
Jeder AMPMP muss von einem qualifizierten Fachmann erstellt werden und eine umfassende Risikobewertung, einen Gesundheits- und Sicherheitsplan, Projektmeilensteine, eine Beschreibung der Systemfunktionen, einen Inbetriebnahmeplan, Wartungs- und Inspektionsverfahren, einen Schulungsplan sowie Notfallmaßnahmen enthalten. Das Büro des Chief Inspector leitet den Überprüfungsprozess, benennt einen Projektmanager, und ein Beratungsausschuss aus Fachexperten der Abteilung bewertet die Anträge. Wesentliche Änderungen im Betrieb, wie die Einführung neuer Automatisierungstechnologien, der Wechsel des Systemherstellers oder der Übergang von isoliertem zu gemischtem Betrieb, erfordern die Einreichung eines aktualisierten AMPMP. Der vom Unterausschuss für neue Technologien und Automatisierung erstellte Leitfaden für sicheren mobilen automatisierten Bergbau in BC (B.C. Guideline for Safe Mobile Autonomous Mining) bietet Anleitung für den Einreichungsprozess und verweist auf die internationalen Normen ISO 17757 (Sicherheit von automatischen und halbautomatischen Maschinensystemen) und ISO 12100 (Risikobeurteilung und Risikominderung für Maschinen), die Unternehmen bei der Systemauslegung berücksichtigen können.
BC verfügt derzeit über das umfassendste Regulierungssystem für automatisierte Bergbautechnologie, aber auch andere Provinzen wie Alberta und Ontario ziehen nach. Die Implementierung automatisierter Bergbautechnologie in Alberta bedarf der Genehmigung des Direktors der provincialen Arbeitssicherheits- und Gesundheitsvorschriften. Ontario hat noch keine separate Regulierung für Automatisierung, sondern wendet allgemeine Pflichten und kürzlich modernisierte Bestimmungen des Occupational Health and Safety Act an. Daher sollten Unternehmen, die im Bergbau in Ontario tätig sind, proaktiv mit dem Ministerium für Arbeit, Einwanderung, Ausbildung und Kompetenzentwicklung kommunizieren, um zu klären, wie die bestehenden Anforderungen auf ihren automatisierten Betrieb zutreffen, und um zukünftige regulatorische Entwicklungen vorherzusehen.
Unternehmen, die in Kanada im Bereich Mineralexploration und -entwicklung tätig sind, sollten sich bewusst sein, dass die bestehenden Regulierungsrahmen möglicherweise nicht vollständig auf ihre Pläne für Automatisierungssysteme zugeschnitten sind. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit den Regierungsbehörden kann helfen, die regulatorischen Anforderungen zu verstehen und Compliance-Lücken zu identifizieren. Mit dem weiteren Fortschritt der automatisierten Bergbautechnologie könnten die kanadischen Aufsichtsbehörden beginnen, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu modernisieren, um die Arbeitssicherheit und die Einhaltung von Umweltauflagen zu gewährleisten.
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