Virgin Atlantic überträgt Sportereignisse live via Starlink auf A350 – Internetgeschwindigkeit erreicht 120 Mbit/s
2026-06-29 10:28
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Virgin Atlantic hat mithilfe des Starlink-Satellitennetzwerks in niedriger Erdumlaufbahn von SpaceX auf seinen neu ausgestatteten Airbus A350-Flugzeugen erfolgreich Live-Übertragungen von Sportereignissen realisiert. Tests ergaben eine Bord-WLAN-Geschwindigkeit von bis zu 120 Mbit/s, die eine stabile Übertragung von HD-Videostreams ohne Pufferung oder Verzögerungen ermöglicht. Der Dienst befindet sich derzeit in der Pilotphase und steht nur auf ausgewählten A350-Flügen wie der „Fearless Lady“ zur Verfügung. Die Fluggesellschaft plant jedoch, bis 2027 die gesamte Flotte abzudecken, wobei die Boeing 787 und der A330neo später folgen sollen.

Ein Laptop auf dem Schoß während des Fluges, auf dem Bildschirm ein WM-Spiel, daneben ein am Flughafen geparktes Flugzeug

Das Starlink-System unterscheidet sich von den bisher für Bord-WLAN genutzten geostationären Satelliten in etwa 22.000 Meilen Höhe über dem Äquator. Seine Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn befinden sich in mehreren hundert Meilen Höhe, was die Signalumlaufzeit erheblich verkürzt und die Latenz reduziert. Virgin Atlantic ist die erste britische Fluggesellschaft, die Starlink in ihrer A350-Flotte einführt. Um die Netzwerkkapazität zu testen, streamte das Unternehmen im Mai dieses Jahres über Starlink einen gesamten Auftritt der Sugababes sowie eine Fragerunde mit dem Publikum aus der Upper Class (Business Class).

Drei Smartphones auf grauem Hintergrund, die die Starlink-Verbindung von Virgin Atlantic anzeigen

Bei einem tatsächlichen Flugtest auf einem Flug von Orlando nach London Heathrow verfolgten Passagiere die Live-Übertragungen der Spiele Uruguay gegen Kap Verde und Ägypten gegen Neuseeland. Das Bild blieb während des gesamten Fluges klar, selbst in Turbulenzen gab es keine Auflösungsabfälle oder Pufferungen. Bei den Messungen erreichte ein einzelnes iPad eine Downloadgeschwindigkeit von bis zu 120 Mbit/s. Obwohl die theoretische Gesamtkapazität des Starlink-Luftfahrtprodukts bei „1 Gbit/s“ liegt, wird diese von zwei Antennen mit jeweils 500 Mbit/s bereitgestellt und von der gesamten Maschine gemeinsam genutzt – es handelt sich nicht um eine garantierte Mindestbandbreite pro Passagier. Dieser Wert liegt nahezu doppelt so hoch wie die Breitbandgeschwindigkeit in manchen ländlichen Haushalten.

Smartphone auf grauem Hintergrund, das einen Geschwindigkeitstest anzeigt

Eine Person schaut über Starlink auf einem Virgin Atlantic-Flug die WM

Der von Virgin Atlantic angebotene Bord-WLAN-Dienst ist für alle Kabinenklassen kostenlos, jedoch müssen Passagiere Mitglied des Virgin Flying Club sein, um sich anzumelden. Während des Verbindungsaufbaus traten bei einigen Nutzern Verzögerungen bei der Anmeldeaufforderung auf, die durch mehrmaliges Ein- und Ausschalten der WLAN-Funktion des Geräts behoben werden konnten.

Das Starlink-Satellitennetzwerk wird derzeit schrittweise auf mehrere Fluggesellschaften ausgeweitet, darunter United Airlines, Hawaiian Airlines, Qatar Airways, Air France, WestJet, Alaska Airlines, Japan Airlines und Zipair. Auch die International Airlines Group (IAG, Muttergesellschaft von British Airways) hat eine Vereinbarung unterzeichnet, ab 2026 Starlink-Systeme auf über 500 Flugzeugen zu installieren. Die vergleichbare Downloadgeschwindigkeit bei Qatar Airways liegt bereits bei über 200 Mbit/s. Gleichzeitig soll das konkurrierende Netzwerk in niedriger Erdumlaufbahn „Project Leo“ von Amazon im nächsten Jahr bei JetBlue in Betrieb gehen. Amazon hat bereits über 350 Satelliten gestartet, die geplante Gesamtzahl beträgt mehr als 3.200. Starlink verfügt derzeit über mehr als 10.000 Satelliten im Orbit, das endgültige Ziel der „Megakonstellation“ liegt bei 42.000 Satelliten. Die HBCplus-Plattform von Airbus ermöglicht es Fluggesellschaften, den Anbieter zu wechseln, ohne die Hardware ausbauen zu müssen – dieser technologische Wettbewerb könnte sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln.

Die visuelle Qualität der Bord-Live-Übertragungen von Sportereignissen hängt von der Infrastruktur des Übertragungsveranstalters ab. Im Fall dieser Live-Übertragung wurde das Bildmaterial bereits vor Erreichen der 10.000 Meter Höhe über die Infrastruktur von Lenovo verarbeitet. Diese Technologie ist nicht nur für Fußball geeignet, sondern könnte theoretisch auch Live-Übertragungen von Turnieren wie Wimbledon, der Formel 1 oder Golf-Majors ermöglichen.

Kontrollraum des International Broadcast Centre der FIFA

Eine Person schaut über Starlink auf einem Virgin Atlantic-Flug die WM

In der Praxis berichteten Passagiere, dass es derzeit nicht möglich ist, die Live-Übertragung auf die großen Bildschirme an den Rückenlehnen zu spiegeln oder eine iPad-Bildschirmspiegelung durchzuführen. Virgin Atlantic bestätigte, dass diese Funktion noch nicht verfügbar ist, aber zu den zukünftig geplanten Funktionen gehört. Insgesamt war der Versuch, Sportereignisse live an Bord zu übertragen, erfolgreich – die Technologie ermöglichte ein nahtloses Echtzeit-Seherlebnis.

Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.

E-Mail: news@wedoany.com