Staatsduma verabschiedet mehrere Änderungsgesetze zu Landwirtschaft und Fischerei
2026-06-29 14:47
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de.wedoany.com-Bericht: Die russische Staatsduma hat am Mittwoch in dritter Lesung mehrere Gesetzesnovellen verabschiedet, die die Befugnisse des Landwirtschaftsministeriums bei der Regulierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln erweitern. Das Ministerium wird künftig berechtigt sein, eine Liste von Kulturen festzulegen, für die bereits registrierte Pestizide verwendet werden dürfen, sowie deren Anwendungsmerkmale zu bestimmen. Das neue Gesetz tritt am 1. September 2027 in Kraft. Bisher war für jede Kultur ein separates, kostspieliges Registrierungsverfahren erforderlich, was zu einem erheblichen Mangel an zugelassenen Pflanzenschutzmitteln führte. Der neue Mechanismus erlaubt die Verwendung bereits registrierter Mittel auf Kulturen, die in einer speziellen Liste des Ministeriums aufgeführt sind, ohne dass die Vorschriften erneut geprüft werden müssen. Dies trägt dazu bei, die Verwendung von Fälschungen zu reduzieren und das Auswahlverfahren für Mittel zu vereinfachen.

Fotografie: Alexander Plonski / „Agroexpert“

Die Staatsduma verabschiedete gleichzeitig ein weiteres Gesetz, das das russische Landwirtschaftsministerium ermächtigt, nach Konsultation mit dem Ministerium für natürliche Ressourcen die Berechnungsmethode für Schäden an landwirtschaftlichen Flächen zu genehmigen. Das Dokument bezieht die Untersuchungsdaten von Bundesbehörden, juristischen Personen, Einzelunternehmern und akkreditierten Laboren in das nationale System zur Erfassung des Bodenfruchtbarkeitszustands ein. Das Gesetz tritt ebenfalls am 1. September 2027 in Kraft. Die neuen Regelungen bedeuten, dass die nationale Fruchtbarkeitserfassung nicht nur Daten offizieller Stellen, sondern auch Testergebnisse akkreditierter privater Labore, juristischer Personen und Einzelunternehmer umfasst. Für ehrliche Landwirte erhalten ihre selbst durchgeführten Bodenuntersuchungen rechtliche Gültigkeit im nationalen Erfassungssystem; für Verstöße hingegen werden Schäden leichter erkennbar und nachweisbar, was zu hohen Geldstrafen und Verlusten führen kann.

In erster Lesung stimmten die Abgeordneten für die Novelle des Bundesgesetzes „Über die Fischerei und den Schutz der aquatischen biologischen Ressourcen“. Der Vorschlag zielt darauf ab, das Verfahren zur Festlegung der Grenzen von Fischereigebieten zu verbessern und die Verpflichtungen zur künstlichen Vermehrung aquatischer biologischer Ressourcen zu präzisieren. Sollte der Gesetzentwurf endgültig verabschiedet werden, tritt er am 1. September 2027 in Kraft. Klare Grenzen werden die Zahl der administrativen und territorialen Streitigkeiten zwischen den Nutzern verringern, vorhersehbarere Bedingungen für die langfristige Finanzplanung schaffen und gleichzeitig die Umwelt- und Wirtschaftslasten einiger Unternehmen reduzieren. Dies ermöglicht es den Unternehmen, die Kosten für die Erfüllung ihrer Verpflichtungen genauer zu berechnen, was angesichts der hohen Verschuldung in der Branche besonders wichtig ist.

In dieser Woche verabschiedete die Staatsduma in erster Lesung auch einen Gesetzentwurf, der die außergerichtliche Sperrung gefährlicher Konsumgüter mithilfe des Kennzeichnungssystems „Ehrliches Zeichen“ („Tschestny snak“) erlaubt. Die Initiatoren sind der Ansicht, dass dieses Verfahren das Risiko von Massenvergiftungen schneller verhindern kann. Das Zentrum für die Entwicklung fortschrittlicher Technologien, das als Betreiber dieses Systems fungiert, erklärte, dass der russische Verbraucherschutzdienst (Rospotrebnadsor) nach Verabschiedung des Gesetzes gefährliche Waren außergerichtlich und notfallmäßig vom Verkauf ausschließen könne, ohne ein Gerichtsverfahren durchlaufen zu müssen. Das Kennzeichnungssystem werde die Einschränkung automatisch umsetzen, die Teilnehmer des Warenverkehrs über die Gefährlichkeit des Produkts informieren und dessen Verkauf an Endverbraucher beschränken. Das System hilft den Strafverfolgungsbehörden, schneller auf gefälschte und gefährliche Produkte zu reagieren, und verhindert, dass unseriöse Verkäufer auf dem Markt bleiben können, wodurch der Markt bereinigt wird.

Letzte Woche reichten Abgeordnete einen Gesetzesentwurf ein, der die Verwendung von Pestiziden erlaubt, deren staatliche Registrierung abgelaufen ist, bis zum Ende ihrer Haltbarkeitsdauer. Die Initiatoren erklärten, dies werde die staatliche Regulierung im Bereich der sicheren Handhabung von Pestiziden und Agrochemikalien verbessern. Derzeit beträgt die Gültigkeitsdauer der Einträge im Pestizidregister in der Regel 10 Jahre, in einigen Fällen 3 Jahre. Nach Ablauf der Gültigkeitsdauer des Eintrags müssen die bereits hergestellten Produkte vollständig aus dem Verkehr gezogen und als Abfall entsorgt oder unschädlich gemacht werden. Sollte der Gesetzesentwurf in dritter Lesung verabschiedet werden, tritt die Novelle am 1. März 2027 in Kraft. Das geltende Recht verlangt von Unternehmen, legale und wirksame Präparate unmittelbar nach Ablauf der Registrierung zu entsorgen, selbst wenn deren Haltbarkeitsdauer noch nicht abgelaufen ist und die Qualität einwandfrei ist. Dies verursacht enorme wirtschaftliche Verluste und zusätzlichen Abfall. Mit der Verabschiedung des neuen Gesetzes könnten von landwirtschaftlichen Holding-Unternehmen hergestellte Präparate bis zum Ende ihrer tatsächlichen Haltbarkeitsdauer in Verkehr bleiben. Die Unternehmen könnten ihre Lagerbestände behalten, die Entsorgungskosten senken, das Risiko von Engpässen verringern und so ihre finanzielle Belastung reduzieren.

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