Polnische Zementindustrie fordert EU zu Importkontrollen und Unterstützung bei Energiekosten auf
2026-06-29 16:10
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de.wedoany.com-Bericht: Die polnische Zementindustrie steht unter dem mehrfachen Druck von Produktionsrückgängen, steigenden Importen sowie hohen Energie- und CO₂-Kosten. Branchenverbände fordern die Regierung zu systemischen politischen Eingriffen auf, darunter direkte finanzielle Unterstützung zur Stabilisierung der Energiekosten, die Einführung eines strengeren CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) sowie die Schaffung von Vorschriften, die fairen Wettbewerb zwischen heimischen Unternehmen und Importprodukten aus Regionen mit laxeren Umweltstandards gewährleisten.

Nach Prognosen der polnischen Zementindustrie wird die inländische Zementproduktion im Jahr 2026 voraussichtlich um etwa 2 % im Vergleich zum Vorjahr auf 16,8 Millionen Tonnen sinken. Gleichzeitig wachsen die Zementimporte weiter an. Im Jahr 2025 erreichten die polnischen Zementimporte bereits 1,73 Millionen Tonnen und überschritten damit erstmals 10 % des inländischen Gesamtverbrauchs. Haupttreiber des Importwachstums ist die Ukraine, die aufgrund niedrigerer Energie- und CO₂-Kosten den polnischen Heimatmarkt erheblich beeinträchtigt.

Der polnische Zementverband (SPC) hat offiziell die Einführung von Zollkontingenten für Zement aus der Ukraine gefordert und die Europäische Kommission aufgefordert, den Mechanismus zur Kompensation indirekter Kosten des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) auf die Zementindustrie auszuweiten, um den Kostendruck durch steigende Energiepreise zu mildern. Derzeit machen die Energiekosten bereits über 35 % der Zementproduktionskosten aus.

Die CO₂-Kosten stellen eine weitere erhebliche Belastung für polnische Zementunternehmen dar. Im Mai 2026 stieg der Preis für CO₂-Emissionszertifikate im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) auf 80 Euro pro Tonne und erreichte damit ein mehrmonatiges Hoch. Der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU (CBAM) soll 2026 vollständig umgesetzt werden, doch die polnische Zementindustrie ist der Ansicht, dass dieser Mechanismus in der Anfangsphase nicht ausreicht, um den Importanstieg wirksam einzudämmen, und fordert vorher strengere vorläufige Kontrollmaßnahmen.

Im Branchenkontext ist Polen ein wichtiger Zementproduzent in Mitteleuropa, und die Zementindustrie spielt eine entscheidende unterstützende Rolle für den inländischen Infrastrukturbau und die Immobilienentwicklung. In den letzten Jahren stellen die kontinuierliche Weiterentwicklung der EU-Klimapolitik und die globalen Schwankungen der Energiepreise eine anhaltende Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien in Europa dar. Der jetzige Appell der polnischen Zementindustrie spiegelt den Überlebensdruck und die politischen Forderungen wider, denen traditionelle energieintensive Industrien in den EU-Mitgliedstaaten bei der Förderung der grünen Transformation ausgesetzt sind. Branchenverbände erklären, dass nur durch systemische politische Eingriffe sichergestellt werden könne, dass heimische Zementunternehmen in einem fairen Marktumfeld wettbewerbsfähig blieben.

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