de.wedoany.com-Bericht: Zentralafrikanische Republik führt Gespräche mit Frankreich über eine Zusammenarbeit im digitalen Bereich, um ihren digitalen Transformationsprozess zu beschleunigen. Auf einer Sitzung am 26. Juni erörterte der zentralafrikanische Minister für digitale Wirtschaft, Post und Telekommunikation, Roger Andjalandji, mit einer von Frankreichs Botschafter in der Zentralafrikanischen Republik, Bruno Foucher, angeführten Delegation die Möglichkeiten. Ein Schwerpunkt der vorgeschlagenen Zusammenarbeit ist die Stärkung des Humankapitals, mit geplanten Schulungen für junge Unternehmer und Start-up-Gründer in der Zentralafrikanischen Republik.

Efi Frager, Leiterin der regionalen Wirtschaftsabteilung in Yaoundé, erklärte, dass Frankreich die Zentralafrikanische Republik bei der Entwicklung dieses strategischen Sektors unterstützen werde.
In den Bereichen Infrastruktur, Konnektivität, Dienstnutzung und digitale Verwaltung hinkt die Zentralafrikanische Republik stark hinterher. Laut dem „Mobile Connectivity Index“ der GSM Association (GSMA) deckten 2024 2G- und 3G-Netze etwa 60 % der Bevölkerung ab, während der kommerzielle 4G-Start erst 2025 erfolgte und der Ausbau noch im Gange ist. Die Nutzung digitaler Dienste ist begrenzt; offiziellen Daten zufolge nutzen etwa 70 % der Bevölkerung kein Internet. Daten der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) von 2024 zeigen eine Internetverbreitung von nur 13,8 % und eine Mobiltelefonverbreitung von 39,8 %.
Die geografische Binnenlage ist ein weiteres Haupthindernis. Seit Jahren verfügt die Zentralafrikanische Republik über keine direkte Landverbindung zu internationalen Glasfasernetzen und ist hauptsächlich auf Satellitenverbindungen angewiesen. Eine 2020 von der Weltbank (World Bank) veröffentlichte Studie wies darauf hin, dass diese Abhängigkeit den Wettbewerb zwischen den Betreibern einschränkt, hohe Kosten aufrechterhält und den Markt für private Investoren weniger attraktiv macht. Das Land ist nun mit den Netzen Kameruns und der Republik Kongo verbunden; weitere regionale Vernetzungen werden geprüft.
Auch bei der digitalen Verwaltungstransformation hinkt die Zentralafrikanische Republik stark hinterher. Laut dem E-Government Development Index (EGDI) der Vereinten Nationen belegte das Land 2024 den 193. und damit letzten Platz weltweit mit einem Wert von 0,0947 (von maximal 1), weit unter dem afrikanischen Durchschnitt (0,4247) und dem globalen Durchschnitt (0,6382). Auch im Bereich Cybersicherheit befindet sich das Land auf der schwächsten Stufe des globalen ITU-Index.
Frankreich verfügt über starke Fähigkeiten im digitalen Bereich. Laut ITU-Daten betrug die 4G-Abdeckung in Frankreich 2024 99 %, die 5G-Abdeckung 2023 93 %; die Internetverbreitung lag bei 88,7 %, die Mobiltelefonverbreitung bei 95,9 %. Frankreich erreichte einen EGDI-Wert von 0,8744 (von maximal 1) und belegte global den 34. Platz; im Bereich Cybersicherheit zählt es im globalen ITU-Index zu den „Vorbildländern“. Das Land verfügt zudem über große Unternehmen wie Orange, Capgemini, Thales, OVHcloud sowie ein aktives Start-up-Netzwerk, das durch die French-Tech-Politik unterstützt wird. Im „Startup Ecosystem Report 2026“ von StartupBlink belegt Frankreich global den 11. Platz. Unternehmen wie Doctolib, Mistral AI, Qonto und Contentsquare haben erfolgreich den Unicorn-Status erreicht. Die konkreten Richtungen der digitalen Zusammenarbeit zwischen der Zentralafrikanischen Republik und Frankreich wurden noch nicht offiziell bekannt gegeben.









