de.wedoany.com-Bericht: Kanada wird voraussichtlich vor dem NATO-Gipfel nächste Woche den bevorzugten Bieter für ein U-Boot-Beschaffungsprogramm im Wert von bis zu 60 Billionen Won bekannt geben. Hanwha Ocean befindet sich im Endspurt und betont die Zusammenarbeit mit über 80 kanadischen Unternehmen sowie die erwarteten wirtschaftlichen Vorteile, darunter die Schaffung von rund 25.000 Arbeitsplätzen pro Jahr und einen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt von über 120 Milliarden US-Dollar.

Der größte private Rundfunksender Kanadas, CTV, berichtete am 29. Juni Ortszeit, dass Premierminister Mark Carney voraussichtlich vor seiner Abreise am 7. Juli zum NATO-Gipfel in Ankara, Türkei, den Zuschlag bekannt geben werde. Carney hatte zuvor erklärt, dass die Entscheidung etwa zur Jahresmitte fallen werde.
Das Canadian Patrol Submarine Project (CPSP) zielt darauf ab, die veralteten U-Boote der Victoria-Klasse durch bis zu 12 dieselelektrische U-Boote zu ersetzen. Inklusive Baukosten sowie Wartungs-, Reparatur- und Überholungskosten (Maintenance, Repair and Overhaul, MRO) über 30 bis 50 Jahre nach der Auslieferung wird der Gesamtwert des Projekts auf bis zu 60 Billionen Won geschätzt.
Die MRO-Fähigkeit wird voraussichtlich ein entscheidender Faktor für die Vergabe sein. Gemäß den von der kanadischen Investitionsbehörde für Verteidigung veröffentlichten Bewertungskriterien macht MRO 50 % des Bewertungsgewichts aus, gefolgt von der U-Boot-Plattform mit 20 %, der Finanzierung mit 15 % und der strategischen und wirtschaftlichen Partnerschaft mit 15 %. Diese Gewichtung betont stärker die lebenslange Unterstützung über Jahrzehnte als die Leistungsfähigkeit der U-Boote selbst. Die Behörde wies die Bieter zudem an, dass eine Maximierung der Beteiligung der kanadischen Industrie die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Angebote erhöhen werde.
Hanwha Ocean betreibt aktiv lokales Marketing und betont, dass seine KSS-III-U-Boote bereits im Dienst sind. Das Unternehmen gibt an, das erste U-Boot bis 2032 ausliefern und die gesamte Lieferung aller 12 Boote bis 2043 abschließen zu können.
Da die kanadische Regierung Wert auf Beiträge zur heimischen Industrie legt, hat Hanwha Ocean die Zusammenarbeit mit kanadischen Unternehmen ausgeweitet, um die wirtschaftlichen Auswirkungen seines Angebots zu verstärken. Laut einer Wirtschaftsanalyse von KPMG würde ein Zuschlag für Hanwha Ocean zwischen 2026 und 2044 landesweit 503.000 Arbeitsjahre (entspricht rund 25.000 Stellen pro Jahr) schaffen und einen Beitrag zum BIP von über 120 Milliarden US-Dollar leisten. Der Bericht schätzt die Schaffung von 201.200 Arbeitsjahren in Québec, 88.000 in Alberta, 83.000 in Nova Scotia, 60.000 in Ontario und 49.200 in British Columbia.
Deutschlands thyssenkrupp Marine Systems (tkms) hat für Kanada das U-Boot vom Typ 212CD vorgeschlagen. Das Unternehmen gibt an, bis 2035 vier U-Boote ausliefern zu können, und betont gleichzeitig die Interoperabilität unter NATO-Verbündeten sowie sein globales MRO-Netzwerk in Europa, Indien und Singapur.
Das kanadische Verteidigungsministerium hat die Möglichkeit einer Aufteilung des Auftrags auf zwei Bieter ausgeschlossen. Verteidigungsminister David McGuinty erklärte, eine Aufteilung der Flotte würde zu Mehrfachkosten führen, und die Wartung und Unterstützung von zwei verschiedenen Flotten würde eine größere operative Komplexität verursachen.
Analysten weisen darauf hin, dass geopolitische Erwägungen die endgültige Entscheidung ebenfalls beeinflussen könnten. Die Wahl von Hanwha Ocean würde Kanadas stärkeres Engagement für seine Indo-Pazifik-Strategie signalisieren, während die Wahl von thyssenkrupp Marine Systems den traditionellen Zusammenhalt des NATO-Bündnisses unterstreichen würde. Die kanadische Regierung plant, nach der Auswahl des bevorzugten Bieters bis 2028 einen endgültigen Vertrag zu unterzeichnen.









