Irlands 2,7 Milliarden Euro teurer Nationaler Breitbandplan steigert ländliche Internetgeschwindigkeit um das 13,5-fache
2026-07-02 10:42
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de.wedoany.com-Bericht: Der irische Nationale Breitbandplan (National Broadband Plan, NBP) mit einem Budget von 2,7 Milliarden Euro (ca. 3,1 Milliarden US-Dollar) verändert die Internetanbindung im ländlichen Raum grundlegend. Eine Analyse von Ookla bestätigt, dass diese staatlich geförderte Investition die Breitbandgeschwindigkeit wirksam erhöht und die digitale Kluft im Land verringert hat.

Zufriedenheit der Nutzer mit Hochgeschwindigkeitsinternet

Seit dem Start des Projekts im November 2019 hat National Broadband Ireland (NBI) bereits über 490.000 Standorte erschlossen, was 87 % des geplanten Ausbauziels von 566.000 Haushalten und Unternehmen entspricht. Dieses reine Großhandels-Glasfasernetz erstreckt sich über das gesamte Planungsgebiet und zählt zu den größten ländlichen Breitband-Infrastruktur-Investitionsprojekten Europas.

Die Downloadgeschwindigkeit im Interventionsgebiet stieg von 11,60 Mbit/s im Jahr 2019 auf 156,99 Mbit/s Mitte 2026 – eine Steigerung um das 13,5-fache. Die Uploadgeschwindigkeit erhöhte sich von 4,67 Mbit/s auf 49,48 Mbit/s. Die XGS-PON-Glasfasertechnologie, die Breitbanddienste mit 10 Gbit/s ermöglicht, ist der Schlüssel zu dieser Geschwindigkeitssteigerung.

Das Breitbandprojekt wird durch staatliche Zuschüsse mit einer Obergrenze von 2,7 Milliarden Euro finanziert, bestehend aus 2,1 Milliarden Euro Basisinvestition, 500 Millionen Euro Reservefonds und 100 Millionen Euro Mehrwertsteuerzuschuss. Für den Glasfaserausbau in den dünn besiedelten ländlichen Gebieten Irlands müssen über 100.000 Kilometer Glasfaserinfrastruktur verlegt werden, wobei auf jeden Kilometer weniger als sechs Standorte entfallen. Offiziellen Schätzungen zufolge liegen die staatlichen Zuschüsse pro Standort zwischen 3.569 und 3.946 Euro, wobei die Obergrenze bei fast 4.800 Euro pro Anschluss liegt.

Im Gegensatz zu vielen europäischen Ausbauprojekten, die auf älterer GPON-Technologie basieren, setzt das irische Netz auf die Nokia XGS-PON-Technologie, die Dienste mit 10 Gbit/s ermöglicht. Die Einzelhandelsanbieter starteten zunächst mit 500 Mbit/s-Breitband, führten im Januar 2022 2 Gbit/s-Dienste ein, und auf dem Markt sind inzwischen Produkte mit 5 Gbit/s erhältlich.

Die Analyse zeigt, dass sich die Breitbandleistung nahezu sofort verbessert, sobald Glasfaser verfügbar ist. In den fast zwei Jahren vor der Aktivierung des Dienstes lag die Downloadgeschwindigkeit bei etwa 27 Mbit/s; innerhalb von 12 Monaten nach dem Ausbau stieg sie auf über 150 Mbit/s – eine Steigerung um das 5,7-fache. Ein Vergleich der Anschlüsse vor und nach dem Ausbau in denselben Haushalten ergab eine Verbesserung der Breitbandleistung um das 10,3-fache. Bis Mitte 2026 erreichte die Downloadgeschwindigkeit 156,99 Mbit/s, die Uploadgeschwindigkeit stieg auf 49,48 Mbit/s. Der Anteil der Haushalte mit weniger als 30 Mbit/s sank von 84 % auf 14 %, 62 % der Anschlüsse erreichten über 100 Mbit/s, und etwa 25 % lagen bei über 300 Mbit/s.

Die digitale Kluft zwischen Stadt und Land in Irland hat sich ebenfalls deutlich verringert. Im Jahr 2019 war die Downloadgeschwindigkeit in der Stadt 4,8-mal höher als auf dem Land, doch bis 2026 sank dieser Unterschied auf nur noch das 1,6-fache. Die ländliche Uploadgeschwindigkeit übertrifft inzwischen sogar leicht die städtische Breitbandleistung, was die Vorteile der modernen Glasfaserinfrastruktur widerspiegelt. NBI berichtet, dass die durchschnittliche Kundenakzeptanzrate in den abgeschlossenen Gebieten bei etwa 37 % liegt, in Gebieten mit der längsten Glasfaserverfügbarkeit sogar bei über 60 %.

Die Studie unterstreicht auch die wichtige Rolle der Breitbandhardware für das Kundenerlebnis. Bis zum zweiten Quartal 2026 hatte Digiweb etwa 70 % seiner installierten Geräte auf Wi-Fi 6 oder höher aufgerüstet, Vodafone erreichte eine Akzeptanzrate von 40 %. Im gleichen Zeitraum überschritt Eir die 50 %-Marke, während Sky noch bei 73 % seiner Kunden ältere Wi-Fi-5-Geräte einsetzte, was trotz identischer Glasfaserinfrastruktur die erreichbaren Geschwindigkeiten im Haushalt einschränkte.

Die Forschung zeigt auch die Auswirkungen des Glasfaserausbaus auf die Nachfrage nach Satellitenbreitband. In ländlichen Gebieten, die noch auf Glasfaser warten, machte Starlink bis Mitte 2026 14,3 % der Testgeräte für Festnetzbreitband aus. In Gemeinden, die seit 2021 und 2022 an das NBI-Glasfasernetz angeschlossen sind, blieb der Anteil von Starlink jedoch fünf Jahre lang unter 2 %, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage nach Satellitenbreitband bei Verfügbarkeit von Hochgeschwindigkeitsglasfaser praktisch verschwindet.

Bei der Leistung der Betreiber lag Digiweb bei der Wi-Fi-Modernisierung vorn: Bis zum zweiten Quartal 2026 nutzten 70 % seines Kundenstamms Wi-Fi-6- oder neuere Router, womit das Unternehmen etwa ein Jahr früher als die großen Wettbewerber eine 50 %-Akzeptanzrate erreichte. Eir überschritt im zweiten Quartal 2026 die 50 %-Marke bei der Wi-Fi-6-Akzeptanz. Vodafone hielt die Wi-Fi-6-Akzeptanzrate zwischen 2022 und 2024 bei etwa 11 % und steigerte sie bis zum zweiten Quartal 2026 auf 40 %. Sky hinkte bei der Aufrüstung der Kundengeräte hinterher: Bis zum zweiten Quartal 2026 waren 73 % der installierten Geräte noch auf Wi-Fi-5-Router angewiesen. Der Bericht weist zudem darauf hin, dass Sky in der Vergangenheit einen Teil des Datenverkehrs über Großbritannien leitete, was zu höheren Anwendungslatenzen und gelegentlichen IP-Geolokalisierungsproblemen führte. Alle Betreiber nutzen dieselbe 10-Gbit/s-Nokia-XGS-PON-Infrastruktur von National Broadband Ireland, doch das Kundenerlebnis hängt zunehmend von den Router-Upgrades, der Heim-Wi-Fi-Technologie und dem Kernnetzdesign jedes einzelnen Einzelhandelsanbieters ab.

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