Deutsches Startup Stenon erhält 18 Millionen Euro für den Ausbau der Bodenanalyse in Brasilien
2026-07-02 10:53
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de.wedoany.com-Bericht: Das deutsche Startup Stenon hat in einer Serie-B-Finanzierungsrunde 18 Millionen Euro (nach aktuellem Wechselkurs etwa 106 Millionen Brasilianische Real) eingeworben. Die Mittel sollen für die globale Skalierung der Echtzeit-Bodenanalysetechnologie verwendet werden, wobei Brasilien im Zentrum dieser Strategie steht. Der CEO und Gründer Niels Grabbert erklärte, dass in Brasilien das lokale Team erweitert, die Entwicklung neuer Produkte beschleunigt und der Anwendungsbereich der Technologie ausgebaut werden soll, insbesondere im Bereich des Stickstoffdüngermanagements – einem der kostenintensivsten und strategisch wichtigsten Betriebsmittel in der modernen Landwirtschaft.

Deutsches Startup Stenon erhält 100 Millionen Real für den Ausbau der Echtzeit-Bodenanalyse mit Fokus auf Brasilien

Stenon ist vor etwa drei Jahren durch eine Partnerschaft mit Lavoro in den brasilianischen Markt eingetreten und hat Brasilien seitdem als wichtigstes Schaufenster für seine Technologie genutzt. Im vergangenen September verdoppelte das Unternehmen seine lokalen Einnahmen zwischen 2023 und 2025 und hat weltweit bereits 7 Millionen Acres (etwa 2,8 Millionen Hektar) analysiert.

In Brasilien umfassten die Hauptkulturen in den letzten Jahren Mais, Baumwolle, Zuckerrohr, Hülsenfrüchte und Kaffee. Das Unternehmen bedient mittlere bis große Betriebe und sucht nach weiteren Feldpartnern, um die Abdeckung auf kleine und mittlere Betriebe auszuweiten. Das Produkt FarmLab ist ein Gerät zur chemischen Echtzeit-Bodenanalyse, das künstliche Intelligenz und intuitive Software nutzt.

Das Geschäftsmodell von Stenon kombiniert drei Aspekte: den Verkauf von Messgeräten inklusive Softwareplattform; die direkte Erbringung von Messdienstleistungen auf dem Feld, sodass Kunden keine Geräte kaufen müssen; sowie Beratungsdienstleistungen für das Stickstoffdüngermanagement, die bei der Interpretation der gesammelten Daten und der Entwicklung effizienterer Düngestrategien helfen. Neben punktuellen Messungen überwacht die Plattform auch den organischen Kohlenstoff im Boden (SOC), eine Kennzahl, die aufgrund ihres Zusammenhangs mit der Produktivität und der Diskussion über regenerative Landwirtschaft und Kohlenstoffmärkte zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Das Stickstoffdüngermanagement stand bei dieser Finanzierungsrunde im Fokus. Die Volatilität des globalen Düngemittelmarktes in den letzten Jahren, gepaart mit der Abhängigkeit Brasiliens von importierten Betriebsmitteln, hat die Produzenten beeinträchtigt. Der Krieg in der Ukraine hat bereits eine bedeutende Neuordnung der globalen Nährstoffkette ausgelöst, und die diesjährigen Spannungen im Nahen Osten haben erneut Bedenken hinsichtlich der Versorgung mit Rohstoffen für die Düngemittelproduktion, der Logistik und der Kosten aufkommen lassen. In Brasilien wird für die nächste Saison ein Rückgang der Importmengen erwartet. Der Ansatz von Stenon: Wenn der Produzent die internationalen Düngemittelpreise nicht kontrollieren kann, kann er den Ort, die Zeit und die Menge der Düngung präziser steuern.

Das Unternehmen gibt an, dass Projekte in verschiedenen Ländern Einsparungen beim Stickstoffdüngerverbrauch von 20 bis 40 Prozent und Ertragssteigerungen von 2 bis 8 Prozent gezeigt haben, abhängig von der Kultur und den Wachstumsbedingungen. Brasilien ist aufgrund seines hohen Düngemittelverbrauchs und seiner starken Importabhängigkeit einer der vorrangigen Märkte. Das Unternehmen plant, sein Geschäft in Brasilien in den kommenden Jahren deutlich auszubauen.

Die eingeworbenen Mittel werden auch für die Entwicklung der nächsten Technologieplattform verwendet werden. Das neue System, das sich derzeit noch in der Geheimhaltungsphase befindet, verspricht, Sensoren, künstliche Intelligenz und Datenanalyse in eine Architektur zu integrieren, die sich leichter skalieren und in landwirtschaftliche Abläufe einbinden lässt. Die Runde wurde vom niederländischen Investmentvehikel Pymwymic angeführt, der deutsche Fonds DeepTech & Climate Fund (DTCF) kam als neuer Investor hinzu. Zu den bestehenden Investoren gehören unter anderem TIME Ventures, das Investmentvehikel von Salesforce-Gründer Marc Benioff. Die letzte Finanzierungsrunde fand 2021 statt, als das Unternehmen 20 Millionen US-Dollar von Founders Fund, David Friedbergs The Production Board sowie den Fonds Cherry Ventures und Atlantic Labs einsammelte.