Volkswagen prüft, in China entwickelte Modelle in Europa zu produzieren
2026-07-03 16:38
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de.wedoany.com-Bericht: Der deutsche Volkswagen-Konzern prüft die Möglichkeit, in China entwickelte Modelle auf den europäischen Markt zu bringen und in deutschen Werken zu produzieren. Entsprechende Wirtschaftlichkeitsstudien wurden bereits gestartet.

Nach einer Erklärung von Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume im Mai dieses Jahres richtete sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Möglichkeit, dass Volkswagen in China produzierte Fahrzeuge nach Europa importieren könnte. Das zunächst diskutierte Modell war der ID.Era 9X, der derzeit von Volkswagen in Zusammenarbeit mit der SAIC Group in China produziert wird. Dieses Modell ist größer als der VW Touareg und kostet in China 45.000 Euro (51.000 US-Dollar), während der Touareg in Europa in der Regel über 80.000 Euro (91.000 US-Dollar) kostet.

Laut einem Bericht der Handelsblatt tendiert Volkswagen nun dazu, ein anderes, in China noch nicht auf dem Markt befindliches Modell zu importieren, was auf eine Anpassung der Pläne hindeutet. Dieses Modell wird voraussichtlich eine ähnliche Größe wie der Touareg haben und auf der von Volkswagen entwickelten China Scalable Platform (CSP) basieren. Diese Plattform wurde von Volkswagen eigenständig entwickelt, ohne Technologie und Komponenten mit SAIC zu teilen, was der deutschen Marke die vollständige Kontrolle über die Fahrzeugtechnologie ermöglicht. Für den europäischen Markt müssten das Fahrerassistenzsystem, die Materialien und die Software des Fahrzeugs angepasst werden.

Zölle sind ein entscheidendes Hindernis für den Import von Fahrzeugen aus China durch Volkswagen. Derzeit wird der Cupra Tavascan in China produziert und nach Europa exportiert, genießt jedoch aufgrund seiner überwiegend europäischen Technologie eine Zollbefreiung. Andere Modelle, die Volkswagen möglicherweise importieren möchte, dürften eine solche Behandlung kaum erhalten. Die von der EU erhobenen Ausgleichszölle auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge variieren je nach Hersteller: SAIC steht vor 35 %, BYD bei 17 % und Tesla knapp unter 8 %, wobei alle diese Sätze zusätzlich zum EU-Standardimportzoll anfallen.

Die Produktion dieser Modelle in Europa ist ein potenzieller Weg, die Zölle zu umgehen. Anonyme Quellen berichten, dass das VW-Werk in Zwickau ein möglicher Standort sein könnte, dies sei jedoch noch nicht endgültig entschieden. Ein Reiz der lokalen Produktion chinesischer Modelle liegt in der Steigerung der Auslastung der deutschen Werke. Berichten zufolge stehen die Arbeitnehmervertreter der Prüfung weiterer in China entwickelter Modelle offen gegenüber, sofern diese ergänzend wirken und nicht die bestehenden Werksverpflichtungen ersetzen.

Nicht alle Führungskräfte teilen Blumes Ideen. Wie aus Unternehmenskreisen verlautet, warnte VW-Finanzvorstand Arno Antlitz: „Man solle keine Fahrzeuge von völlig irrelevanten Wettbewerbern aus China mit dem Qualitätsimage von Volkswagen brandmarken.“

Volkswagen könnte chinesische Autos in Europa verkaufen oder sogar produzieren – sein Finanzvorstand ist gegen diese Idee

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