de.wedoany.com-Bericht: Südamerika ist Anfang 2026 zur weltweit größten Quelle für zusätzliche Rohölexporte geworden. Laut Schätzungen des Rohstoffinformationsdienstes Kpler stieg die Rohölexportmenge der Region von Januar bis Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 155 Millionen Barrel, während die zusätzliche Liefermenge der USA im gleichen Zeitraum 112 Millionen Barrel betrug.

Der Anstieg der Exportmengen ist hauptsächlich auf die kontinuierliche Ausweitung der Produktionskapazitäten zurückzuführen, und dieser Wachstumstrend wird die aktuellen Marktbedingungen bei Weitem übertreffen. Nach Angaben der US-Energieinformationsbehörde (U.S. Energy Information Administration) entfallen auf Brasilien, Guyana und Argentinien zusammen etwa 51 % des weltweit erwarteten Produktionsanstiegs im Jahr 2026, während ihr gemeinsamer globaler Marktanteil nur etwa 5,5 % beträgt.
Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 zeigt, dass die durchschnittliche Tagesproduktion Brasiliens voraussichtlich 4 Millionen Barrel erreichen wird, was hauptsächlich auf die Produktionssteigerung durch die neuen schwimmenden Produktions-, Lager- und Verladeschiffe (FPSO) von Petrobras im Búzios-Feld zurückzuführen ist. In Guyana überschritt die Tagesproduktion des Landes nach der Vollauslastung des Yellowtail-Projekts von ExxonMobil Ende 2025 die Marke von 900.000 Barrel; das Uaru-Projekt soll die Tagesproduktion bis 2027 auf 1 Million Barrel steigern. Das anhaltende Wachstum in der argentinischen Vaca-Muerta-Schieferregion wird voraussichtlich die Tagesproduktion des Landes auf 810.000 Barrel erhöhen.
Die Angebotsausweitung Südamerikas setzt die westafrikanischen Produzenten unter Wettbewerbsdruck. Sowohl Citigroup als auch Argus Media weisen darauf hin, dass das kostengünstigere Rohöl aus Brasilien und Guyana auf den europäischen und chinesischen Märkten die Exportanteile Nigerias verdrängt. Angola, dessen Ölexporte 93 % seiner Gesamtexporte und 58 % seiner Steuereinnahmen ausmachen, ist ebenfalls von einer Verdrängung bedroht. Im Gegensatz zu kurzfristigen Preisschwankungen wird die Angebotsausweitung Südamerikas von Infrastruktur dominiert, und ihr Produktionswachstum ist bis zum Ende dieses Jahrzehnts weitgehend gesichert. Afrikanische Produzenten, die um Abnehmer in Europa und Asien kämpfen, stehen vor einem anhaltenden Wandel der Angebotsstruktur im Atlantikbecken, und Südamerika plant weitere Kapazitäten, die vor 2030 in Betrieb gehen sollen.










