ANA-Bericht aus Brasilien: 213 prioritäre Staudämme und 6 % weniger Inspektoren
2026-07-05 15:49
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de.wedoany.com-Bericht: Die brasilianische Nationale Wasser- und Grundsanierungsbehörde (Agência Nacional de Águas e Saneamento Básico, ANA) veröffentlichte am 3. Juli 2026 den „Staudammsicherheitsbericht 2026“ (Relatório de Segurança de Barragens 2026), in dem 213 Staudämme in 19 Bundesstaaten und dem Bundesdistrikt als Sicherheitsüberwachungsobjekte mit hoher Priorität eingestuft wurden. Der Bericht zeigt zudem, dass die Zahl der hauptamtlich für die Staudammsicherheitsüberwachung zuständigen Mitarbeiter zwischen 2024 und 2025 um 6 % zurückgegangen ist.

Die brasilianische Nationale Wasser- und Grundsanierungsbehörde (ANA) ist eine 2000 gegründete Regulierungsbehörde der brasilianischen Bundesregierung, die für die Umsetzung der nationalen Wasserressourcenmanagementpolitik und die Überwachung der Staudammsicherheit zuständig ist. Der diesjährige jährliche Staudammsicherheitsbericht ist eine systematische Bewertung des Zustands der Staudammsicherheit im ganzen Land durch die Behörde. Der Bericht zeigt, dass die Zahl der registrierten Staudämme in Brasilien im Jahr 2025 um 6 % von 28.085 auf 29.761 gestiegen ist. Von den 6.609 Staudämmen, die gemäß dem „Nationalen Staudammsicherheitsgesetz“ (Política Nacional de Segurança de Barragens) reguliert werden, wurden 1.808 gleichzeitig als mittleres oder hohes potenzielles Schadensrisiko und mit hoher Risikostufe eingestuft, was darauf hindeutet, dass die Betreiber die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen nicht vollständig erfüllen.

Foto: ANA

Im Jahr 2025 wurden in Brasilien landesweit 18 Staudammunfälle und 23 Staudammgefahrensituationen registriert, die keine Todesopfer forderten. Im Vergleich zum vorherigen Bericht ging die Zahl der Unfälle um 25 % und die Zahl der Gefahrensituationen um 49 % zurück. Trotz der Verbesserung der Unfalldaten bestehen weiterhin erhebliche Defizite bei der Überwachungskapazität. Der Bericht weist darauf hin, dass von 33 Aufsichtsbehörden 28 eine tatsächliche Personalausstattung unterhalb der empfohlenen Mindestteamgröße aufweisen; schätzungsweise fehlen landesweit mindestens 221 hauptamtliche Inspektoren. Darüber hinaus sank die Ausführungsrate der öffentlichen Mittel für die Staudammsicherheit zwischen 2024 und 2025 von geplanten 147 Millionen Brasilianischen Real auf tatsächlich ausgegebene 104 Millionen Brasilianische Real.

Die Veröffentlichung dieses Berichts spiegelt den strukturellen Konflikt zwischen den Überwachungsressourcen und dem Umfang der Infrastruktur im Bereich des Staudammsicherheitsmanagements in Brasilien wider. Der anhaltende Mangel an Personal für die Staudammsicherheitsüberwachung und die sinkende Ausführungsrate der Mittel könnten eine Herausforderung für das zukünftige Risikomanagement der Staudammsicherheit in Brasilien darstellen.

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