de.wedoany.com-Bericht: Jüngst veröffentlichte Branchenforschungsdaten zeigen, dass der italienische Robotermarkt weiter expandiert. Ein Bericht des Observatoriums für innovative Robotik der Polytechnischen Universität Mailand weist darauf hin, dass derzeit 28 % der italienischen Unternehmen Roboterlösungen einsetzen. Bis 2028 soll dieser Anteil auf 36 % steigen. Allein unter Berücksichtigung der Investitionsausgaben beträgt das aktuelle Marktvolumen 2,2 Milliarden Euro; unter Einbeziehung der Betriebskosten beläuft sich das Gesamtvolumen auf 3,5 Milliarden Euro. Die durchschnittlichen jährlichen Roboterausgaben der Unternehmen liegen bei 456.000 Euro, wobei die Kluft zwischen Großunternehmen (700.000 Euro) und kleinen Unternehmen (160.000 Euro) deutlich ist.
Betrachtet man die Art der installierten Geräte, dominieren nach wie vor traditionelle Industrieroboterarme mit einem Anteil von 82 %. Die Investitionsaussichten für die nächsten drei Jahre deuten jedoch auf eine deutliche Verschiebung hin zu neuartigen Robotertypen hin: Die Verbreitung von kollaborativen Robotern wird voraussichtlich von 25 % auf 34 % steigen, die von autonomen mobilen Robotern von 24 % auf 30 %. Humanoide Roboter machen derzeit nur 3 % aus, sollen aber bis 2028 einen Anteil von 11 % erreichen.
In Bezug auf Anwendungsfälle führte das in Kalifornien (USA) ansässige humanoide Roboterunternehmen Figure AI kürzlich einen 200-stündigen Livestream durch, der die Fähigkeiten seines Roboters Figure 03 beim Sortieren von Paketen demonstrierte. Während dieser Marathonaufgabe sortierte der Roboter insgesamt 249.560 Pakete und trat in einem zehnstündigen Sortierwettbewerb gegen einen menschlichen Praktikanten an. Das Ergebnis zeigte einen knappen Sieg des Menschen: Der Mensch sortierte 12.924 Pakete, der Roboter 12.732; der menschliche Bediener benötigte durchschnittlich 2,79 Sekunden pro Paket, der Roboter 2,83 Sekunden.
Der Bericht stellt fest, dass humanoide Roboter im italienischen Industriesektor noch eine Nische darstellen. Von den Unternehmen, die bereits in Roboter investiert haben, testen nur 3 % humanoide Roboter, aber 35 % der Unternehmen schließen eine Investition in den kommenden Jahren nicht aus. Zu den Hauptfaktoren, die dieses Interesse antreiben, gehören: die Übertragung der gefährlichsten, sich wiederholenden oder stark verschleißenden Arbeiten auf Roboter (von 70 % der Befragten genannt) sowie die Notwendigkeit, den Arbeitskräftemangel in den Produktionsabteilungen auszugleichen. 60 % der italienischen Unternehmen betrachten Robotik als konkretes Mittel zur Bewältigung des Bevölkerungsrückgangs und des zukünftigen Arbeitskräftemangels. 41 % der Unternehmen, die Roboter als Mittel gegen den Arbeitskräfterückgang sehen, sind derzeit in Prozessen mit null oder geringem Automatisierungspotenzial tätig.
Was die globale Start-up-Landschaft betrifft, so wurden seit 2020 in 39 Ländern insgesamt 493 einschlägige Unternehmen gegründet, die insgesamt 7,39 Milliarden US-Dollar eingesammelt haben. Italien hat nur 10 Unternehmen, was 2 % der weltweiten Gesamtzahl entspricht, mit einem Finanzierungsvolumen von etwas über 120 Millionen US-Dollar. 51 % der Unternehmen, die nicht in Roboter investiert haben, sehen das Haupthindernis in einem unsicheren regulatorischen Umfeld, dem Fehlen einer einheitlichen rechtlichen Definition für Roboter und spezifischer technischer Standards für humanoide Roboter.
Beschäftigungsdaten zeigen, dass das Verhältnis zwischen Robotern und Arbeit nicht einfach ein Ersatz ist. Während einerseits einige Tätigkeiten automatisiert werden, wächst andererseits die Nachfrage nach Fachkräften für das Design, die Entwicklung, die Implementierung und die Wartung von Robotersystemen. Die von investierenden Unternehmen am meisten beachteten Vorteile konzentrieren sich auf Produktivität (75 % der Befragten) und Prozessqualität (65 %), während Datenanalyse und Betriebsflexibilität zunehmend an Bedeutung gewinnen.










