de.wedoany.com-Bericht: Der brasilianische Bergbaukonzern Vale hat in seiner Bohrabteilung ein neues Managementmodell eingeführt. Durch die Anwendung der Lean-Six-Sigma-Methodik und den Fokus auf die Reduzierung von Stillstandszeiten konnte die durchschnittliche Betriebseffizienz (RO) des Unternehmens von 20 % auf 27,5 % gesteigert werden, mit einem Spitzenwert von 29 %. Der jährliche finanzielle Nutzen beträgt 58 Millionen BRL. Diese Initiative ist einer der Gewinner des Prêmio de Excelência da Indústria Minero-Metalúrgica 2026, der vom 10. bis 11. Juni auf dem 17. Opex-Seminar im Minascentro in Belo Horizonte verliehen wird.

Historisch gesehen waren geologische und geotechnische Bohrungen durch Engpässe eingeschränkt, die ihre Produktivität begrenzten. Die Minen arbeiten rund um die Uhr, während die Bohrungen aufgrund von Schichtbeschränkungen und internen bürokratischen Prozessen langsamer abliefen. Das Problem lag nicht nur im Fehlen von Nachtarbeit, sondern auch im Mangel an Infrastruktur, um diese Zeiten wirklich produktiv zu nutzen.
Marcos Paulo Alencar Costa, einer der Projektautoren und Fachingenieur, erklärte, dass die Datenanalyse zeigte, dass die „Stillstandszeiten“ auf systemische Ursachen zurückzuführen waren, wie z. B. Verzögerungen bei der Genehmigung von Dokumenten, Transportverzögerungen, Warten auf Ersatzteile und sogar übermäßige Bewegungen aufgrund von Mahlzeiten.
Um die Situation zu wenden, setzte das Team auf die Six-Sigma-Methodik und integrierte Green-Belt- und Black-Belt-Experten. Die Gruppe wandte das Konzept der Gesamtanlageneffektivität (OEE) an, das an die Gegebenheiten der Bohrungen angepasst wurde.
Die Analyse ergab, dass die Hauptursachen für Stillstände an allen brasilianischen Standorten von Vale gemeinsam auftraten. Daraus wurden fünf Hauptstrategien entwickelt: Neugestaltung der Betriebsabläufe; intelligente Neukonfiguration der Schichten; Verbesserung der Integration mit Lieferanten; Umwandlung von Stillstandszeiten in effektive Arbeitszeiten; und Implementierung einer robusten Governance zur Aufrechterhaltung der Veränderungen.
Früher „verschwendete“ das Team Produktionszeit durch Fahrten zum und vom Minenrestaurant. Durch die Installation hochwertiger Einrichtungen an den Arbeitsplätzen wird das Mittagessen nun direkt an die Mitarbeiter geliefert. Laut Marcos Paulo ist die Pendelzeit an den Standorten, an denen diese Maßnahme umgesetzt wurde, auf null gesunken. Das Team kann jetzt in einer komfortablen Umgebung eine echte einstündige Pause machen und mit mehr Energie an den Arbeitsplatz zurückkehren.
Ein weiterer entscheidender Punkt war die Integration der Bohrungen in die Minenplanung. Früher gab es Konflikte um den Platz zwischen Bergbaumaschinen und Bohrgeräten; jetzt sind die Zeitpläne synchronisiert, wodurch Prioritätskonflikte beseitigt wurden.

3×3-Schichtsystem
Die Einführung des 3×3-Schichtsystems (12 Stunden Arbeit, drei Tage hintereinander, dann drei Tage frei) in Serra Norte war ein Wendepunkt. Diese Änderung erforderte Verhandlungen mit Gewerkschaften und Partnerunternehmen und übertraf sowohl die technischen als auch die personellen Erwartungen. Technisch gesehen wurde die Anzahl der im Einsatz befindlichen Bohrgeräte von 12 auf nur 5 reduziert, während die gleiche Produktion beibehalten wurde. Auf personeller Ebene erreichte die Mitarbeiterzufriedenheit 98 %. Laut dem Ingenieur gaben Mitarbeiter an, dass sie zum ersten Mal ihre Familie zu Arztbesuchen begleiten oder gesundheitliche Behandlungen durchführen konnten, die aufgrund der vorherigen Arbeitszeiten nicht möglich waren. Obwohl der ursprüngliche Zielgewinn bei 12,3 Millionen BRL lag, bestätigte die Überprüfung durch das Finanzteam (FP&A) von Vale, dass das Projekt einen jährlichen Gewinn von 58 Millionen BRL erzielte – ein Wert, der auf die Senkung der durchschnittlichen Bohrkosten und die Optimierung des Geräteparks zurückzuführen ist.










