Chinesischer Smart-Brillen-Hersteller Even Realities erhält 150 Millionen US-Dollar Finanzierung, Bewertung erreicht 10 Milliarden US-Dollar
2026-07-07 09:21
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de.wedoany.com-Bericht: Der chinesische Smart-Brillen-Hersteller Even Realities hat eine Finanzierung in Höhe von 150 Millionen US-Dollar zu einer Bewertung von 10 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Die chinesischen Internetgiganten Meituan und Tencent haben diese Runde gemeinsam angeführt. Das erst drei Jahre alte Unternehmen ist damit zum Einhorn geworden. Seine Investitionsstrategie steht in deutlichem Kontrast zu dem kamerazentrierten Ansatz von Meta und Snap.

Smart-Brillen-Hersteller ohne Kamera Even Realities erhält 150 Millionen US-Dollar Finanzierung, Bewertung erreicht 10 Milliarden US-Dollar

Die Produkte von Even Realities verzichten bewusst auf Kameras. In die Gläser integrierte Mikrodisplays können Benachrichtigungen, Echtzeitübersetzungen und Navigationsinformationen anzeigen. Die Bedienung erfolgt über Tippen und Wischen mit einem dazugehörigen Ring. Gründer Will Wang (ehemaliger Apple-Ingenieur) betont, dass das Design darauf abzielt, ein Gefühl der „Präsenz“ zu bewahren – Informationen werden nur dann angezeigt, wenn der Nutzer sie benötigt. Das Fehlen einer Kamera ist auch eine Datenschutzstrategie: Die Sprachfunktion wandelt Sprache nur in Text um, ohne Aufnahmen zu speichern, und die App verschlüsselt Nutzerdaten. Wang zufolge entspricht das System den strengen europäischen Datenschutzbestimmungen.

Meta dominiert derzeit noch den Markt für Smart-Brillen, seine Ray-Ban-Serie macht den Großteil der Auslieferungen aus. Doch eine Datenschutzkrise erschüttert das Unternehmen. Eine Klage wirft externen Auftragnehmern vor, Nutzeraufnahmen zu überprüfen, und Gesetzgeber beginnen, Regeln zur Eindämmung verdeckter Aufnahmen zu entwerfen. Die Position von Even Realities ist klar: Eine Kamera, die man ausschalten kann, ist weniger vertrauenswürdig als eine, die es nie gab.

Even Realities ist ein Unternehmen mit besonderem Hintergrund. Der Hauptsitz befindet sich in Shenzhen, es operiert mit chinesischem Kapital, verkauft seine Produkte jedoch nicht in China. Mehr als die Hälfte der Nutzer kommt aus den USA, dem am schnellsten wachsenden Markt, gefolgt von Japan, Südkorea, dem Nahen Osten und Europa. Das Gründungsteam vereint ehemalige Mitarbeiter von Apple und OPPO sowie europäische Brillenhersteller wie Lindberg. Das Unternehmen gibt an, das erste seiner Art zu sein, das über 10.000 Brillen verkauft hat. Die Mitarbeiterzahl ist von etwa 40 auf mehrere Hundert gestiegen. Der Einstiegspreis für das Produkt liegt bei 599 US-Dollar; mit Korrekturgläsern und dem Ring nähert sich ein typischer Auftragswert 1.000 US-Dollar.

Der Wettbewerb auf dem Markt wird zunehmend intensiver. XREAL und Viture haben bereits große Finanzierungsrunden abgeschlossen, und die Auslieferungen reiner Display-Brillen steigen rasant. Bei jedem neuen Gerät besteht das Risiko, dass der Neuheitsfaktor nachlässt. Even Realities setzt darauf, dass nach dem Abklingen der anfänglichen Begeisterung die „leise“ Brille, die man den ganzen Tag trägt und niemals filmt, eine größere Beständigkeit haben wird als ausgefallene Kameramodelle. Ambient Computing hat in der Vergangenheit ähnliche Versprechungen gemacht, doch diesmal liegt der Verkaufsargument genau darin, was das Gerät bewusst nicht tut. Laut TechCrunch wurden die Finanzierungsinformationen auch von Tech Funding News bestätigt.

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