de.wedoany.com-Bericht: Russland treibt die technologische Entwicklung zur Beschleunigung des mobilen Internets mittels Künstlicher Intelligenz voran, die nun in die Pilotphase bei den Betreibern eingetreten ist. Laut Unterlagen des russischen Ministeriums für digitale Entwicklung (Минцифры) haben entsprechende Pilotprojekte der Betreiber den Netzwerkdurchsatz um 20 bis 30 Prozent gesteigert und die Datenübertragungslatenz um etwa die Hälfte reduziert. Diese Effekte zeigen sich sowohl in bestehenden LTE-Netzen als auch in zukünftigen 5G- und 6G-Netzen.

Die KI-Projekte sollen Aufgaben wie die dynamische Zuweisung von Funkfrequenzen, die Vorhersage von Lasten, die automatische Konfiguration von Basisstationen und die Diagnose von Störungen übernehmen, sodass der Netzbetrieb weniger auf manuelle Eingriffe angewiesen ist. Bei Überlastungen erfolgen eigenständige Anpassungen, bei erkannten Störungsrisiken wird vorzeitig reagiert, und Anomalien werden erfasst, um Beeinträchtigungen der Nutzer zu vermeiden.
Mehrere russische Betreiber haben solche Lösungen bereits implementiert. MTS stellte ein KI-basiertes Frequenzzuweisungssystem sowie den Einsatz neuronaler Netze in der Netzplanung vor. T2 setzt auf Self-Organizing Network (SON)-Lösungen zur automatischen Optimierung des Basisstationsbetriebs. Auch Beeline treibt die SON-Technologie voran und brachte 2026 einen Netzwerk-Agenten namens „KI-Ingenieur“ zur Bearbeitung technischer Vorfälle auf den Markt. Megafon ist der Ansicht, dass neuronale Netze komplexe Prozesse übernehmen können, die für Menschen in Echtzeit nur schwer steuerbar sind.
Laut Expertenanalyse ist eines der Schlüsselwerkzeuge das LSTM-Modell, das den Datenverkehr vorhersagen und Ressourcen für verschiedene Aufgaben – von Video bis zum Internet der Dinge – zuweisen kann. Marktteilnehmer weisen darauf hin, dass KI hilft, mehr Potenzial aus bestehenden Netzen zu schöpfen, ein echter Geschwindigkeitssprung jedoch erst nach dem flächendeckenden Start von 5G in Russland möglich sein wird.










