de.wedoany.com-Bericht: Das SEQRET-Konsortium, bestehend aus der polnischen Firma Exatel, der deutschen KEEQuant, dem tschechischen CESNET und dem Posener Supercomputing- und Netzwerkzentrum (PCSS), hat auf einer bestehenden, bereits in Betrieb befindlichen Glasfaserstrecke erfolgreich ein quantensicheres Kommunikationssystem getestet und einen sicheren Austausch von Verschlüsselungsschlüsseln über eine Entfernung von 75 Kilometern realisiert.

Die Partner des SEQRET-Konsortiums bestätigten, dass das bestehende Glasfasernetz gleichzeitig quantensichere Kommunikation und klassische Datenübertragung mit hohem Durchsatz über dasselbe Paar Standard-Glasfasern tragen kann. Bei den Tests realisierten sie die parallele Übertragung von Quantenschlüsselverteilung (QKD) und klassischen Verkehrsströmen mit einem Durchsatz von bis zu 64 Tb/s über eine Distanz von 75 Kilometern.
Dieses Ergebnis ist besonders wichtig für Telekommunikationsbetreiber und Eigentümer von Netzinfrastrukturen. Bisher war die begrenzte Verfügbarkeit von Glasfasern das Haupthindernis für den Einsatz der Quantenschlüsseltechnologie, da die Reservierung separater Glasfasern für QKD kostspielig und organisatorisch schwierig ist. Die Möglichkeit der Koexistenz beider Übertragungstypen ändert diese Situation und ermöglicht den Einsatz der Quantenschlüsselverteilung in derselben Glasfaserinfrastruktur, die gleichzeitig klassische Telekommunikationsdienste trägt. Exatel erklärte, die Testergebnisse seien eindeutig: Die QKD-Technologie kann in der bestehenden Übertragungsinfrastruktur eingesetzt werden, ohne dass parallele Netze mit dedizierten Dunkelfasern aufgebaut oder kostspielige Netzumbauten erforderlich sind.
Mateusz Ozimek, SEQRET-Projektmanager und Leiter des Raumfahrttechnik-Teams bei Exatel, betonte, dass für Betreiber, die kritische Infrastrukturen und den öffentlichen Sektor bedienen, Vertrauen auf überprüfbaren Ergebnissen basieren muss. Die durchgeführte Validierung liefere solche Belege und schaffe die Grundlage für die Bewertung der Möglichkeit, die Quantenschlüsselverteilungstechnologie in zuverlässige Netzdienste für Umgebungen mit den höchsten Sicherheitsanforderungen zu integrieren.
Die Validierung erfolgte in einer Zwei-Knoten-Konfiguration unter Verwendung von Standard-G.652.D-Glasfasern. Um die Arbeitsbedingungen moderner Telekommunikationsnetze vollständig zu simulieren, wurden sechs optische Transceiver verwendet; der Rest der Übertragungsumgebung wurde mit Rauschladungskanälen gefüllt, um ein voll ausgelastetes DWDM-System zu simulieren. Gleichzeitig erzeugte das QKD-Modul von KEEQuant Verschlüsselungsschlüssel, die anschließend über das KEEQuant-Schlüsselverwaltungssystem (KMS) an den Verschlüsseler weitergegeben wurden. Zur Demonstration der vollständigen Systemlösung wurde ein verschlüsselter Videostream mittels Ende-zu-Ende-Verschlüsselung übertragen.
Die Tests bestätigten die stabile Koexistenz von Quanten- und klassischer Übertragung in drei Systemarbeitskonfigurationen: 80 × 800 Gb/s (64 Tb/s), C- und L-Band, Übertragungsdistanz 60 km; 40 × 800 Gb/s (32 Tb/s), C-Band, Übertragungsdistanz 65 km; 80 × 400 Gb/s (32 Tb/s), C- und L-Band, Übertragungsdistanz 75 km.
Zu den Partnern des SEQRET-Projekts gehören: KEEQuant (Deutschland) stellte das Quantenschlüsselverteilungssystem und das Schlüsselverwaltungssystem bereit und war für das Integrationskonzept der Gesamtlösung sowie die Ende-zu-Ende-Demonstration verantwortlich; Exatel (Polen) definierte aus Sicht des Telekommunikationsbetreibers die betrieblichen Anforderungen des Einsatzszenarios in einem realen Netz; CESNET (Tschechien) stellte eine fortschrittliche Testumgebung bereit und unterstützte den Validierungsprozess; PCSS (Polen) stellte die für die Distanztests erforderliche Glasfaserinfrastruktur bereit.










