de.wedoany.com-Bericht: Kanada hat sich in einem äußerst zügigen Beschaffungsprozess für einen derart hochwertigen Auftrag offenbar für das deutsche U-Boot des Typs 212CD (Type 212CD) entschieden, anstatt für das südkoreanische Modell KSS-III von Hanwha Ocean. Die Auswahl des Typs 212CD als kanadische Vorzugslösung (der Vertrag steht noch aus) erfolgt nur wenige Tage vor dem NATO-Gipfel in Ankara und unterstreicht eindrucksvoll Kanadas Entschlossenheit, seine Verteidigungsfähigkeiten zu stärken. Die anfänglichen Beschaffungskosten für diese kanadischen U-Boote werden auf rund 24 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Die 12 neuen U-Boote, die Kanada bestellen wird, sollen von einem deutsch-norwegischen Kooperationsunternehmen gebaut werden, dem Kanada beitreten wird. Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen bei der U-Boot-Beschaffung begann mit einer früheren, auf dem deutlich kleineren Typ 212A basierenden Version. Aufbauend auf dem Erfolg dieser Kooperation wurde sie ausgeweitet. ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) ist federführend für den Rumpf und das auf Wasserstoff-Brennstoffzellen basierende außenluftunabhängige Antriebssystem; die Bauarbeiten finden in Kiel statt. Das Kampfsystem wird von einer TKMS-Tochter gemeinsam mit Kongsberg entwickelt. Der Großteil der U-Boote der deutsch-norwegischen gemeinsamen Flotte wird in Haakonsvern, Norwegen, stationiert und über den gesamten Lebenszyklus hinweg unterstützt. Derzeit ist unklar, wie Kanada sich an den Bau- und Unterstützungsarbeiten beteiligen wird, die zwangsläufig zu einem Dreierprojekt werden. Da Deutschland und Norwegen jedoch jeweils sechs U-Boote bestellt haben, würde Kanada mit der Bestellung von zwölf Booten ein gleichberechtigter Partner neben den beiden anderen Ländern werden. Das erste für die norwegische Marine gebaute U-Boot des Typs 212CD soll 2027 vom Stapel laufen.
Die Dreierkooperation zwischen Deutschland, Norwegen und Kanada, die Bau, Einsatzunterstützung und Kampfeinsätze umfasst, ähnelt in gewisser Hinsicht den Regelungen im U-Boot-Abkommen der trilateralen Sicherheitspartnerschaft AUKUS (Australien, Vereinigtes Königreich, USA). Kanada steht einem nukleargetriebenen Ansatz jedoch zurückhaltend gegenüber, unter anderem aus Gründen der Tarnung und Taktik, und muss zudem seine alternden U-Boote der Victoria-Klasse in einem engeren Zeitrahmen ersetzen, als dies bei einem nuklearen Antrieb der Fall wäre.
Die neue Vereinbarung ist kostengünstiger, ermöglicht eine schnellere Lieferung und hat eine wichtige politische Dimension. Nach den Drohungen von Präsident Trump, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen, war Premierminister Carney bestrebt, die Beziehungen Kanadas zu Europa zu stärken, auch wenn dies auf Kosten einer Enttäuschung Südkoreas gehen könnte. Eine starke Flotte von zwölf U-Booten würde es Kanada jedoch ermöglichen, seine U-Boot-Präsenz im Pazifik und im Atlantik erheblich auszubauen.
Deutschland hat eine führende Rolle dabei gespielt, Kanadas Interesse an einer Vertiefung der politischen Beziehungen zu Europa zu fördern. Wenn der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius Ende Mai mit einer hochrangigen Delegation deutscher Spitzenvertreter der Verteidigungsindustrie zur kanadischen Verteidigungs- und Sicherheitsmesse CANSEC 2026 nach Ottawa reist, dürfte das U-Boot-Abkommen ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Weitere transatlantische Verteidigungskooperationen sind zu erwarten.










