de.wedoany.com-Bericht: Guineas Bergbauminister Bouna Sylla erklärte, das Land wolle sich zu einem Zentrum für die Goldraffination in Westafrika entwickeln und die heimische Verarbeitung statt den Export von unverarbeitetem Gold fördern. Diese Maßnahme zielt darauf ab, den Mehrwert von Gold im Inland zu steigern, was vor dem Hintergrund der derzeit hohen Goldpreise besonders hervorsticht.
Sylla sagte gegenüber Reuters: „Wenn jedes (westafrikanische) Land eine Raffinerie hätte, wäre das kein Problem. Wenn Ihre Raffinerie nicht wettbewerbsfähig ist, hängt ihr Erfolg oder Misserfolg von wirtschaftlichen Faktoren ab, nicht von politischen.“ Guineas Präsident Mamady Doumbouya hatte bereits letzte Woche ein sofortiges Verbot des Exports von unverarbeitetem Gold angekündigt, um den heimischen Mehrwert zu steigern.
Sylla verriet, dass Guinea bereits eine Raffinerie errichtet habe, die Gold aus der gesamten Region verarbeiten könne, und dass diese Anlage zu den größten in Afrika zähle. Bangaly Steve Toure, stellvertretender Leiter des guineischen Bergbau-Investitionsfonds, erklärte, die Raffinerie habe 30 Millionen US-Dollar gekostet und könne in der Anfangsphase jährlich 530 Tonnen Gold (etwa 17 Millionen Unzen) verarbeiten; nach Erreichen der vollen Kapazität seien 733 Tonnen pro Jahr möglich. Nach Erhalt der endgültigen Genehmigung werde die Anlage voraussichtlich im Juli den kommerziellen Betrieb aufnehmen.
Andere wichtige Goldproduzenten in Westafrika wie Ghana, Mali und Burkina Faso bauen ebenfalls heimische Verarbeitungsanlagen, um mehr Gewinn aus dem Gold zu erzielen. Zu den wichtigsten Goldproduzenten in Guinea gehören AngloGold Ashanti und Nordgold. Branchenschätzungen zufolge wird die Goldproduktion in Westafrika im Jahr 2025 bei etwa 11 Millionen Unzen liegen. Sylla schätzte, dass die Goldproduktion Guineas im vergangenen Jahr bei etwa 2,32 Millionen Unzen lag, was einem Wert von rund 7 Milliarden US-Dollar entspricht, aber der im Inland verbleibende Mehrwert betrug weniger als ein Prozent.
Sylla sagte: „Es geht nicht nur um Einkommen und Arbeitsplätze. Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate produzieren kein Gold, haben aber durch den Aufbau von Raffineriekapazitäten ein breiteres Wirtschaftswachstum angestoßen. Wir wollen dieselbe Wertschöpfungskette schaffen.“ Sylla und Toure gaben bekannt, dass Guinea derzeit ein Gesetz zur Förderung der heimischen Raffination ausarbeite und Reformen plane, um den handwerklichen Bergbau zu formalisieren und die Rückverfolgbarkeit zu verbessern. Sie fügten hinzu, dass diese im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft betriebene Raffinerie Teil einer größeren Initiative zur Förderung der nachgelagerten Industrie sei, ähnlich den Maßnahmen, die Guinea im Bauxitsektor ergriffen habe.










