de.wedoany.com-Bericht: Der dänische Wellenenergie-Entwickler Exowave hat ein modulares Meerwasserentsalzungssystem namens ExoMare vorgestellt, das einen Offshore-Wellenenergiekonverter mit herkömmlicher Umkehrosmose-Technologie kombiniert und emissionsfreie Süßwasserproduktion für Küstengemeinden, Inseln und Industriestandorte ermöglicht.

Das ExoMare-System ist für kleine Meerwasserentsalzungsszenarien mit einer Tagesproduktion von 4 bis 20 Kubikmetern Süßwasser ausgelegt – ein Marktsegment, das von herkömmlichen Technologien oft übersehen wird. Das System wird vollständig durch Wellenenergie angetrieben, arbeitet nach dem Plug-and-Play-Prinzip und benötigt während des Betriebs weder Dieselgeneratoren noch Netzstrom. Es produziert Trinkwasser mittels der bewährten Umkehrosmose-Technologie.
Die Süßwasserknappheit betrifft weiterhin viele Regionen weltweit, wobei Klimawandel, Bevölkerungswachstum und industrieller Bedarf den Druck auf die Wasserressourcen verstärken. Küstengemeinden, Inselbewohner, Aquakulturbetreiber und abgelegene Industriestandorte stehen aufgrund begrenzter Infrastruktur sowie hoher Kosten für Wassertransport oder Stromerzeugung vor zusätzlichen Herausforderungen. Große Meerwasserentsalzungsanlagen liefern bereits wichtige Wasserquellen, doch kleine Anlagen sind häufig auf Dieselgeneratoren oder teure Netzanschlüsse angewiesen, was Betriebskosten und Treibhausgasemissionen erhöht.
Exowave gibt an, dass sein Ansatz durch die direkte Kopplung erneuerbarer Wellenenergie mit Meerwasserentsalzungstechnologie einen alternativen Weg für dezentrale Süßwasserproduktion bietet, ohne auf fossile Brennstoffe angewiesen zu sein. Das ExoMare-System integriert einen oder mehrere Offshore-Wellenenergiekonverter mit einer landgestützten Umkehrosmose-Anlage. Im Gegensatz zu den meisten Wellenenergieprojekten, die auf die Stromerzeugung im Versorgungsmaßstab abzielen, hat Exowave seine Technologie für relativ flache Küstengewässer mit einer Tiefe von etwa drei Metern ausgelegt. Laut Unternehmensangaben reduziert dies die Installationskomplexität, den Wartungsaufwand und die Infrastrukturkosten, während gleichzeitig eine hohe Betriebsleistung erhalten bleibt.
Das modulare Design ermöglicht es Kunden, bei steigendem Bedarf zusätzliche Wellenenergiekonverter hinzuzufügen, um die Süßwasserproduktion zu erhöhen. Zu den potenziellen Nutzern zählen Gemeinden, Inselgemeinschaften, Tourismusanlagen, Aquakulturbetriebe, abgelegene Industriestandorte sowie Projekte zur Notwasserversorgung.
Exowave weist darauf hin, dass die nivellierten Wasserkosten bei vollständigem Betrieb mit erneuerbarer Wellenenergie 1,50 Euro pro Kubikmeter betragen. Während des Normalbetriebs werden keine fossilen Brennstoffe benötigt, die Treibhausgasemissionen sind null, und es gibt keine Betriebsgeräusche, was die Auswirkungen auf Gemeinden und die Meeresumwelt reduziert. Das Unternehmen gibt an, dass seine Wellenenergieplattform einen Kapazitätsfaktor von 90 % erreicht und eine ganzjährig stabile Süßwasserproduktion unterstützt. Die Fertigung erfolgt innerhalb der EU unter Nutzung europäischer Lieferketten. Die Anlagen sind nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft gestaltet, um die Lebensdauer zu verlängern und die Wartung in rauen Meeresumgebungen zu vereinfachen.
Die dezentrale Meerwasserentsalzung gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit, da Versorgungsunternehmen und Regierungen nach Wegen suchen, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürren, extremen Wetterereignissen und alternder Infrastruktur zu erhöhen. Kleine, dezentrale Systeme können Süßwasser lokal in der Nähe des Bedarfsortes produzieren, die Abhängigkeit von anfälligen Infrastrukturnetzen verringern und die Wassersicherheit in abgelegenen Küstengemeinden verbessern. In Regionen mit stabilen Wellenressourcen und eingeschränktem oder teurem Stromzugang könnte die wellenenergiebetriebene Meerwasserentsalzung besonders attraktiv sein.
Lars Wigant, CEO und Mitgründer von Exowave, erklärte bei der Vorstellung, dass ExoMare zeige, dass sauberes Wasser und saubere Energie als integrierte Lösung bereitgestellt werden können. Durch die Kombination bewährter Umkehrosmose-Technologie mit einer küstennahen Wellenenergieplattform der zweiten Generation werde emissionsfreie Meerwasserentsalzung wirtschaftlich tragfähig. Diese Vorstellung ist der jüngste Meilenstein auf dem Weg von Exowave zur Kommerzialisierung seiner Wellenenergie-Technologie.










