Lufthansa Technik Philippinen investiert mindestens 100 Millionen US-Dollar – Neues Clark-Werk nimmt 2028 Betrieb auf
de.wedoany.com-Bericht: Lufthansa Technik Philippinen (Lufthansa Technik Philippines) hat den Bau einer zweiten Wartungseinrichtung für Großraumflugzeuge am Clark International Airport angekündigt, die in der ersten Jahreshälfte 2028 in Betrieb gehen soll. Der Flughafen im Norden der Philippinen liegt etwa 80 Kilometer und rund 1,5 Autostunden von der bestehenden Anlage in Manila am Ninoy Aquino International Airport entfernt.

Holger Beck, CEO von Lufthansa Technik Philippinen, erklärte, dass das Unternehmen bei der Standortbewertung mehrere Regionen Südostasiens geprüft habe, wobei sich Clark letztlich durchsetzte. Das Unternehmen ist seit 25 Jahren auf den Philippinen tätig und mit dem lokalen Geschäftsumfeld vertraut. Der Vorteil der räumlichen Nähe beider Einrichtungen liege darin, dass die etablierte Basis in Manila die neue Anlage unterstützen könne.
Beck wies darauf hin, dass der Betrieb von zwei mittelgroßen statt einer sehr großen Einrichtung dazu beitrage, Risiken bei Naturkatastrophen wie Taifunen zu streuen. Zudem sei die geopolitische Neutralität der Philippinen ein weiterer attraktiver Faktor.
Der MRO-Dienstleister wird Wartungsleistungen für Kunden aus Asien, Australien, Europa und dem Nahen Osten erbringen. Die Clark-Anlage wird neue Kapazitäten für schwere Checks an der Boeing 787 erhalten, um den Bedarf für anstehende „sehr schwere Prüfzyklen" dieses Flugzeugtyps zu decken. Gleichzeitig investiert das Unternehmen verstärkt in die Wartungsfähigkeiten für den Airbus A350 und wird künftig umfassende Schwerwartung für Boeing 777, 787, A330, A340, A350 und A380 anbieten. Lufthansa Technik Philippinen wartet auch A320-Schmalrumpfflugzeuge, doch Großraumflugzeuge bilden das Kerngeschäft.
Das neue Gelände in Clark umfasst 157.000 Quadratmeter (etwa 1.689.930 Quadratfuß) und bietet Platz für bis zu neun Großraumflugzeuge. Es ergänzt die Kapazitäten der 226.000 Quadratmeter großen Anlage in Manila, die Platz für sechs Großraum- und drei Schmalrumpfflugzeuge bietet.
Clark, ehemals ein US-Militärstützpunkt, wird derzeit von mehreren asiatischen und nahöstlichen Fluggesellschaften genutzt und hat sich zu einem großen Logistikzentrum entwickelt. UPS ist hier tätig und plant, noch in diesem Jahr ein neues Drehkreuz am Flughafen zu eröffnen. Southeast Asian Airlines, eine in Clark ansässige reine Frachtfluggesellschaft, sowie mehrere andere asiatische Airlines bieten regionale Frachtdienste an. FedEx ist seit 1984 hier aktiv. Zudem liegt der Clark Airport etwa eine Autostunde vom Hafen Subic Bay entfernt, einem der größten Häfen der Philippinen.
In Bezug auf die Personalressourcen betonte Beck, dass philippinische Mitarbeiter in der Regel Englisch sprächen und sehr engagiert seien. Die rund 20 Millionen Einwohner Manilas und des Umlands böten ein breites Potenzial an Arbeitskräften. Die Region verfüge zudem über Universitäten mit Luftfahrtstudiengängen und Schulen für Luftfahrttechnik.
Lufthansa Technik Philippinen ist ein Joint Venture mit MacroAsia Corp. Beck erklärte, dass das Unternehmen seit seinem Eintritt in den philippinischen Markt insgesamt über 10.000 Filipinos ausgebildet habe. Jährlich nehme das Unternehmen etwa 400 Studenten in sein 18-monatiges Wartungsausbildungsprogramm auf, die anschließend zwei bis drei Jahre Erfahrung in der Produktion sammelten. Bereits vor zwei Jahren habe man begonnen, neue Studenten aus der Region Clark zu rekrutieren. Bisher seien rund 500 Personen geschult worden, deren Fähigkeiten nun weiterentwickelt würden. Bis zur Inbetriebnahme der neuen Anlage im Jahr 2028 werde voraussichtlich ein vollständiges, lokal rekrutiertes Team zur Verfügung stehen.
Beck erklärte, dass beide Einrichtungen parallel betrieben würden, jeweils mit eigenem Personal, wobei zumindest anfangs ein Austausch von Spezialisten stattfinden werde.
Die Investition von Lufthansa Technik in die Clark-Anlage beläuft sich auf mindestens 100 Millionen US-Dollar. Neben dem Hangar wird das neue Gelände auch eine Lackiererei sowie Werkstätten für zerstörungsfreie Prüfung, Werkzeugkalibrierung, Struktur, Komponenten, Verbundwerkstoffe, mechanische Bearbeitung, Paneele, Innenausstattung und „große Werkstätten für Sitze, Küchen und Toiletten" umfassen. Beck zufolge ist das Ziel, alle anfallenden Komponenten im Rahmen der Basiswartungsaktivitäten intern zu reparieren oder instand zu setzen, um Ausfallzeiten zu reduzieren und die Logistik zu vereinfachen.
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