de.wedoany.com-Bericht: Der deutsche Logistikanbieter Jungheinrich hat eine Minderheitsbeteiligung am Technologieunternehmen Navflex erworben, um die Entwicklung autonomer Lösungen für Laderampen zu beschleunigen – einem Bereich der Intralogistik, der noch immer stark von manuellen Prozessen geprägt ist. Die Transaktion zielt darauf ab, die Zusammenarbeit beider Unternehmen zu intensivieren, um die Nachfrage auf dem europäischen und nordamerikanischen Markt zu bedienen.
Die Automatisierung von Be- und Entladevorgängen steht vor großen Herausforderungen, die vor allem auf die Vielfalt der Anhänger, Lastaufnahmemittel und Rampenkonfigurationen sowie auf räumliche Einschränkungen und die Koexistenz von Personal und Flurförderzeugen zurückzuführen sind. Vor dem Hintergrund von Arbeitskräftemangel und steigendem Produktivitätsdruck ist dieser Bereich für viele Logistikbetreiber zu einem der größten Engpässe geworden.
Die gemeinsame Lösung kombiniert die Erfahrung von Jungheinrich in den Bereichen Industrieflurförderzeuge, autonome mobile Roboter und Systemintegration mit den Entwicklungen von Navflex im Bereich Künstliche Intelligenz und Robotiksoftware. Das System basiert auf der Industriefahrzeugplattform von Jungheinrich, die für den autonomen Betrieb an Laderampen umgerüstet wurde, während Navflex die Software für Umgebungswahrnehmung, Navigation, Sicherheit und Prozessmanagement bereitstellt. Ziel der Lösung ist es, eine integrierte Lösung für bestehende Anlagen zu bieten, die ohne zusätzliche Infrastruktur auskommt und sich leicht in engen und wechselhaften Umgebungen einsetzen lässt.
Diese Lösung vereint Künstliche Intelligenz, mobile Roboter und Industrieflurförderzeuge, um komplexe Prozesse in der Intralogistik zu automatisieren. Tobias Harzer, Leiter der Automatisierungssparte bei Jungheinrich, erklärte, das Unternehmen wolle einen der kritischen Materialflussprozesse zuverlässig automatisieren, wobei besonderes Augenmerk auf die Robustheit und Steuerbarkeit des Systems sowie die Sicherheit im gemeinsamen Arbeitsraum von Bedienern und Maschinen gelegt werde.
Beide Unternehmen arbeiten derzeit an der Integration von Hardware und Software, um eine praxistaugliche Komplettlösung zu entwickeln. Die Entwicklung befindet sich bereits in der Phase von Feldtests mit strategischen Kunden, bei denen die Leistungsfähigkeit des Systems unter realen Betriebsbedingungen vor der Kommerzialisierung validiert wird. Chuck Stovall, CEO von Navflex, sieht in der Allianz durch die industriellen Fertigungskapazitäten, die Skalierungsmöglichkeiten und die internationalen Servicefähigkeiten von Jungheinrich einen beschleunigten Markteintritt in Europa, während das Technologieunternehmen seine Expertise in den Bereichen Logistikautomatisierung und Künstliche Intelligenz einbringt.
Mit dieser Investition stärkt Jungheinrich seine Strategie zur umfassenden Automatisierung des Materialflusses und erweitert sein Lösungsportfolio, um den letzten noch stark manuell geprägten kritischen Prozess an der Laderampe zu adressieren.





