Pakistan: Bau des ersten 1100-TEU-Containerschiffs seit den 1980er-Jahren auf der Werft in Karatschi
2026-07-10 11:46
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de.wedoany.com-Bericht: Pakistan hat seine Fähigkeit zum Bau großer Handelsschiffe wiederhergestellt, um den Entwicklungsplan der „Blauen Wirtschaft" umzusetzen. Die Karachi Shipyard & Engineering Works hat mit der Montage des ersten großen Handelsschiffs des Landes seit den 1980er-Jahren begonnen – eines 1100-TEU-Containerschiffs. Das Schiff wurde von der staatlichen Pakistan National Shipping Corporation in Auftrag gegeben. Der Vertrag wurde im Februar 2024 unterzeichnet, das Projekt geriet jedoch aufgrund finanzieller Herausforderungen ins Stocken. Nach dem Eingreifen der Regierung begann im Januar 2026 der Stahlzuschnitt, der inzwischen vollständig abgeschlossen ist. Das Schiff befindet sich nun in der Rumpfmontagephase.

Die Werft hat seit über 40 Jahren keine Handelsschiffe mehr gebaut und sich hauptsächlich auf Militäraufträge wie Fregatten, Korvetten, Flottentanker und Logistikschiffe für die pakistanische Marine konzentriert. Die Werft gibt jedoch an, über die Kapazität zum Bau von Schiffen mit einer Tragfähigkeit von bis zu 26.000 Tonnen (tdw) zu verfügen, darunter Massengutfrachter, Tanker, Baggerschiffe, Fähren, Fischerboote und Schlepper.

Um Hindernisse für die industrielle Entwicklung zu beseitigen, richtete die pakistanische Regierung im Jahr 2024 eine Arbeitsgruppe ein, die eine spezielle Untersuchung der Meereswirtschaft durchführte. Dabei wurden insgesamt 99 Engpässe identifiziert, für 84 davon wurden bereits Lösungen entwickelt. In der Finanzpolitik strich die Regierung die 22-prozentige Umsatzsteuer auf den Kauf von Schiffen und Schiffbaumaterialien. Sie wies darauf hin, dass Nachbarländer wie Indien Subventionen von bis zu 30 % für die Schiffbauindustrie gewähren, und hofft, Pakistan durch Steuerreformen attraktiver zu machen. Berichten zufolge haben die größten Reeder des Landes ihre Schiffe in der Vergangenheit in Panama und Liberia registrieren lassen.

Neben dem kommerziellen Schiffbau treibt die Regierung auch die Modernisierung des Hafenbetriebs voran, darunter die Verkürzung der Zollabfertigungszeiten, die Installation fortschrittlicher Container-Scanner und die Einführung eines 24-Stunden-Hafenbetriebs. Die Abwrackindustrie ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Plans. Diese Branche gehörte einst zu den größten der Welt, verfiel jedoch aufgrund von finanziellem Druck und Umweltauflagen. Pakistan hat das Hongkong-Übereinkommen (Hong Kong Convention) unterzeichnet, und fünf Abwrackwerften erfüllen bereits vollständig dessen Anforderungen.

Laut einem Regierungsbericht wird die Entwicklung der heimischen Schiffbauindustrie Devisenausgaben einsparen und das Potenzial für den Export neuer Schiffe schaffen. Die Wiederbelebung der relevanten Industrien wird zudem neue Arbeitsplätze schaffen.

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