de.wedoany.com-Bericht: Der deutsche Präzisionswerkzeughersteller Mapal hat auf seiner Jahrespressekonferenz am Hauptsitz in Aalen über die Geschäftsentwicklung informiert und vorab Neuheiten vorgestellt, die auf der AMB-Messe präsentiert werden. CEO Kress wies darauf hin, dass der aktuelle Markt nicht nur eine kurzfristige Schwächephase sei, sondern viele Schlüsselbereiche tiefgreifende Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, technologischen Entwicklungen und geopolitischen Einflüsse durchliefen. Im Bereich der Präzisionswerkzeuge führten Exportbeschränkungen und Preissteigerungen bei Hartmetall-Basisprodukten zu Rohstoffknappheit, was eine zusätzliche Herausforderung darstelle. Kress betonte, dass es wichtiger sei, sich auf das zu konzentrieren, was man beeinflussen könne, und dass nicht jeder Hype automatisch einen Markt schaffe. Mapal investiere nur dort gezielt, wo nachhaltige Marktchancen erkannt würden und echte Mehrwerte für die Anwender geschaffen werden könnten.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Mapal-Gruppe einen Umsatz von 514 Millionen Euro, ein Rückgang von rund 7 Prozent gegenüber 551 Millionen Euro im Vorjahr. Zum Jahresende 2025 beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 4.500 Mitarbeiter. Um den Herausforderungen zu begegnen, führte Mapal durch die Zusammenlegung deutscher Gesellschaften das größte organisatorische Umstrukturierungsprojekt seiner Geschichte durch und stellte auf eine prozessorientierte Organisation mit standardisierten Abläufen sowie klar definierten Verantwortlichkeiten und Strukturen um, um Transparenz, Effizienz und Geschwindigkeit zu erhöhen. Im Geschäftsjahr 2025 investierte Mapal rund 25 Millionen Euro in die Bereiche Standorte, Produktion, Digitalisierung und Zukunftstechnologien. Für 2026 ist ein ähnliches Investitionsniveau geplant. Die Luft- und Raumfahrt war in den letzten Jahren der am besten performende Anwendungsmarkt mit zweistelligen Umsatzzuwächsen, die deutlich über dem Marktdurchschnitt lagen. Mapal ist zudem im Verteidigungsbereich sowie bei industriellen Projekten tätig, die sich aus neuen Anforderungen an Sicherheit, Infrastruktur und Energieversorgung ergeben. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 schätzt Kress die Rahmenbedingungen weiterhin als herausfordernd ein: Die europäische Wirtschaft entwickelt sich verhalten, geopolitische Unsicherheiten, globale Veränderungen der Lieferkette und die Situation auf den Rohstoffmärkten beeinflussen den Markt. Mapal möchte Anwender mit innovativen Fertigungslösungen und Produkten dabei unterstützen, in Deutschland und anderswo wettbewerbsfähig zu produzieren.
Im Produktbereich hat Mapal den neuen Bohrer Mega-Drill-Composite-MD-EdgePro für die Bearbeitung von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) vorgestellt, der sich während des Bohrvorgangs selbst schärft. Der Bohrer wird durch Laserbearbeitung an der Hauptschneide der ersten Freifläche geschärft, was eine extrem scharfe Schneidkante erzeugt und ein perfektes, ausrissfreies Bohren ermöglicht. Er eignet sich besonders für die Bearbeitung dünnwandiger Teile, reduziert die Schnittkräfte und verhindert Rückfederung und Verbiegung des Werkstücks. Die Bohrspitze ist mit einem 90°-Winkel konstruiert, was ein selbstzentrierendes Bohren ermöglicht. Der Durchmesserbereich liegt zwischen 3 und 12 Millimetern. Der zweite Bohrer, Mega-Deep-Drill-Alu, wurde speziell für die Herausforderungen großer Bohrtiefen entwickelt. Er besteht aus einem völlig neuen Gesamtkonzept aus Schneidengeometrie, Kühlung und Schneidstoff, das für ein breites Anwendungsspektrum von Schmiedelegierungen bis hin zu hochsiliziumhaltigen Gusslegierungen geeignet ist. Die geraden Hauptschneiden sorgen für einen ruhigen, vibrationsarmen Prozess und reduzieren Ausbrüche und Gratbildung. Doppelte Führungsfasen und optimierte Spanräume verbessern die Spanabfuhr. Vier Führungsanschrägungen stabilisieren den Bohrer. Die Kühlkanäle wurden neu gestaltet und um 20 % vergrößert, was das Verschleißverhalten und die Prozessstabilität optimiert. Das abgestimmte Schneidstoffkonzept ermöglicht in der unbeschichteten Version mit feingeschliffenen Spanräumen eine prozesssichere Bearbeitung verschiedener Aluminiumsorten. Zwei konfigurierbare Kopf-Beschichtungen passen sich dem Siliziumgehalt der Aluminiumlegierung und der Kühlschmierstoffstrategie an. Der Bohrer erreicht Vorschübe von bis zu 0,4 Millimetern pro Umdrehung und eine Standweg-Länge von bis zu 3,2 Kilometern. Die Standardreihe bietet Längen von 15×D bis 40×D bei einem Durchmesserbereich von 3 bis 16 Millimetern.
Mapal hat die neuen unbeschichteten PcBN-Schneidstoffe FU240 und FU290 entwickelt, die für das Hartfräsen der Außen- und Innenkugelbahnen von Antriebsgelenken geeignet sind. Die Außenringe bestehen aus Vergütungsstahl, die Innenringe meist aus Einsatzstahl. Durch die Anpassung des CBN-Gehalts, der Korngröße und der Bindemittelzusammensetzung konnte die Standzeit der neuen Schneidstoffe bei Schnittgeschwindigkeiten von etwa 180 Metern pro Minute und Vorschüben von 0,07 bis 0,10 Millimetern pro Zahn um über 30 % im Vergleich zu bisher verwendeten Produkten gesteigert werden. Die neue Uniq Dream Chuck-Spannzangen-Serie mit einem 4,5°-Profil bringt die hydraulische Dehnspann-Technologie in den Spannbereich von 3 bis 5 Millimetern. Sie kombiniert die Vorteile der hydraulischen Dehnspann-Technologie mit dem ursprünglichen Profil von Schrumpffuttern nach DIN 69882-8, sodass ein Technologiewechsel ohne Anpassung des Bearbeitungsprozesses oder vorhandener Konturkollisionen möglich ist. Die Spannzange wurde speziell für den kleinen Durchmesserbereich eigenständig konstruiert und integriert die hydraulische Dehneinheit und die Antriebseinheit, wobei die Antriebseinheit in den HSK-Flansch integriert ist und das ursprüngliche Schrumpfprofil beibehält. Die neue Generation des Trochoidenfräsers OptiMill-Tro-Uni wurde durch Anpassung der Werkzeuggeometrie verbessert: Der Kerndurchmesser, der je nach Länge angepasst wird, erhöht die Biegefestigkeit. Fünf Schneiden ermöglichen eine hohe Vorschubleistung, und die asymmetrische Drallwinkelauslegung reduziert Vibrationen. Feldtests unter realen Einsatzbedingungen zeigen, dass das abgestimmte Zusammenspiel von Werkzeug- und Prozessauslegung entscheidend für die Leistungssteigerung ist.






