de.wedoany.com-Bericht: Der thailändische Telekommunikationsbetreiber AIS hat gemeinsam mit ZTE aus China die erste Migration und automatische Aktivierung von Diensten im nächsten Geschäftskunden-Backbone abgeschlossen. Das modernisierte Netz wird künftig vorrangig Unternehmensleitungen, Cloud-Verbindungen und Rechenzentrums-Interconnects bedienen. Im Rahmen des Projekts wurden nicht nur die Kern- und Edge-Router ausgetauscht, sondern auch die Netzarchitektur und das Betriebssystem synchron angepasst. Dadurch kann AIS Geschäftskunden schrittweise ohne Unterbrechung bestehender Dienste auf das neue IP-Backbone migrieren.
Da thailändische Unternehmen zunehmend Cloud Computing, standortübergreifende Vernetzung und Rechenzentrumsdienste nutzen, muss das bestehende Geschäftskundennetz gleichzeitig größere Datenmengen und komplexere Dienstpfade bewältigen. Unternehmensleitungen erfordern hohe Stabilität und Isolation, Cloud-Verbindungen benötigen schnellen Zugang zu verschiedenen Rechenplattformen, und Rechenzentrums-Interconnects verlangen dauerhaft hohe Bandbreite und niedrige Latenz. Wenn diese Dienste weiterhin auf manuelle Konfiguration und feste Pfade angewiesen sind, müssen bei neuen Kunden oder Netzressourcenanpassungen oft Parameter auf jedem einzelnen Gerät geändert werden, und die Bereitstellungszeit kann durch die Netzausdehnung beeinträchtigt werden. Der Kern des AIS-Upgrades besteht darin, das Backbone von traditionellen Gerätestapeln und manuellen Betriebsmodellen auf eine Plattform mit einheitlicher Steuerung, automatischer Bereitstellung und kontinuierlicher Skalierbarkeit für Geschäftskunden umzustellen.
Das Projekt setzt ZTE-Router der Serie ZXR10 M6000-SE an Kern-, Edge- und Interconnect-Knoten ein. Laut ZTE bieten einzelne Steckplätze je nach Konfiguration eine Durchsatzleistung von 3,6 Tbit/s, 7,2 Tbit/s oder 14,4 Tbit/s, sodass AIS die Gerätekapazität je nach Knotenposition und Dienstumfang wählen kann. Die Kernschicht bündelt den Großteil des Geschäftskundenverkehrs, die Edge-Schicht verbindet Unternehmenskunden und regionale Netze, während die Interconnect-Knoten den Datenaustausch zwischen Cloud-Plattformen, Rechenzentren und externen Netzen übernehmen. Nach der synchronen Aufrüstung aller Ebenen kann das Netz bei steigendem Dienstvolumen schrittweise Ports und Durchsatz erweitern, ohne das gesamte Backbone-System häufig neu aufbauen zu müssen.
Im Bereich Verkehrssteuerung führt das neue Netz Technologien wie SR-MPLS, Flex-Algo und EVPN ein. SR-MPLS ermöglicht die Planung von Datenübertragungspfaden nach Dienstvorgaben, Flex-Algo erlaubt differenzierte Pfadberechnungsregeln für verschiedene Dienste, und EVPN dient dem Aufbau flexiblerer virtueller Netzverbindungen zwischen mehreren Knoten. Mit diesen Fähigkeiten kann AIS für Kunden aus den Bereichen Finanzen, Cloud Computing und Fertigung jeweils eigene Übertragungspfade und Netzressourcen konfigurieren, um zu vermeiden, dass hochpriorisierte Dienste und normaler Datenverkehr sich gegenseitig auf demselben Pfad behindern, und um bei Leitungsstörungen oder lokalen Geräteausfällen den Verkehr neu zu organisieren.
Während der Migration führten AIS und ZTE die erste Dienstumschaltung bei laufendem Geschäftskundenbetrieb durch. Backbone-Migrationen umfassen in der Regel die Anpassung von Routing-Strategien, die Überprüfung von Dienstpfaden, die Gerätevernetzung, die Synchronisierung von Benutzerdaten und die Vorbereitung von Fehlerrückfällen. Ein Konfigurationsfehler könnte die Verbindung von Unternehmensleitungen, Cloud-Zugriffen oder Rechenzentren beeinträchtigen. Das Projektteam führte die Umschaltung zwischen altem und neuem Netz durch schrittweise Bereitstellung und Dienstvalidierung durch und hielt die bestehenden Dienste kontinuierlich in Betrieb, um eine Grundlage für die Migration weiterer Kunden und Knoten zu schaffen.
Das Betriebssystem war ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Projekts. AIS setzt die ZENIC ONE R22-Managementplattform von ZTE ein, um Geschäftskundendienste zentral zu orchestrieren, mit einem Klick bereitzustellen und über den gesamten Lebenszyklus hinweg sichtbar zu verwalten. Konfigurationsarbeiten, die früher das separate Einloggen in mehrere Geräte erforderten, können nun auf einer einheitlichen Plattform erstellt und ausgerollt werden. Der Prozess von der Beantragung über die Ressourcenzuweisung bis zur Dienstaktivierung für Unternehmensleitungen und Cloud-Verbindungen kann kontinuierlich nachverfolgt werden. Für Betreiber mit vielen Geschäftskunden reduziert die automatisierte Betriebsführung nicht nur wiederholte manuelle Eingriffe, sondern auch Inkonsistenzen zwischen verschiedenen Knoten durch manuelle Konfiguration, sodass Netzkapazität, Dienststatus und Fehlerorte leichter identifiziert werden können.
Nach Abschluss des Upgrades wird das AIS-Geschäftskunden-Backbone weiterhin private Unternehmensleitungen, standortübergreifende Vernetzung, Cloud-Plattform-Zugänge und Rechenzentrumsverbindungen in Thailand unterstützen. Der nächste Bauabschnitt wird sich von der ersten Dienstmigration auf die Anbindung weiterer Knoten und Kunden verlagern, während gleichzeitig die Steuerungsfähigkeit des Netzes unter hohem Datenverkehr, bei Cloud-übergreifenden Verbindungen und im Langzeitbetrieb getestet wird. AIS und ZTE planen zudem, die Zusammenarbeit in den Bereichen Cloud-Netz-Integration, hochwertige IP-Netze und 5G-Unternehmensanwendungen fortzusetzen, um das Geschäftskunden-Backbone weiter mit Campus-Netzen, Cloud-Ressourcen und mobilen Kommunikationssystemen zu verbinden.






