de.wedoany.com-Bericht: Der südkoreanische Netzbetreiber Dreamline wird im nationalen Industriepark Saemangeum in der Stadt Gunsan, Provinz Nord-Jeolla, eine internationale Glasfaser-Seekabel-Landestation errichten. Das Projektvolumen beträgt rund 340 Milliarden Won, die Fläche etwa 5.180 Quadratmeter. Die Entwicklungsbehörde Saemangeum, die Besondere Autonome Provinz Nord-Jeolla, die Stadt Gunsan, die Koreanische Gesellschaft für Landwirtschaft und Fischerei sowie Dreamline haben eine entsprechende Projektvereinbarung unterzeichnet. Die Bauarbeiten sollen im Januar 2027 beginnen, ab 2029 sollen internationale Kommunikationsdienste angeboten werden. Die Landestation wird an das rund 8.900 Kilometer lange Unterseekabelsystem AUG East angebunden und verbindet das internationale Seekabel mit dem südkoreanischen Glasfasernetz, Rechenzentren und der Kernkommunikationsinfrastruktur.
AUG East verbindet asiatische Märkte wie Südkorea, Japan, Singapur, Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Brunei und Taiwan (China) und soll um das dritte Quartal 2029 in Betrieb genommen werden. Das System wird von elf Unternehmen mitgebaut. Neben Saemangeum in Südkorea werden entlang der Strecke weitere Landepunkte in mehreren Ländern und Regionen eingerichtet, um einen grenzüberschreitenden Datenübertragungskanal zu schaffen, der Ost- und Südostasien abdeckt. Dreamline ist für den Bau der Landestation an der Westküste Südkoreas verantwortlich. Deren Aufgabe besteht nicht nur im einfachen Empfang der Seekabelsignale, sondern umfasst den Anschluss der Glasfaserenden auf dem Meeresboden, die Installation optischer Übertragungsgeräte, die Überwachung internationaler Leitungen, die Datenverteilung und die Rückspeisung ins nationale Netz.
Die Landestation soll im zweiten Abschnitt des nationalen Industrieparks Saemangeum errichtet werden. Nachdem das internationale Unterseekabel vom küstennahen Meer an Land geführt wurde, muss es durch Seekabel-Einführungsrohre, Strandschächte und landseitige Glasfaserkabel mit dem Stationsgebäude verbunden werden. Im Gebäude selbst müssen Seekabel-Endgeräte, optische Verstärkersysteme, Stromversorgungs- und -verteilung, Notstromaggregate, Kühlung, Brandschutz und Netzwerksicherheitsanlagen installiert werden. Nach der optisch-elektrischen Wandlung und der Routing-Zuweisung der internationalen Daten müssen diese außerdem in das nationale Glasfaser-Rückspeisungsnetz mit niedriger Latenz eingespeist werden, das nach Seoul und andere Großstädte führt, um an das Kernnetz des Betreibers, Cloud-Plattformen und Rechenzentren angebunden zu werden. Somit ist diese Landestation tatsächlich ein zentraler Umschaltknoten zwischen „Seekabel – Küsteninfrastruktur – terrestrischem Kernnetz – Rechenzentrum" und nicht nur ein isoliertes Kommunikationsgebäude.
Die bestehenden internationalen Seekabel-Landeinfrastrukturen in Südkorea konzentrieren sich derzeit hauptsächlich auf die südöstlichen Küstenregionen wie Busan und Geoje. Indem Dreamline den südkoreanischen Knotenpunkt von AUG East an der Westküste ansiedelt, soll die geografische Streuung der internationalen Kommunikationsleitungen erhöht und das Netzrisiko durch eine zu starke Konzentration der Landestationen verringert werden. Wenn eine Küstenregion von Naturkatastrophen, Bauschäden oder lokalen Strom- und Kommunikationsausfällen betroffen ist, können die an verschiedenen Küsten gelegenen Landepunkte alternative Wege für die internationalen Daten bieten. Dreamline betreibt in Südkorea derzeit ein Glasfasernetz von rund 58.000 Kilometern Länge. Nach Inbetriebnahme der neuen Landestation kann das Unternehmen seine bestehenden nationalen Übertragungsressourcen nutzen, um den internationalen Datenverkehr in die Hauptstadtregion und zu den wichtigsten Rechenzentrums-Clustern zu leiten.
Saemangeum bereitet sich derzeit auf die Aufnahme von Rechenzentren und Infrastrukturprojekten für Künstliche Intelligenz (KI) vor. Auch die Hyundai Motor Group plant den Bau eines KI-Rechenzentrums in der Region. Das Training und die Inferenz großer KI-Modelle erfordern einen kontinuierlichen Austausch von Modellparametern, Datensätzen und Geschäftsanfragen zwischen Rechenzentren, Cloud-Plattformen und ausländischen Rechenknoten. Neben der Rechenhardware selbst beeinflussen auch die internationale Bandbreite, die Übertragungslatenz und die Stabilität des Netzwerkpfads die Effizienz der Rechenleistungsnutzung. Da sich die AUG East-Landestation in der Nähe des geplanten KI-Rechenzentrums in Saemangeum befindet, kann der Umweg der internationalen Daten über die südöstliche Küste Südkoreas und die anschließende lange terrestrische Übertragung zurück in die Westregion vermieden werden. Dies bietet dem Rechenzentrum in Saemangeum einen direkteren grenzüberschreitenden Kommunikationsausgang.
Dreamline muss in der Folge die Detailplanung der Landestation, die Anbindung der Seekabel-Landeroute, den Bau des Stationsgebäudes, die Installation der optischen Übertragungsgeräte sowie den Anschluss an das nationale Rückspeisungsnetz durchführen. Das Projekt muss zudem zeitlich mit der Verlegung des AUG East-Seekabels und dem Bau der anderen Landestationen entlang der Strecke abgestimmt sein. Selbst wenn die südkoreanische Station vorzeitig fertiggestellt wird, muss sie dennoch auf die vollständige Verlegung des gesamten Seekabels, Systemtests und die gemeinsame Inbetriebnahme der Leitungen mehrerer Länder warten, bevor sie offiziell in Betrieb gehen kann. Der Baubeginn im Januar 2027 und die Aufnahme der Kommunikationsdienste im Jahr 2029 sind derzeit die beiden klarsten Projektmeilensteine.






