de.wedoany.com-Bericht: Das US-amerikanische Unternehmen für Unterseekommunikationsberatung WFN Strategies hat kürzlich von dem US-Telekommunikationsanbieter Hawaiian Telcom den Auftrag erhalten, als Vertreter des Auftraggebers und für die Überwachung der Offshore-Arbeiten für das interinsulare Unterseekabel-Projekt Kunoa North tätig zu werden. Das Projekt sieht für 2026 eine Meeresroutenerkundung und für 2028 die Verlegung des Unterseekabels vor. Nach der Fertigstellung soll es die interinsularen Kommunikationswege im Norden der Hawaii-Inseln (USA) erweitern und die Leitungsredundanz sowie die Failover-Fähigkeit des bestehenden Glasfasernetzes verbessern.
Gemäß der vertraglichen Vereinbarung wird WFN Strategies aus den USA Offshore-Personal auf Erkundungs- und Verlegeschiffe entsenden, um im Namen von Hawaiian Telcom die Projektumsetzung zu überwachen. Der Leistungsumfang erstreckt sich von der Meeresroutenerkundung im Jahr 2026 bis zur Verlegung des Unterseekabels im Jahr 2028. Zu den konkreten Aufgaben gehören die Überprüfung der Vertragserfüllung durch die Bauunternehmen, die Verifizierung der Einhaltung technischer Spezifikationen, Sicherheitsanforderungen und Umweltauflagen sowie die unabhängige Dokumentation und Berichterstattung über den Fortschritt vor Ort, technische Probleme und die Arbeiten der Auftragnehmer.
Die Meeresroutenerkundung ist ein wichtiger technischer Schritt vor der Verlegung eines Unterseekabels. Die Erkundung muss die Meeresbodenbeschaffenheit, Unterwasserhindernisse, geologische Bedingungen und geeignete Trassen für die Kabelverlegung ermitteln. Dies dient als Grundlage für die anschließende Routenplanung, die Berechnung der Kabellänge, die Bauarbeiten an den Landungsstellen und die Verlegung auf See. Die Aufgabe von WFN Strategies ist hierbei keine reine technische Beratung, sondern eine durchgängige Überwachung vor Ort während der Seeerkundung und der Verlegearbeiten, damit Hawaiian Telcom kontinuierlich über den Baufortschritt und die Bauqualität informiert ist.
Kunoa North ist ein interinsularen Unterseeglasfaserkommunikationssystem für die Hawaii-Inseln (USA), das sowohl die Seekabelstrecken als auch die Landanschlusseinrichtungen umfasst. Das Projekt nutzt eine nördliche Route und schafft so einen Kommunikationspfad in eine andere Richtung als die bestehende südliche Glasfaserleitung von Hawaiian Telcom. Fällt eine der Leitungen aus oder muss gewartet werden, kann ein Teil des Datenverkehrs über die andere Leitung umgeleitet werden. Dies verringert die Auswirkungen eines Ausfalls einer einzelnen Route auf das Internet zwischen den Inseln, die Regierungskommunikation und die öffentlichen Dienstnetze.
Nach dem bereits veröffentlichten technischen Konzept wird der Seekabelabschnitt von Kunoa North als hochkapazitives, latenzarmes, repeaterloses Glasfasersystem ausgeführt und in das interinsulare Mittelstrecken-Kommunikationsnetz von Hawaiian Telcom integriert. Das repeaterlose Design bedeutet, dass auf der Seekabelstrecke keine Unterwasser-Signalverstärker installiert werden. Das System ist strukturell relativ einfach, erfordert jedoch eine auf die Inselentfernungen, die Glasfaserdämpfung und die Fähigkeiten der Endgeräte abgestimmte Leitungsplanung. Die vollständige Route, die Anzahl der Glasfaserpaare, die geplante Übertragungskapazität und die genauen Landungspunkte wurden bisher nicht vollständig veröffentlicht.
Die Baukosten für Kunoa North belaufen sich auf etwa 87 Millionen US-Dollar. Darin enthalten sind 37 Millionen US-Dollar an Projektmitteln der US-amerikanischen National Telecommunications and Information Administration (NTIA). Die verbleibenden rund 50 Millionen US-Dollar trägt Hawaiian Telcom. Zuvor wurde das Unternehmen I.T. International Telecom Marine aus Barbados als schlüsselfertiger Auftragnehmer für das Projekt bestimmt, das für das Design, die Lieferung und die Installation des Unterseekabelsystems verantwortlich ist. Das Gesamtprojekt soll bis 2028 abgeschlossen sein.
Vom Bauablauf her sind die wichtigsten Auftragnehmer für das Unterseekabel und die Offshore-Bauüberwachung bereits bestimmt. Der nächste Schwerpunkt wird auf der Meeresroutenerkundung, der Detaillierung der technischen Planung, der Kabelproduktion, der Vorbereitung der Landestationen und der Organisation der See-Verlegung liegen. WFN Strategies wird die Arbeiten auf den Erkundungs- und Kabelverlegungsschiffen vor Ort überwachen, prüfen, ob die Bauunternehmen gemäß Vertrag sowie technischen und Sicherheitsanforderungen arbeiten, und zeitnah Änderungen der Seebedingungen, Bauabweichungen und Probleme vor Ort dokumentieren.
Kunoa North ist kein transozeanisches Hauptseekabel, das die Hawaii-Inseln (USA) mit anderen Ländern und Regionen verbindet. Seine Hauptaufgabe ist die Verbesserung des Kommunikationsnetzes innerhalb des Archipels. Die einzelnen Inseln der Hawaii-Inseln (USA) sind durch das Meer getrennt, und der Datenaustausch zwischen den Inseln ist auf Unterseeglasfasersysteme angewiesen. Mit der neuen nördlichen Leitung wird die bestehende südliche Route nicht mehr die gesamte interinsulare Kommunikationslast tragen müssen. Der Netzbetreiber kann die Übertragungswege auch je nach Störungen, Wartungsarbeiten oder Verkehrsaufkommen anpassen.
Das Projekt wird auch an den Breitbandausbauplan Connect Kākou des US-Bundesstaates Hawaii anknüpfen und Haushalten, Unternehmen, Regierungsbehörden und wichtigen öffentlichen Diensten interinsulare Mittelstrecken-Netzunterstützung bieten. Nach der Fertigstellung der Haupt- und Mittelstrecken-Seekabel muss die Kommunikationskapazität über landseitige Glasfasernetze und Zugangsnetze zu Wohngebieten, Gewerbeeinrichtungen und öffentlichen Einrichtungen weitergeleitet werden. Daher ist Kunoa North eine interinsulare Rückgratkomponente im Glasfasernetzaufbau der Hawaii-Inseln (USA) und keine eigenständig betriebene einzelne Seekabelstrecke.






