de.wedoany.com-Bericht: Brasilien treibt den Bau mehrerer großer Rechenzentrumsparks in den Bundesstaaten São Paulo und Ceará voran. Die neuen Einrichtungen sind für Cloud-Computing, Künstliche Intelligenz-Training, Modellinferenz und groß angelegte GPU-Cluster ausgelegt. Zu den aktuellen Schwerpunktprojekten gehören das von Ascenty in Brasilien gebaute Rechenzentrum Sumaré 3, der von der US-amerikanischen Ada Infrastructure gestartete GRU10-Park sowie der im Hafenkomplex Pecem vorangetriebene Hyperscale-Rechenzentrumspark. Der Bauumfang hat sich von Serverräumen auf dedizierte Umspannwerke, Stromübertragungsleitungen, Flüssigkühlsysteme, Glasfasernetze und erneuerbare Energieinfrastruktur erweitert.
Ascenty Brasilien hat im März 2026 mit dem Bau des Rechenzentrums Sumaré 3 begonnen. Die erste Ausbaustufe ist für eine Kapazität von 90 Megawatt ausgelegt, mit einer Option für eine weitere Erweiterung um 90 Megawatt. Die Gebäudefläche beträgt etwa 48.000 Quadratmeter, die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2027 geplant. Die Einrichtung ist für die hohen Rechendichten der Künstlichen Intelligenz ausgelegt und wird mit Chip-Direktkühlung und geschlossenen Kreislaufkühlsystemen ausgestattet, um leistungsstärkere GPU-Server zu beherbergen. Der Park benötigt zudem die Installation von Stromversorgungs- und -verteilungssystemen, Notstromversorgung, Netzwerkanbindung und Rechenraumsystemen, um einen kontinuierlichen Betrieb der Rechengeräte zu gewährleisten.
Die US-amerikanische Ada Infrastructure hat derweil mit dem Bau der ersten Phase des GRU10-Rechenzentrumsparks in Franco da Rocha in der Metropolregion São Paulo begonnen. Der Park wird in Phasen gebaut und kann nach vollständiger Fertigstellung bis zu drei mehrstöckige Rechenzentrumsgebäude mit einer Gesamtkapazität von bis zu 300 Megawatt umfassen, die von zwei parkeigenen Umspannwerken versorgt werden. Die erste Phase umfasst ein Rechenzentrumsgebäude und ein dediziertes Umspannwerk. Die Bauzeit wird auf 18 bis 24 Monate geschätzt und dient hauptsächlich Cloud-Computing, maschinellem Lernen, KI-Inferenz und großflächiger GPU-Bereitstellung.
Im Nordosten Brasiliens wird im Hafenkomplex Pecem ein weiteres Hyperscale-Rechenzentrum vorangetrieben. Das Projekt wird mit einem Windkraft-Stromversorgungssystem ausgestattet, das die Servercluster und Kühlsysteme langfristig mit Strom versorgt. Der Standort befindet sich in der Nähe der Anlandepunkte internationaler Unterseekabel und kann über Seekabel und terrestrische Glasfaser-Backbones eine Verbindung zu Cloud-Plattformen im Ausland und wichtigen Netzwerkknoten in Lateinamerika herstellen. Mit der schrittweisen Erhöhung der Rechenkapazität muss der Park auch die Umspannwerke, Netzwerkleitungen, Energieverteilung und geschlossenen Kühlsysteme parallel verbessern.
Nach dem Baubeginn mehrerer großer Rechenzentren ist die Anschlusskapazität an das brasilianische Stromnetz zu einer wichtigen Voraussetzung für den Baufortschritt geworden. Planungsunterlagen der brasilianischen Energiebehörde zeigen, dass die Zahl der Projekte für den Anschluss von Rechenzentren an das nationale Hauptstromnetz stetig zunimmt; bis April 2026 wurden 22 Anschlussverträge unterzeichnet, 18 Anschlussanträge erhielten positive Stellungnahmen, und 50 weitere Anträge werden derzeit geprüft. Die damit verbundene Last wird voraussichtlich von einer durchschnittlichen Zusatzlast von 304 Megawatt im Jahr 2026 auf 3.457 Megawatt im Jahr 2030 ansteigen. Neben dem Bau von Rechenzentren müssen auch Umspannwerke, Stromübertragungsleitungen und regionale Netzwerkknoten neu gebaut oder umgerüstet werden.
Die neue Welle des digitalen Infrastrukturausbaus in Brasilien bildet eine Baukette, die Rechenzentrumsparks als Kernstück sowie die gleichzeitige Erweiterung von Strom- und Glasfasernetzen umfasst. Die weiteren Bauschwerpunkte werden auf hochdichten Rechenräumen, GPU-Server-Bereitstellung, Flüssigkühleinrichtungen, dedizierten Umspannwerken, dem Anschluss erneuerbarer Energien und überregionalen Glasfaserverbindungen liegen, nicht nur auf der reinen Erweiterung von Cloud-Diensten oder Softwareprodukten.










