de.wedoany.com-Bericht: Am 13. Juli (Ortszeit) gab der deutsche Automobilchip- und Komponentenhersteller Bosch bekannt, dass seine erste Halbleiterfabrik in den USA mit der Musterproduktion begonnen hat. Gleichzeitig unterzeichnete das Unternehmen eine Subventionsvereinbarung in Höhe von 225 Millionen US-Dollar mit dem US-Handelsministerium, um die Fertigungskapazitäten für Siliziumcarbid-Chips zu stärken. Bosch hatte 2023 die TSI Semiconductors-Fabrik in Roseville, Kalifornien, übernommen und umgebaut. Inklusive dieser Subvention beläuft sich die Gesamtinvestition des Projekts auf 2 Milliarden US-Dollar, die kommerzielle Produktion soll voraussichtlich Ende 2026 anlaufen.

Die 225 Millionen US-Dollar stammen hauptsächlich aus dem 2022 verabschiedeten CHIPS and Science Act. Kernziel ist es, die heimische Halbleiterproduktion in den USA auszubauen und die übermäßige Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten zu verringern. Während der Pandemie hatte die Chipknappheit zu umfassenden Turbulenzen in der Automobilindustrie geführt und die Schwäche der US-Autoindustrie offengelegt, die zu stark von wenigen europäischen und asiatischen Zulieferern abhängig war. Unter dem politischen Druck von US-Präsident Trump sowie aufgrund hoher Zölle und geopolitischer Störungen erweitern viele Automobilhersteller und Zulieferer aktiv ihre Fertigungskapazitäten in den USA.

Paul Thomas, Präsident und CEO von Bosch Nordamerika, wies darauf hin, dass das USMCA-Abkommen (United States-Mexico-Canada Agreement) teilweise der Grund für Boschs verstärkte Chip-Investitionen in den USA sei. Automobilhersteller wollten mit Unternehmen zusammenarbeiten, die in der Nähe eine zuverlässige Lieferkette bieten könnten. US-Handelsminister Howard Lutnick betonte in einer Erklärung, dass die Regierung bestrebt sei, eine sichere Lieferkette innerhalb der USA aufzubauen, um in Branchen, die für die nationale und wirtschaftliche Sicherheit von entscheidender Bedeutung sind, einen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Die nun in Produktion gegangenen Siliziumcarbid-Chips werden hauptsächlich zur Steuerung von Hochspannung eingesetzt, anders als Chips für Fahrzeug-Infotainmentsysteme. In Elektrofahrzeugen können Siliziumcarbid-Chips Strom effizienter von der Batterie zum Motor übertragen, Wärme- und Energieverluste reduzieren und so Reichweite und Ladeleistung deutlich verbessern.
Paul Thomas fügte hinzu, dass diese Chips auch für die Stromversorgung von Rechenzentren genutzt werden könnten, um den derzeit boomenden KI-Trend zu unterstützen. Obwohl das Wachstum der Elektrofahrzeugverkäufe nachlässt, werden Siliziumcarbid-Chips auch häufig in Hybridfahrzeugen und im Verteidigungsbereich eingesetzt, was Boschs Investition zukunftsweisend macht. Um seine Marktposition weiter zu festigen, plant Bosch, bis 2031 bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar in sein US-Geschäft zu investieren und seine Präsenz in Nordamerika umfassend auszubauen.










