Deutsches EUSI modernisiert Satelliten-Bodeninfrastruktur und Cloud-Systeme
2026-07-14 11:56
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de.wedoany.com-Bericht: Deutschland – Der deutsche Satellitenbilddienstleister European Space Imaging (EUSI) hat kürzlich seine Satelliten-Bodeninfrastruktur und Cloud-Infrastruktur modernisiert. Der Ausbau umfasst Missionssoftware, Cloud-Architektur, Datenverarbeitungspipelines, Bildauslieferungssysteme und Bodenkommunikationssysteme. Die Anlagen befinden sich in der Nähe von München und werden von EUSI in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betrieben. Sie übernehmen Aufgaben wie das Hochladen von Satellitenbefehlen, den Datendownload, die Bildverarbeitung und -auslieferung. Die Modernisierung wurde in die ATOM-Web- und API-Plattform von EUSI integriert und arbeitet mit dem schnellen Satellitenaufklärungsprogramm RSINT zusammen.

Nach Abschluss der Modernisierung können Nutzer Aufträge spätestens 30 Minuten vor der Satellitenbildaufnahme einreichen. Nach der Aufnahme durch den Satelliten können die entsprechenden Bilder in nur 15 Minuten ausgeliefert werden. Der Prozess „Auftragseinreichung – Satellitenaufnahme – Bodenempfang – Datenverarbeitung – Ergebnisauslieferung“, der zuvor Stunden dauern konnte, wurde auf Minuten verkürzt. Ein von EUSI veröffentlichter realer Ablauf zeigt, dass ein Auftrag für die Region Melilla in Spanien um 10:17 Uhr über die ATOM-Plattform eingereicht, um 10:51 Uhr die Satellitenaufnahme durchgeführt und um 11:01 Uhr die Bildauslieferung abgeschlossen wurde – von der Datenerfassung bis zur Auslieferung dauerte es etwa 10 Minuten.

Die Bodeninfrastruktur ist die zentrale Schnittstelle zwischen Satelliten im Orbit und Nutzern am Boden. EUSI ist derzeit für die Uplink- und Downlink-Dienste der Vantor-Satellitenkonstellation in Europa verantwortlich und kann über deutsche Bodenanlagen optische Satellitenbilder mit einer Auflösung von 30 Zentimetern empfangen. Im Zuge des Projekts wurden gleichzeitig die Missionskontrollsoftware, die Cloud-Verarbeitungsumgebung und das Datenauslieferungssystem modernisiert, sodass Satellitenbefehlsübermittlung, Bilddownload, automatische Verarbeitung und Nutzerzugriff innerhalb derselben Infrastruktur erfolgen können. Das System kann auch hochauflösende SAR- und HF-Satellitendaten integrieren und so ein multisensorisches Datenökosystem aus optischen, Radar- und HF-Informationen bilden.

Die Modernisierung von EUSI hat auch die Verbindung zwischen den deutschen Bodenanlagen und der europäischen Notfall-Datenplattform gestärkt. Das deutsche Geodatenunternehmen GAF hat die ATOM-API in die Copernicus-Schnellreaktionsplattform integriert. Nutzer können über eine einheitliche Schnittstelle Satellitenbildkataloge durchsuchen, Direktaufträge erteilen, den Auftragsstatus verfolgen und Daten empfangen. Die Plattform unterstützt bereits hunderte Satellitenmissionen und Datenauslieferungen in Europa, hauptsächlich für zeitkritische Anwendungen wie Notfallmanagement und Sicherheitsüberwachung.

Inhaltlich handelt es sich bei diesem Projekt nicht um eine reine Aktualisierung einer Satellitenbildsoftware, sondern um eine umfassende Modernisierung der Satellitenbodenempfangs-, Missionskontroll-, Cloud-Verarbeitungs- und Datenauslieferungskomponenten. Die Bodeninfrastruktur in der Nähe von München verbindet die Satelliten im Orbit, die ATOM-Plattform übernimmt Auftragseinreichung und Statusverwaltung, die Cloud-Infrastruktur verarbeitet und verteilt die Bilder, und die API-Schnittstelle verbindet externe Notfall- und Sicherheitssysteme. Nach der Inbetriebnahme der Anlagen verfügt EUSI in Europa über eine vollständige Bodeninfrastrukturkette – von der Satellitenbefehlsübermittlung über den Bilddownload bis zur endgültigen Datenauslieferung.

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