de.wedoany.com-Bericht: Deutschland Der deutsche Energieversorger Enercity baut eine 50-Megawatt-Power-to-Heat-Anlage. Das Projekt ist Teil seiner Kohleausstiegsstrategie und der Dekarbonisierung der Fernwärmeproduktion und zielt gleichzeitig darauf ab, durch die Aufnahme überschüssiger erneuerbarer Strommengen das Stromnetz zu entlasten.

Der stetige Ausbau der installierten Leistung von Windkraft und Photovoltaik führt zu Zeiten extrem niedriger oder sogar negativer Strompreise und setzt das Stromnetz zunehmend unter Druck. Enercity erweitert seine Kapazitäten, um solche Stromüberschüsse aufzunehmen und für die Wärmeerzeugung zu nutzen.
Im Stadtteil Herrenhausen im Nordwesten Hannovers (Niedersachsen), auf dem Gelände des historischen Kraftwerks Herrenhausen, betreibt Enercity seit 2020 einen 20-Megawatt-Elektrodenkessel für Wärme, dessen Kapazität auf 26 Megawatt erhöht wird. Mit der Fertigstellung der neuen 50-Megawatt-Anlage wird die Power-to-Heat-Kapazität des Versorgungsunternehmens deutlich steigen.
Diese Kessel können direkt das Fernwärmenetz in Hannover versorgen oder bestehende Wärmespeicher laden. Die durch diese Technologie gebotene Flexibilität ist besonders wichtig, wenn im Netz große Mengen erneuerbarer Energie verfügbar sind oder der Wärmebedarf sehr hoch ist, beispielsweise an besonders kalten Wintertagen.
Die Systeme tragen auch zur Versorgungssicherheit des Fernwärmenetzes bei, da sie bei hohem Bedarf kurzfristig in Betrieb genommen werden können. Enercity gibt an, dass Power-to-Heat nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt sei, sondern speziell für Situationen, in denen das Energiesystem Unterstützung benötigt.
Die bestehende Anlage in Herrenhausen dient dazu, das Wasser in den Fernwärmespeichern schnell von 98°C auf bis zu 120°C (Wintervorlauftemperatur) zu erhitzen. Dadurch kann die gespeicherte Wärme in Spitzenlastzeiten genutzt werden, was den Betrieb anderer Erzeugungsanlagen reduziert und eine wirtschaftlichere Fernwärmeproduktion unterstützt.
Im Rahmen seiner Dekarbonisierungsstrategie für die Fernwärme in Hannover plant Enercity, sein zweites Kohleblock bis Ende 2027 vollständig zu ersetzen. Das Unternehmen erwartet, dass ein „sehr großer Anteil“ der Fernwärmeproduktion dann klimaneutral sein wird, unter Einsatz von Technologien wie Power-to-Heat, großen Wärmepumpen zur Gewinnung von Umweltwärme aus Fluss- und Klärwerkswasser sowie der Ausweitung der Abwärmenutzung.
Enercity plant zudem den Bau einer weiteren Power-to-Heat-Anlage mit einer Kapazität von 100 Megawatt im Stadtteil Rodenbruch bei Hannover.






