de.wedoany.com-Bericht: Airengy und der europäische Chemieproduzent Nobian haben eine Vereinbarung getroffen, um gemeinsam die Machbarkeit der Nutzung bestehender Salzkavernen in Dänemark für die Entwicklung eines Druckluftspeicher-Projekts zu bewerten. Das geplante Druckluftkraftwerk könnte eine Speicherkapazität von bis zu 2,5 Gigawattstunden bieten, mit einer erwarteten elektrischen Leistung zwischen 3 und 10 Megawatt.

Derzeit befinden sich beide Parteien noch in der Machbarkeitsstudienphase. Bevor eine Entscheidung über den Bau getroffen wird, sollen die technischen Anforderungen, regulatorischen Pfade und das Geschäftsmodell des Projekts geprüft werden. Ein Druckluftspeichersystem funktioniert, indem Luft komprimiert und unterirdisch gespeichert wird; bei Strombedarf wird die Luft freigesetzt, um Strom zu erzeugen. Salzkavernen gelten aufgrund ihres großen unterirdischen Volumens als ideale Gesteinsformationen für diese Art der Speicherung, da sie den Bau oberirdischer Batterieanlagen gleicher Kapazität vermeiden können.
Gemäß der Vereinbarung wird Nobian weiterhin für die Salzkaverne verantwortlich sein und die Betriebsgenehmigung behalten. Zu den Aufgaben gehören Genehmigungsverfahren, regulatorische Prozesse, begleitende Infrastruktur, Einbindung von Interessengruppen und Kommunikation mit der Gemeinde. Airengy wird das Design des AirBattery-Systems leiten, einschließlich der Kompressions- und Stromerzeugungsausrüstung. Die Machbarkeitsstudie wird bewerten, wie die Ausrüstung an die bestehende Salzkaverne und die umliegende Energieinfrastruktur angeschlossen werden kann. Das Verhältnis zwischen Speicherkapazität und elektrischer Leistung deutet darauf hin, dass das Projekt auf langes Entladen und nicht auf kurzfristige Netzunterstützung ausgelegt ist. Die endgültigen Betriebseigenschaften hängen von technischen Studien, Netzanforderungen und der kommerziellen Struktur ab.
Mit dem zunehmenden Anteil von Wind- und Solarenergie am europäischen Strommarkt gewinnt die Langzeitspeicherung an Bedeutung. Im Gegensatz zu Kurzzeitbatterien helfen Systeme, die für lange Speicherdauern ausgelegt sind, langfristige Lücken zwischen erneuerbarer Stromerzeugung und Stromnachfrage zu überbrücken. Das dänische Projekt könnte Strom aufnehmen, wenn die erneuerbare Erzeugung hoch ist, und Strom freisetzen, wenn das Angebot sinkt oder die Nachfrage steigt. Gleichzeitig könnte es zur Bewältigung von Netzengpässen beitragen und die Auswirkungen extremer Schwankungen der Großhandelsstrompreise verringern.
Der dänische Vorschlag ist Teil einer breiteren europäischen Projektpipeline von Airengy. Das Unternehmen hat außerdem Kooperationsprojekte für Druckluftspeicher an Standorten in England, Rumänien und Deutschland angekündigt. Seine Entwicklungsstrategie umfasst den Bau kleinerer Anlagen mit einer geplanten Leistung von etwa 1 bis 1,5 Megawatt in England und Rumänien sowie größerer Projekte in Märkten wie Dänemark. Die Zusammenarbeit mit Nobian ermöglicht Airengy den Zugang zu einem Betreiber von Salzkavernen mit Erfahrung in Salzproduktion, Lösungsbergbau und unterirdischer Infrastruktur. Für Nobian bietet diese Bewertung die Gelegenheit zu prüfen, ob seine Salzkavemenvermögenswerte die Speicherung von Strom unterstützen können.
Das Projekt steht noch vor zahlreichen Hürden, darunter die Erfüllung technischer und sicherheitstechnischer Anforderungen, die Einholung von Genehmigungen, die Bestätigung des Netzanschlusses und der Nachweis, dass die erwarteten Markterlöse ausreichen, um Entwicklung und Betrieb zu finanzieren. Langzeitspeicherprojekte sind zudem auf einen Strommarkt-Rahmen angewiesen, der Flexibilität, Kapazität, Zuverlässigkeit und Netzdienstleistungen ausreichend bewertet. Airengy prüft derzeit auch unabhängig die potenziellen Anwendungen seiner Druckluftplattform in stromintensiven Industrien, einschließlich Rechenzentren. Die dänische Vereinbarung stellt derzeit noch keine Bauverpflichtung dar, bietet den beiden Unternehmen jedoch einen Rahmen, um zu ermitteln, ob bestehende Salzkavernen in kommerziell tragfähige Langzeitspeicheranlagen umgewandelt werden können.










