de.wedoany.com-Bericht: Der litauische Entwickler von Laser-Kommunikationstechnologie, Astrolight, fordert europäische Entscheidungsträger auf, den Ausbau der optischen Kommunikationsinfrastruktur zu beschleunigen, um die Engpässe bei Bandbreite und Lizenzverzögerungen zu überwinden, mit denen herkömmliche Funknetze im kommerziellen und Verteidigungsbereich konfrontiert sind. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass Europa zwar Milliarden Euro in souveräne Weltraumsysteme investiert, aber eine echte autonome Nutzung nur durch eine industrialisierte optische Datenebene erreicht werden kann, um mit der Entwicklung ausländischer Mega-Konstellationen Schritt zu halten.

Im Analysekontext von Astrolight unterscheidet sich die optische Kommunikation erheblich von der Funkkommunikation: Der Datendurchsatz der optischen Kommunikation kann das 100-fache von Funknetzen betragen; ihr schmaler, stark fokussierter Bleistiftstrahl ist schwer abzufangen und zu stören, was die Sicherheit im Vergleich zu den weit verbreiteten und diffusen Funksignalen deutlich erhöht; optische Verbindungen unterliegen nicht der Frequenzzuteilung der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) und erfordern keine aufwändigen Lizenzgenehmigungsverfahren, während Funksysteme anfällig für Bodenstörungen und Fernabfang sind.
Der Zeitpunkt für die Förderung des Ausbaus der optischen Infrastruktur fällt mit mehreren großen europäischen Initiativen zur Verringerung der Abhängigkeit von externen Weltraumdiensten zusammen, darunter das EU-Flaggschiffprojekt IRIS² für sichere Satellitenkonstellationen, das multi-orbitale HydRON-Übertragungsnetz der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der von Deutschland vorgeschlagene 35-Milliarden-Euro-Plan zur Modernisierung der Verteidigungsweltraumtechnik. Astrolight-Führungskräfte betonen jedoch, dass institutionelle Weltraumprogramme durch ein starkes kommerzielles Fertigungsökosystem gestützt werden müssen. Der CEO des Unternehmens, Laurynas Mačiulis, erklärte, dass europäische Betreiber unweigerlich auf das Starlink-Netz zurückgreifen würden, wenn es das einzige weit verbreitete kommerzielle Weltraumnetz mit optischer Kommunikation bliebe, um schnellere Geschwindigkeiten und Datensicherheit zu erreichen; die optische Datenübertragung sei nicht mehr die nächste Generation von Technologie für spezielle Aufgaben, sondern werde zu einem Schlüsselfaktor für strategische und Marktvorteile.
Laut der Marktprognose von Novaspace wird die weltweite Nachfrage nach Satellitenverbindungen zwischen 2024 und 2034 um mehr als das 11-fache steigen, wodurch die Geschwindigkeit von Satelliten-Boden-Downlinks zu einem kritischen operativen Engpass wird. Um die Lücke zwischen Flaggschiffprojekten und kommerzieller Umsetzung zu schließen, fordert Astrolight eine schnelle Industrialisierung und den Einsatz einer großen Anzahl von Intersatelliten-Optikverbindungen, bodengestützten Teleskop-Empfangsstationen und standardisierten Nutzersegmentgeräten. Das Unternehmen hat kürzlich mit Kepler Communications zusammengearbeitet, um auf Basis seines selbst entwickelten ATLAS-X-Laserterminals das Nutzersegment für das ESA HydRON Element 3 zu entwickeln, und in Griechenland die optische Bodenstation Holomondas errichtet. Durch den Ausbau dieser modularen, vertikal integrierten Laser-Kommunikationssysteme könnten europäische Betreiber eine hochgradig wettbewerbsfähige souveräne Alternative erhalten und so die Abhängigkeit von nicht-europäischen Weltraumverbindungsanbietern verringern.










