Ab 2030 fordert Europa die Berechnung des grauen Kohlenstoffs von Gebäuden
2026-07-17 10:47
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de.wedoany.com-Bericht: Ab dem Jahr 2030 werden europäische Vorschriften die Berechnung des grauen Kohlenstoffs von Baumaterialien verlangen. Länder wie Dänemark, Frankreich und Belgien haben diesen Standard bereits vorzeitig eingeführt. Dies bedeutet, dass die Umweltauswirkungen von Gebäuden nicht mehr nur auf den Energieverbrauch in der Nutzungsphase beschränkt sind, sondern auf den gesamten Prozess der Materialherstellung und des Transports ausgeweitet werden.

In diesem Zusammenhang erlebt das Konzept des biologischen Bauens eine Wiederbelebung, das die Verwendung natürlicher Materialien wie Holz, Lehm, Kalk oder Stein fördert. Das Architekturbüro Slow Studio ist der Ansicht, dass passive Systeme, natürliche Materialien und die Reduzierung der Umweltauswirkungen von einem Mehrwert zur Grundlage werden, die langfristig Komfort, Gesundheit und Nachhaltigkeit von Gebäuden gewährleisten. Das Büro erklärt, dass der erste Standard derzeit die Verwirklichung von nahezu Null-Energie-Häusern sei, die das ganze Jahr über ohne Heizung oder Klimaanlage komfortabel bleiben. Der zweite Standard sei die Verwendung von biobasierten und kohlenstoffarmen Materialien, da deren Gewinnung, Herstellung und Verarbeitung einen großen Anteil an den globalen Emissionen haben. Der dritte Standard sei die Sicherstellung eines gesunden Raumklimas, einschließlich natürlicher Belüftung und der Verwendung gesunder Materialien, um das Wohlbefinden der Bewohner zu gewährleisten.

Außenansicht des Wohnhauses in San Agustín de Guadalix, Madrid

In Bezug auf Materialien und Gebäudesysteme weist Slow Studio darauf hin, dass das nächste Jahrzehnt von europäischen Dekarbonisierungsvorschriften dominiert wird und die Quantifizierung des Kohlenstoffbudgets von Materialien ebenso wichtig wird wie die Berechnung des Wirtschaftsbudgets. Lokale, biobasierte und natürliche Materialien wie Holz, Lehm, Kalk oder Stein werden wieder an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig kann die Verwendung von recycelten Materialien bei Renovierungen die Umweltauswirkungen erheblich reduzieren.

Projekt von Slow Studio, Fotografie von Salva Lopez

Zur Energieeffizienz ist Slow Studio der Meinung, dass die Priorität in der Investition in passive Strategien liegen sollte, die Jahrhunderte überdauern, anstatt sich auf aktive Systeme wie Luftwärmepumpen oder Photovoltaikanlagen zu verlassen, die sich zwar schnell entwickeln, aber Wartung benötigen. Maßnahmen wie die Verbesserung der Dämmung, die Erhöhung der thermischen Trägheit, die Sicherstellung der Luftdichtheit, die Optimierung der Verschattung und die Förderung der Querlüftung sind über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes wirksam.

Projekt von Slow Studio, Fotografie von Salva Lopez

Auf der Ebene des Wohlbefindens der Bewohner besteht Nachhaltigkeit darin, natürliche Elemente wie Sonnenlicht, Belüftung und Ausrichtung sowie natürliche Materialien zu nutzen, die im Winter Wärme speichern und im Sommer kühl halten. Dies trägt zu effizienteren Gebäuden bei, bietet gleichzeitig eine bessere Luftqualität und thermische Stabilität und wirkt sich direkt auf die körperliche und geistige Gesundheit der Menschen aus.

Projekt Casa Daurada, Slow Studio, Fotografie von Ariadna Puigdomenech

Mit Blick auf die Zukunft stellt sich Slow Studio vor, dass Wohnhäuser im Jahr 2040 stärker vom Klima ausgehend gestaltet werden, im Sommer Hitzeschutz bieten, im Winter Sonnenenergie nutzen und eine enge Verbindung zur Umgebung herstellen. Passive Systeme, natürliche Materialien und die Reduzierung der Umweltauswirkungen werden die Grundlage für langfristigen Komfort, Gesundheit und Nachhaltigkeit bilden.

Passivhaus Villabilla, Projekt von Slow Studio

Passivhaus Torrelodones

Projekt von Slow Studio, umlaufendes Schlafzimmer mit natürlichen Materialien

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