de.wedoany.com-Bericht: NVIDIA erweitert seine auf Thor basierende Produktlinie für autonome Maschinen um die neuen Module Jetson T3000 und T2000. Diese Module richten sich vor allem an Entwickler von Robotern, visuellen KI-Agenten und Industriesystemen, die KI-Modelle lokal statt in der Cloud ausführen möchten. Mit dieser Veröffentlichung erstreckt sich die Leistungsspanne der Jetson-Serie von 70 TOPS bis auf 2000 Teraflops.

Das Jetson T3000 ist das leistungsstärkere der beiden Produkte. Laut NVIDIA bietet es in einem kompakten Formfaktor eine KI-Rechenleistung von 865 FP4 Teraflops bei etwa der Hälfte der Größe und Leistungsaufnahme des T5000. Das Modul integriert eine Blackwell GPU, einen Achtkern-Neoverse-Arm-CPU, 32 GB LPDDR5X-Speicher, eine Speicherbandbreite von 273 GB/s und 25 GbE-Konnektivität. Darüber hinaus bietet die IGX T3000-Variante zusätzliche funktionale Sicherheitsunterstützung und ist für Mensch-Roboter-Kollaborationen mit dem Sicherheitssystem Halos for Robotics ausgestattet.
NVIDIA gibt an, dass das T3000 besonders für multimodale Inferenzaufgaben geeignet ist, darunter große Sprachmodelle (LLMs), visuelle Sprachmodelle (VLMs), visuelle Sprachaktionsmodelle (VLAMs) und World Foundation Models (WFMs). Das Unternehmen erklärt, dass es bei gleicher Arbeitslast eine mit dem T5000 vergleichbare Inferenzleistung bietet, jedoch weniger Platz benötigt. Das Jetson T2000 wird als niedrigerer Einstiegspunkt in die Thor-Serie positioniert und bietet 400 FP4 Teraflops Rechenleistung sowie 16 GB Speicher. Es eignet sich für die Entwicklung von autonomen mobilen Robotern, Industrieroboterarmen und visuellen KI-Agenten.
Auf der Softwareebene hat NVIDIA gleichzeitig die Jetson agent skills eingeführt – eine Reihe von Werkzeugen zur Automatisierung von Speicheroptimierung, Systemkonfiguration und Bereitstellungsaufgaben, die für Jetson Thor- und Jetson Orin-Geräte geeignet sind. Das Unternehmen gibt an, dass die Software den Optimierungszyklus von Wochen auf Tage verkürzen kann und es Kunden ermöglicht, ohne Leistungseinbußen auf Konfigurationen mit geringerem Speicher umzusteigen. Diese Fähigkeit ist besonders wichtig vor dem Hintergrund hoher Speicherkosten und strenger Hardwarebeschränkungen in Edge-Systemen.
NVIDIA veranschaulicht die Wirkung der genannten Werkzeuge anhand mehrerer früher Anwender. UBTech, Agile Robots und Connect Tech konnten durch eine Reduzierung der Speicherbelegung um bis zu 15 GB erfolgreich vom Jetson AGX Orin 64GB-Modul auf das 32GB-Modul umsteigen. Im Einzelhandel senkte SandStar die Speichernutzung um bis zu 4 GB, wodurch die Anwendung auf dem Jetson Orin NX 8GB-Modul anstelle der 16GB-Version bereitgestellt werden konnte. Im Verkehrsbereich reduzierte NoTraffic auf dem Jetson TX2 NX den Speicherbedarf um 30 %, um Platz für die Ausführung weiterer KI-Funktionen auf derselben Hardware zu schaffen. Der Hersteller von Begleitrobotern GROOVE X nutzte ebenfalls den hybriden KI-Beschleuniger von Jetson, um Arbeitslasten neu zu verteilen und den Speicherdruck zu verringern. NVIDIA betont, dass diese Beispiele zeigen, dass optimierte Software ähnliche Kostensenkungen wie ein Hardwarewechsel erzielen kann.
Zur Ergänzung der Thor-Plattform hat NVIDIA außerdem die Cosmos 3-Serie um Cosmos 3 Edge erweitert. Dabei handelt es sich um ein World Foundation Model mit 4 Milliarden Parametern, das für verkörperte KI-Systeme geeignet ist, die eine Echtzeitanalyse der Umgebung und die Generierung von Aktionsanweisungen auf dem Gerät erfordern. Entwickler können das quelloffene Cosmos-Framework von NVIDIA nutzen, um Cosmos 3 Edge in etwa einem Tag an spezifische Roboter und Sensoren anzupassen und es anschließend auf dem Jetson Thor für die geräteinterne visuelle Analyse und die Ausführung von Roboterstrategien einzusetzen. Diese Veröffentlichung unterstreicht NVIDIAs Gesamtstrategie, den Hardwareverkauf mit einem Software-Stack für Robotik, Simulation und Modellbereitstellung zu bündeln. Dieser Software-Stack umfasst Isaac für Robotersimulation und -wahrnehmung sowie eigene Modelle wie Nemotron, Cosmos 3 und Isaac GR00T.
Laut NVIDIA wird der Jetson AGX Thor bereits von Roboterteams wie 1X, Agile Robots, Amazon Robotics, Boston Dynamics, FANUC, Hitachi und Techman Robot eingesetzt. Die breitere Liste der Hardwarepartner umfasst ADLINK, Advantech, AAEON, Aetina, Auvidea, AVerMedia, Connect Tech, ForeCR, JWIPC, NEXCOM Robotic Solutions, Realtimes, Seeed Studio, Twowin, TZTEK und YUAN, die bereits begonnen haben, Systeme auf Thor-Basis anzubieten. Zu den Softwarepartnern gehören Antmicro, Neurealm, REBOTNIX und RidgeRun, die Kunden beim Umstieg auf die neuen Module Simulations- und Migrationsunterstützung bieten. Entwickler können das bestehende Jetson AGX Thor Developer Kit zur Leistungssimulation von T3000 und T2000 verwenden, da diese Module dieselbe Chip-Architektur und denselben Software-Stack teilen. Der T3000-Simulationsmodus wird später in diesem Monat mit JetPack 7.2.1 eingeführt, die T2000-Unterstützung folgt in einer späteren Version. Die Module Jetson T3000 und T2000 sollen im ersten Quartal 2027 auf den Markt kommen.










