de.wedoany.com-Bericht: Das US-amerikanische Raumfahrtunternehmen SpaceX führt Verhandlungen mit dem US-Verteidigungsministerium (Pentagon) über die Anmietung von Rechenzentrumskapazitäten für den Betrieb von Künstlicher Intelligenz (KI)-Modellen. Laut einem Bericht des Wall Street Journal könnte die Vereinbarung für das Pentagon einen Wert von mehreren Milliarden Dollar haben, doch betonen Eingeweihte, dass die Gespräche noch andauern und möglicherweise scheitern könnten.

Dieser Schritt stellt eine entscheidende Geschäftsstrategie für SpaceX dar. Das zuvor auf Raketenbau spezialisierte Unternehmen verfügt über erhebliche, bislang nicht vollständig genutzte Rechenkapazitäten. Elon Musk hat in Memphis, Tennessee, schnell ein Rechenzentrum errichtet, dessen Kapazität größtenteils ungenutzt ist. Laut einem Bericht von Bloomberg nutzt Musks KI-Startup xAI nur 11 % der gesamten Rechenleistung dieses Zentrums. Der Verkauf dieser überschüssigen Rechenleistung würde dem Unternehmen dringend benötigte Einnahmen bringen, auch wenn dies direkt seinen Wettbewerbern zugutekäme.
SpaceX selbst bemüht sich seit langem um Profitabilität und verzeichnete im vergangenen Jahr einen Verlust von 5 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verbrannte xAI (das vor dem Börsengang im letzten Monat in SpaceX eingegliedert wurde) im gleichen Zeitraum 6,4 Milliarden Dollar. Auf der anderen Seite hat Musk Schwierigkeiten, seinen Chatbot Grok an Unternehmen zu vermarkten, da das Produkt hinter Marktführern wie Anthropic und ChatGPT zurückbleibt.
Der Hintergrund dieser Verhandlungen ist die zunehmend enge Zusammenarbeit zwischen Musks Geschäftsimperium und dem Pentagon. SpaceX hat bereits mit dem Militär an der Stationierung eines geheimen Spionagesatellitennetzwerks zusammengearbeitet und verfügt über einen kleinen Vertrag für den Bau von Raketen, die militärische Güter weltweit transportieren können. Diese Art der Zusammenarbeit hat sich im vergangenen Jahr erheblich ausgeweitet: Im Mai gewann SpaceX einen Vertrag über 2,29 Milliarden Dollar mit der Space Force für den Aufbau eines Satellitennetzwerks, das als militärischer Internetdienst zur Verbindung globaler Waffensysteme dienen soll; im selben Monat erhielt SpaceX einen weiteren Vertrag über 4,16 Milliarden Dollar für die Bereitstellung von Technologie zum Aufbau eines Systems, das Raketen und Flugzeuge aus dem Orbit verfolgen kann.
Musks Unternehmen ist nicht das einzige Technologieunternehmen, das mit dem Pentagon zusammenarbeitet. Laut dem Wall Street Journal haben Amazon, Google, Microsoft und Oracle ähnliche Vereinbarungen zur Bereitstellung von Cloud-Computing-Kapazitäten und KI-Modellen für das Militär. Für Musk wirft dieser Schritt jedoch ethische Fragen auf: Im Jahr 2023, als Musk den Starlink-Satellitenzugang für die ukrainischen Streitkräfte unterbrach, begründete er dies damit, dass er nicht wolle, dass SpaceX „ausdrücklich in große Kriegshandlungen und Eskalationen von Konflikten verwickelt“ werde. Im Juni dieses Jahres prahlte ein Pentagon-Beamter damit, dass das Militär bei der „Operation Epic Fury“ Grok eingesetzt habe, um 2.000 Raketen auf den Iran abzufeuern, was einen Krieg mit Tausenden zivilen Todesopfern auslöste.
Die finanziellen Schwierigkeiten von SpaceX sind ebenfalls ein wichtiger Hintergrund der Verhandlungen. Der jüngste Fehlstart der Starship-Rakete war ein weiterer Rückschlag für das Unternehmen, während der Aktienkurs von SpaceX unter Druck steht und Leerverkäufer von fallenden Kursen profitieren. Der Deal mit dem Pentagon könnte für SpaceX eine wichtige neue Einnahmequelle angesichts verschiedener finanzieller Herausforderungen darstellen, wirft aber auch ethische Diskussionen auf. Es ist derzeit unklar, wann diese Verhandlungen zu einer endgültigen Einigung führen könnten.










