de.wedoany.com-Bericht: Das Projekt der wiederverwendbaren Rakete Amur-SPG (Amur-SPG) der russischen Raumfahrtbehörde Roscosmos hat den geplanten Erstflug erneut verschoben, von 2026 auf 2031. Gleichzeitig steht das Projekt unter doppeltem Druck: Es fehlt an einer geeigneten Offshore-Landeplattform, und der Wettbewerb durch die aufstrebenden wiederverwendbaren Raketen aus China verschärft sich.

Die Amur-SPG-Rakete ist 55 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 4,1 Metern und eine Startmasse von knapp 360 Tonnen. Ihre wiederverwendbare erste Stufe wird von fünf RD-0169-Triebwerken angetrieben, die mit Sauerstoff-Methan betrieben werden. Die wiederverwendbare Version hat eine Nutzlastkapazität von 10,5 Tonnen in eine niedrige Erdumlaufbahn, die Einwegversion 12,5 Tonnen. Ursprünglich war geplant, dass das Projekt bis 2028 mit einem Technologiedemonstrator vertikale Start- und Landetests absolviert, gefolgt von Orbitalflugtests. Nun wurde der Erstflug jedoch auf 2031 verschoben.
Die Amur-Rakete wird an Land landen, nicht auf einer Offshore-Barge. SpaceX hat für die Bergung der ersten Stufe der Falcon 9 sowohl Landungen an Land als auch auf Offshore-Bargen. Laut Roscosmos kommt es im Ochotskischen Meer vor der russischen Fernostküste häufig zu Stürmen, die den stabilen Betrieb einer schwimmenden Plattform erschweren. Daher fehlt es an der russischen Ostküste an einer geeigneten Offshore-Plattform. Mehrere feste Landezonen werden zwischen dem Kosmodrom Wostotschny und der Küste des Ochotskischen Meeres verteilt sein, um die Bergung der Raketenstufen auf See zu ersetzen. Die geborgenen Stufen sollen mit Hubschraubern zum Startvorbereitungsgelände zurückgebracht werden. Russische Ingenieure arbeiten parallel an einem Backup-Fallschirmsystem für die wiederverwendbare Stufe, ein Konzept, das SpaceX bei der Falcon 9 bereits aufgegeben hat. Im Landemodus an Land müssen die Landepunkte vor dem Start festgelegt werden und sind nicht verschiebbar; das Leitsystem muss eine Genauigkeit im Meterbereich erreichen. Die Landezone an Land in Cape Canaveral ist etwa 9 Kilometer von der Startrampe entfernt; die Entfernung von der Startrampe LC-39A zur Landezone an Land beträgt etwa 15 Kilometer. Roscosmos hat bisher weder die Anzahl, die genauen Standorte noch die Baupläne für diese Landezonen an Land bekannt gegeben.










