de.wedoany.com-Bericht: Das deutsche Unternehmen für Elektronikdesign und Engineering-Dienstleistungen Promwad GmbH gab am 20. Juli 2026 bekannt, dass es für einen europäischen Anbieter von Videoüberwachungssystemen ein kompaktes Millimeterwellen-Radarmodul entwickelt hat. Dieses Modul kann in bestehende Videomanagementsysteme (VMS) integriert werden und bietet kleinen Industrieanlagen einen unabhängigen Wahrnehmungskanal, ohne dass Kameras ausgetauscht oder zusätzliche Backend-Server installiert werden müssen. Dadurch werden Fehlalarme durch Nebel, Fahrzeugscheinwerfer, Schatten und Tierbewegungen effektiv reduziert.
Promwad ist ein in Deutschland ansässiger Full-Cycle-Elektronikentwicklungsdienstleister, dessen Leistungen Millimeterwellen-Radarhardware, Antennendesign, eingebettete Software, Signalverarbeitung, Gehäuse- und Thermodesign sowie die Integration in Videomanagementsysteme und externe Systeme umfassen. Das entwickelte Millimeterwellen-Radarmodul richtet sich hauptsächlich an kleine Industrieanlagen – typischerweise offene Lagerplätze und Firmenparkplätze, die an stark befahrenen Straßen liegen. In diesen Szenarien stoßen optische Kameras an ihre physikalischen Grenzen: Fahrzeugscheinwerfer überbelichten die Kamera, Schatten auf dem Asphalt lösen Bewegungsalarme aus, Tiere verursachen Fehlalarme, und bei Nebel steigt die Fehlalarmrate weiter. Bediener werden mit einer Vielzahl von Alarmen konfrontiert – von denen die meisten Fehlalarme sind – sodass echte Ereignisse untergehen können.
Das Modul basiert auf dem Millimeterwellen-Sensor IWR6843 von Texas Instruments und ist mit einem kundenspezifischen externen FR4-Antennenarray ausgestattet. Das externe Antennenarray ermöglicht es, die Strahlform an die Geometrie typischer Industrielagerplätze anzupassen und auf die gewünschte Erfassungsreichweite abzustimmen. Die gesamte Baugruppe passt in ein Kunststoffgehäuse von etwa der Größe zweier Streichholzschachteln, wobei die Fläche des Antennenarrays nur der Größe eines Radiergummis entspricht.

Die Verarbeitung auf dem Gerät erfolgt auf zwei Prozessoren: Die Haupt-Radarsignalverarbeitung – einschließlich Bewegungserkennung, Bereichsüberschreitungslogik und Zieltrajektorienberechnung – läuft auf dem integrierten DSP des IWR6843; ein begleitender Allzweckprozessor übernimmt die Nachverarbeitung und die Kommunikation mit dem externen Server. Das Modul gibt kartesische Koordinaten, Radialgeschwindigkeit und Ereigniszeitstempel an das Videomanagementsystem aus, wobei die Zeitstempel mit dem Videostream synchronisiert sind, sodass beide Kanäle klar korreliert werden können. Die Fusionslogik ist einfach und effektiv: Jeder Kanal arbeitet unabhängig, und ein Alarm wird nur ausgelöst, wenn beide Kanäle gleichzeitig eine Bestätigung liefern. Das Radar liefert physikalische Daten (Entfernung und Radialgeschwindigkeit), die die Kamera allein nicht erfassen kann, während die Kamera eine visuelle Bestätigung bietet.
Praktische Einsätze haben gezeigt, dass das Modul die Fehlalarmrate auf zuvor für Kundenanalysen ungeeigneten Standorten auf nahezu Null reduziert, eine Fahrzeugerkennungsreichweite von bis zu 100 Metern erreicht und den Arbeitsaufwand für Bediener um etwa 70 % verringert. Das Modul erfordert weder den Austausch vorhandener Kameras noch eine Änderung der Videomanagementsystem-Software und benötigt keine zusätzliche Server-Infrastruktur. Ivan Kuten, Geschäftsführer und technischer Berater von Promwad, erklärte, dass der Kunde eine zuverlässigere Erkennung benötigte, ohne Kameras austauschen oder die Serverinfrastruktur erweitern zu wollen. Das Unternehmen habe ein unabhängiges Radarmodul entwickelt, das die wichtigsten Sensordaten lokal verarbeitet und Zielkoordinaten, Geschwindigkeit und Zeitstempel direkt an das bestehende Videomanagementsystem sendet.
Die Entwicklung des Moduls löste mehrere technische Herausforderungen: Das Antennenstrahlmuster musste an die Standortgeometrie und die Erfassungsreichweite angepasst werden; bei Gehäuse und Radom im Millimeterwellenbereich mussten Abweichungen in Materialdicke und dielektrischen Eigenschaften besonders berücksichtigt werden; das Gerät ist ganzjährig im Außeneinsatz, sodass eine thermische Modellierung erforderlich war, um eine stabile Leistung bei sommerlicher Hitze und winterlicher Kälte zu gewährleisten; die Synchronisation der Radar- und Video-Ereigniszeitstempel ist der Schlüssel zur zuverlässigen Korrelation der beiden Kanäle. Die zugrunde liegende Radararchitektur kann auch an andere Perimeterschutzanwendungen angepasst werden.










