Spanisches Aimplas entwickelt Flammschutzlösungen, die Wärmeentwicklung bei Bränden um fast 50 % reduzieren
2026-07-22 09:55
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de.wedoany.com-Bericht: Das spanische Kunststofftechnologie-Institut Aimplas entwickelt neue nachhaltige Materialien und Beschichtungen, die darauf abzielen, die Brandausbreitung zu verlangsamen, die Brandintensität zu verringern und die Rauchentwicklung in Bau-, Verkehrs- und Infrastrukturanwendungen zu reduzieren. Die Forschung des Zentrums umfasst Flammschutzmittel für Farben, Lacke und Kunststoffmaterialien, deren Ergebnisse die insgesamt bei der Verbrennung freigesetzte Wärme um fast 50 % und die maximale Wärmespitze im Vergleich zu Referenzlösungen um bis zu 46 % gesenkt haben.

Diese Ergebnisse stammen aus Projekten wie Phosfire und Refugi, die sich auf die Verbesserung des Brandschutzes durch umweltfreundlichere Rezepturen konzentrieren. Aimplas weist darauf hin, dass Brandsicherheit nicht nur technische Wirksamkeit erfordert, sondern auch nachhaltigere Produktionsprozesse und die möglichst weitgehende Verwendung nachwachsender Rohstoffe.

Eine der neuesten Entwicklungen stammt aus dem Projekt Refugi, das sich der Entwicklung einer neuen Generation ökologischer Flammschutzlacke und -beschichtungen widmet, um die Sicherheit von Holzbauten zu erhöhen. Diese Initiative reagiert auf den zunehmenden Einsatz von Holz im Bauwesen und in der Innenarchitektur und sucht nach Lösungen, die die Brandentwicklung verzögern und Notfallmaßnahmen erleichtern. Das Projekt nutzt Technologien wie die Mechanochemie, um den Lösungsmittelverbrauch zu reduzieren und sich hin zu umweltfreundlicheren Herstellungsverfahren zu entwickeln. Die entwickelten Rezepturen integrieren zudem biobasierte und biologisch abbaubare Materialien, was dem in der Forschung verfolgten Nachhaltigkeitsansatz entspricht.

Diese Materialien wurden auf MDF-Platten (mitteldichte Faserplatten) validiert, die häufig in Möbeln, Verkleidungen und Innenräumen verwendet werden. Die Tests zeigten, dass bestimmte Rezepturen die Brandintensität verringern, die Brandwachstumsrate verlangsamen und die Rauchentwicklung signifikant reduzieren können – die Rauchentwicklung ist ein entscheidender Faktor für die Evakuierung von Personen in Notfällen. Bei einigen Rezepturen beobachteten die Forscher die Bildung von Schutzschichten während der Brandeinwirkung, die als Wärmedämmbarriere wirken und zum verlangsamten Materialabbau beitragen. Obwohl die Tests auf Holzoberflächen durchgeführt wurden, haben diese Lösungen auch Anwendungspotenzial auf anderen Substraten wie Kunststoff- oder Metalloberflächen, wodurch sich die Einsatzmöglichkeiten auf die Bereiche Bauwesen, Infrastruktur, Verkehr und Automobilindustrie erweitern.

Die Europäische Kommission hat kürzlich Aimplas ausgewählt, um das Projekt Hefestos zu koordinieren, eine europäische Initiative, die die Anwendung bromierter Flammschutzmittel untersuchen und die Machbarkeit des Übergangs zu sichereren und nachhaltigeren Alternativen analysieren wird. Die Analyse konzentriert sich auf Branchen wie Bauwesen, Automobil und Verkabelung. Das Projekt wird Unternehmen (insbesondere KMU), Experten und Verbände zusammenbringen, um Arbeitsgruppen zu bilden, die verschiedene Aspekte dieses Übergangs bewerten. Die Initiative zielt darauf ab, technische Nachweise zu liefern, um zukünftige EU-Regulierungsentscheidungen zur Brandsicherheit und zur Ablösung aktueller Lösungen zu unterstützen.

Die Projekte Phosfire und Refugi werden von IVACE+i finanziert und durch den EU-Fonds FEDER unterstützt. Beide gehören zum Forschungsschwerpunkt der Verbesserung des Brandverhaltens von Materialien, die in strategischen Sektoren verwendet werden, durch Nachhaltigkeits- und Sicherheitsstandards.

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