de.wedoany.com-Bericht: Die BMW Group, Toyota Motor Europe, Bosch und Repsol haben in Spanien ein Pilotprojekt gestartet, das die Machbarkeit der Emissionsreduzierung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor durch den Einsatz von 100 % erneuerbarem Benzin ohne Fahrzeugumbauten oder neue Infrastruktur untersuchen soll.

Das im Juli gestartete, sechsmonatige Programm betreibt eine Flotte von rund 20 BMW- und Toyota-Fahrzeugen, die mit dem von Repsol hergestellten erneuerbaren Benzin Nexa 95 betankt werden. Das Projekt wird über die von Bosch entwickelte Digital Fuel Twin-Plattform überwacht, die den Einsatz des Kraftstoffs über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg verfolgen und zertifizieren soll.
Das Projekt zielt darauf ab, technische und betriebliche Belege für die Machbarkeit sogenannter „nur mit qualifiziertem Kraftstoff betriebener Fahrzeuge (VEEF)" zu liefern, die als Ergänzung zu Elektrifizierungsansätzen in der europäischen Strategie zur Dekarbonisierung des Verkehrs dienen können. Stefan Heller, Projektleiter der BMW Group, erklärte, dass Technologieoffenheit ein zentraler Pfeiler der Unternehmensstrategie sei und BMW das Ziel verfolge, immer effizientere und nachhaltigere Fahrzeuge anzubieten. Das Projekt werde wertvolle Informationen für die Entwicklung von Lösungen für emissionsarme Mobilität liefern.
Der Versuch konzentriert sich auf drei Kernbereiche: die Überprüfung der kommerziellen Verfügbarkeit von erneuerbarem Benzin, die Validierung der digitalen Technologie zur Zertifizierung der Kraftstoffnutzung und den Nachweis, dass vorhandene Fahrzeuge diesen Kraftstoff mit der bestehenden Infrastruktur nutzen können. Das von Bosch bereitgestellte Digital Fuel Twin-System integriert Informationen aus Fahrzeugen, Tankstellen und Tankvorgängen, um den Verbrauch von erneuerbarem Benzin in Echtzeit zu überprüfen. Marko Babic, Projektleiter bei Bosch, wies darauf hin, dass das System digitale Transparenz über die gesamte Wertschöpfungskette des Kraftstoffs vom Produzenten bis zum Endnutzer schaffe und so das für die Ausweitung des Einsatzes erneuerbarer Kraftstoffe erforderliche Vertrauen und die Rückverfolgbarkeit schaffe.
Eines der Hauptziele des Projekts ist der Nachweis, dass Emissionsreduzierungen auch mit vorhandenen Fahrzeugen und Infrastruktur erreicht werden können. Im Gegensatz zu Technologien, die Investitionen in neue Ladestationen oder spezifische Fahrzeuge erfordern, ist das im Pilotprojekt verwendete erneuerbare Benzin vollständig mit aktuellen Verbrennungsmotoren kompatibel.
Repsol ist der einzige Anbieter, der an öffentlichen Tankstellen 100 % erneuerbares Benzin verkauft. Der verwendete Kraftstoff wird aus Rohstoffen hergestellt, die der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien entsprechen, und kann die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen deutlich reduzieren. Estíbaliz Pombo, stellvertretende Direktorin für Energieprodukte bei Repsol, erklärte, dass erneuerbare Kraftstoffe die Optionen zur Dekarbonisierung des Verkehrs unter Nutzung der bestehenden Infrastruktur erweiterten. Die Ergebnisse des Projekts würden den Wert einer auf Technologieoffenheit basierenden Strategie aufzeigen.
Neben der Bewertung der Betriebsleistung werden die gewonnenen Daten auch zur Unterstützung der aktuellen regulatorischen Debatte in der EU über die Zukunft der Mobilität herangezogen. Obwohl die EU-Politik die Elektrifizierung priorisiert, sind die beteiligten Unternehmen der Ansicht, dass erneuerbare Kraftstoffe zur Emissionsreduzierung beitragen können, insbesondere für die große Anzahl von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, die in den kommenden Jahren noch im Einsatz sein werden. Pascal Ruch, Vizepräsident für Unternehmens- und Regierungsangelegenheiten bei Toyota Europe, kommentierte, dass erneuerbare Kraftstoffe eine ergänzende Rolle zur Elektrifizierung spielen könnten. Das Projekt ziele darauf ab zu beweisen, dass sowohl bei Neufahrzeugen als auch bei Bestandsfahrzeugen bereits heute eine signifikante Emissionsreduzierung möglich sei.










