de.wedoany.com-Bericht: Laut der neuesten Marktumfrage des britischen Verbands der Elektroindustrie (BEAMA) ist das Geschäftsklima in der Elektrobranche auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Corona-Pandemie gefallen. Die schwache Nachfrage hat die Lieferkettenprobleme als größte Sorge der Branche abgelöst.

Die Umfrage zeigt, dass mehr als die Hälfte (51,7 %) der Hersteller die unzureichende Nachfrage im kommenden Quartal als größtes Produktionshemmnis betrachtet. Dies deutet auf einen bedeutenden Wandel der Hauptsorgen der Unternehmen hin, die jahrelang von Komponentenknappheit, Logistikunterbrechungen und steigenden Inputkosten geprägt waren. Der Geschäftsklimaindex fiel von +12 im vierten Quartal 2025 auf -28 im ersten Quartal 2026 – ein Rückgang um 40 Punkte und der niedrigste Stand seit dem ersten Quartal 2020.
Yselkla Farmer, CEO von BEAMA, wies darauf hin, dass die Hersteller trotz der wirtschaftlichen Flaute weiterhin investieren, da sie an die langfristigen Perspektiven der Elektrifizierung glauben. Das Investitionsvolumen werde jedoch durch die schwache Nachfrage begrenzt.
Farmer erklärte, der Wärmepumpenmarkt zeige eine Stagnation – ein frühes Warnsignal dafür, dass die schwache Akzeptanz der Elektrifizierung bei den Verbrauchern beginne, das Investitionsvertrauen in die Wärmetechnik und den Netzsektor zu beeinträchtigen. Sie räumte ein, dass die britische Regierung mit der Veröffentlichung des strategischen Netzpolitik-Entwurfs einen wichtigen Schritt gemacht habe, dieser Fortschritt müsse jedoch durch eine klare und konsistente Elektrifizierungspolitik ergänzt werden. Sie betonte, dass die jüngste Entscheidung zur ED3-Methode von Ofgem die Bedeutung eines regulatorischen Rahmens für das gesteigerte Vertrauen von Unternehmen und Netzbetreibern in vorzeitige Investitionen unterstreiche.
Die schwächsten Aussichten verzeichnen Unternehmen, die die Bauindustrie beliefern. Der Geschäftsklimaindex für Hersteller elektrischer Gebäudesysteme liegt bei -66,7, während Unternehmen der Heizungs- und Lüftungstechnik einen Wert von -50 melden. In beiden Branchen blieben die Umsätze im Quartal weitgehend stabil. Auch Anbieter, die die Märkte für Elektromobilität und intelligente Energiesysteme bedienen, meldeten ein negatives Geschäftsklima, verzeichneten jedoch leichte Umsatzsteigerungen. Im Gegensatz dazu waren Hersteller der Netzinfrastrukturbranche (ENI) die einzige Gruppe mit einem positiven Geschäftsklimaindex (+11,1) und einem Umsatzindex von +66,7, was auf die anhaltenden Investitionen in das britische Stromnetz zurückzuführen ist. Allerdings warnen ENI-Hersteller vor steigenden Rohstoffkosten und Lieferkettenunterbrechungen.
Der Bericht zeigt, dass die Hersteller über Wachstumskapazitäten verfügen, aber eine stärkere Nachfrage benötigen. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung blieb mit 75 % auf dem Niveau des dritten und vierten Quartals 2025, leicht unter dem Fünfjahresdurchschnitt und unter dem 2021 erreichten Wert von 80 %. BEAMA erklärte, dies zeige, dass die Hersteller in der Lage seien, die Produktion bei einer Nachfrageerholung auszuweiten, die niedrige Auslastung bedeute jedoch, dass bestehende Investitionen möglicherweise noch nicht die für künftiges Wachstum erforderlichen Renditen erwirtschafteten.
Trotz der schwachen Aussichten sind die Einstellungsabsichten für die nächsten zwölf Monate positiv, der Investitionsplanindex liegt bei +47. Die langfristige Investitionsstimmung bleibt robust, und die Unternehmen priorisieren weiterhin Ausgaben für Fabrikanlagen, digitale Technologien und Künstliche Intelligenz sowie Produktentwicklung in den nächsten fünf Jahren.
Während die Nachfrage zur Hauptsorge der Branche geworden ist, sehen sich die Hersteller weiterhin mit steigenden Kosten in den globalen Lieferketten konfrontiert. Neben der unzureichenden Nachfrage betrachten die Befragten die Verfügbarkeit von Komponenten und Materialien als zweitgrößtes Produktionshemmnis, gefolgt von Rohstoffpreisen und Arbeitskräfteverfügbarkeit. Die Unternehmen verweisen auf die anhaltenden Auswirkungen geopolitischer Instabilität und Frachtunterbrechungen sowie auf steigende Preise für wichtige Industriematerialien wie Kupfer, Stahl, Aluminium und Messing. Obwohl die meisten Hersteller berichten, dass Materialien weiterhin verfügbar seien, stellen die steigenden Kosten für viele eine größere Herausforderung dar als die Verfügbarkeit selbst.
Farmer rief alle Interessengruppen auf, sich den künftigen Herausforderungen zu stellen, und betonte, dass jetzt dringend Maßnahmen erforderlich seien, um die Hindernisse für die Elektrifizierung zu beseitigen. Dazu gehöre die Behebung des Kostenungleichgewichts zwischen Strom und fossilen Brennstoffen, um die Akzeptanz bei den Verbrauchern zu erhöhen und so das Investitionsvertrauen der Hersteller und Netzbetreiber zu stärken und den Elektrifizierungsprozess zu beschleunigen.










