Strukturelle Lücke auf dem globalen Lithiummarkt könnte 2030–2035 bei 20 %–30 % liegen
2026-07-22 13:59
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Der globale Lithiummarkt durchläuft einen strukturellen Wandel, bei dem sich der Wettbewerbsfokus von der Ressourcenausstattung hin zum Aufbau von Wertschöpfungsketten vom Abbau bis zur Verarbeitung verlagert. Mehrere Berichte von Institutionen wie PwC, GEM Mining Consulting, Thunder Said Energy (TSE) und der chilenischen Kupferkommission (Cochilco) aus dem Jahr 2026 zeigen, dass geologische Bedingungen allein nicht mehr ausreichen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Energiewende, die Expansion der künstlichen Intelligenz und die Nachfrage nach Batteriespeichern definieren die Branchenregeln neu.

TSE prognostiziert, dass die weltweite Lithiumnachfrage im nächsten Jahrzehnt jährlich um etwa 9 % steigen wird, während das Angebot nur um 6 % pro Jahr wächst. Die daraus resultierende strukturelle Lücke könnte zwischen 2030 und 2035 20 % bis 30 % betragen. Die derzeitige jährliche Weltproduktion liegt bei etwa 260.000 Tonnen Lithiumäquivalent, wovon Australien 36 %, Chile 22 %, China 16 % und Argentinien 10 % beisteuern. Die Schätzung der Institution zufolge müssten bis 2035 etwa 45 % der prognostizierten Nachfrage durch Projekte gedeckt werden, die sich noch nicht in der Bauphase befinden. Der Bericht weist darauf hin, dass der Preis für Lithiumcarbonat auf etwa 40 US-Dollar pro Kilogramm steigen müsste, um neue Investitionen anzuregen, bevor Natrium-Ionen-Batterien wettbewerbsfähig genug sind, um die Lithium-Ionen-Technologie teilweise zu ersetzen.

Der Zweimonatsbericht von Cochilco zeigt, dass der CIF-Preis für batteriefertiges Lithiumcarbonat in Asien im Mai 2026 24.000 US-Dollar pro Tonne erreichte – der höchste Stand seit Dezember 2023. Der Durchschnittspreis der ersten fünf Monate lag bei 19.358 US-Dollar pro Tonne, fast doppelt so hoch wie der Jahresdurchschnitt 2025. Der Bericht führt die Erholung auf gleichzeitige Angebotsunterbrechungen in China, Australien und Simbabwe zurück, darunter die Stilllegung der mit CATL verbundenen Jianxiawo-Mine, strengere Vorschriften für den Lithium-Glimmer-Abbau in Jiangxi, Exportbeschränkungen für unverarbeitetes Erz in Simbabwe, geringere Produktionserwartungen für Greenbushes in Australien sowie geplante Wartungsarbeiten in der Kwinana-Raffinerie. Cochilco stellt zudem fest, dass die Branche das schwere Überangebot der letzten beiden Jahre hinter sich lässt, mit einem Preisboden bei etwa 17.500 US-Dollar pro Tonne.

PwC betont in seinem Bericht „Mine 2026: Vom Ehrgeiz zur Tat", dass die Disziplin der Kapitalallokation ebenso wichtig geworden sei wie die geologische Qualität, und dass sich der Fusions- und Übernahmemarkt auf kritische Rohstoff-Assets konzentriere. Ein typisches Beispiel ist die Fusion von Orocobre und Galaxy zu Allkem, die wiederum mit Livent zu Arcadium Lithium fusionierte, das schließlich 2025 von Rio Tinto für rund 6,7 Milliarden US-Dollar übernommen wurde. Der Bericht stellt fest, dass der wahre Wettbewerbsvorteil in der Fähigkeit liegt, Ressourcen in eine vollständige Wertschöpfungskette von der Verarbeitung bis zum Recycling umzuwandeln.

GEM Mining Consulting führt den District Potential Value Index (DPVI) ein und schlägt vor, dass sich die Wettbewerbseinheiten von einzelnen Projekten zu Minenclustern verlagern. Dieser Rahmen umfasst Faktoren wie gemeinsame Infrastruktur, Wasserressourcen, Energie, regulatorische Stabilität und soziale Betriebsgenehmigungen. Argentinien wird aufgrund des wirtschaftlichen Potenzials seiner Lithiumbezirke und seiner guten Umweltbilanz als eines der vielversprechenden Länder genannt, doch der Bericht weist darauf hin, dass die Verwirklichung dieser Vorteile die Konsolidierung der institutionellen Rahmenbedingungen und den Ausbau der unterstützenden Infrastruktur erfordert.

In Argentinien hat die nationale Regierung im Rahmen des Großinvestitionsförderungssystems (RIGI) die Erweiterungsprojekte Cauchari-Olaroz, Sal de Oro, Rincón und Fénix sowie das Projekt Tres Quebradas (3Q) von LIEX S.A. in Fiambalá, Provinz Catamarca, genehmigt. Das 3Q-Projekt umfasst eine Investition von 709 Millionen US-Dollar für den Bau einer Anlage mit einer Jahreskapazität von 40.000 Tonnen Lithiumcarbonat, die voraussichtlich 4.406 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen und jährlich Exporte im Wert von rund 400 Millionen US-Dollar generieren könnte. Mit der jüngsten Genehmigung umfasst RIGI nun 21 genehmigte Projekte mit einem zugesagten Investitionsvolumen von 46,7 Milliarden US-Dollar.

Hinsichtlich der Nachfragestruktur weist Cochilco darauf hin, dass Batteriespeichersysteme (BESS) zum am schnellsten wachsenden Bereich geworden sind. Angetrieben durch den Ausbau erneuerbarer Energien und die Nachfrage von KI-Rechenzentren wird ein globales Nachfragewachstum von über 160 % bis 2030 erwartet. Die Angebotsseite steht weiterhin unter Druck durch regulatorische Verzögerungen, steigende Kapitalkosten und zunehmend strenge Umweltauflagen.

Diese Kurznachricht stammt aus der Übersetzung und Weiterverbreitung von Informationen aus dem globalen Internet und von strategischen Partnern. Sie dient lediglich dem Austausch mit den Lesern. Bei Urheberrechtsverletzungen oder anderen Problemen bitten wir um rechtzeitige Mitteilung, und wir werden die notwendigen Änderungen oder Löschungen vornehmen. Die Weitergabe dieses Artikels ist ausdrücklich ohne formelle Genehmigung verboten.E-Mail: news@wedoany.com